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    Markt Einersheim

    Massiver Gewerbesteuer-Einbruch zwingt zu Nachtragshaushalt

    "Die Haushaltsplanung 2019 stand insgesamt unter positiven Vorzeichen und der Haushaltsansatz von 350 000 Euro schien sicher gewählt", schrieb Günther Schell, Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft Iphofen, in seinem Vorbericht zum jetzt notwendig gewordenen Nachtragshaushalt der Gemeinde Markt Einersheim. Heute sieht alles anders aus als noch im Februar, denn von den zwei wichtigsten Gewerbesteuerzahlern werden heuer weit niedrigere Summen an die Gemeinde abgeführt und obendrein ergaben sich noch hohe Rückzahlungen aus dem Vorjahr.

    "Ohne ein haushaltsrechtliches Eingreifen ist der Haushaltsausgleich stark gefährdet", begründete der Kämmerer den Nachtragshaushalt. "Wir müssen die notwendigen Konsequenzen ziehen", sagte Bürgermeister Herbert Volkamer in der Ratssitzung am Mittwoch. "Vor allem die Insolvenz der Firma Fritsch hat sich niedergeschlagen", erklärte er.

    Ausbleibende Einnahmen plus Rückzahlungen haben dazu geführt, dass nicht mehr mit 350 000 Euro an Gewerbesteuereinnahmen geplant wird, sondern im Nachtragshaushalt steht an dieser Stelle ein Minusbetrag von 95 000 Euro. Der Verwaltungshaushalt reduziert sich um 77 000 Euro auf jetzt 2,23 Millionen Euro, während der Vermögenshaushalt um 268 000 Euro auf 1,6 Millionen Euro ansteigt. Denn an eine normale Zuführung vom Verwaltungshaushalt zum Vermögenshaushalt ist durch die plötzlich eingetretene und prekäre Situation nicht mehr zu denken.

    Gemeinde muss tief in den Sparstrumpf greifen

    Stattdessen muss die Gemeinde tiefer in den Sparstrumpf der Rücklagen greifen, 493 000 Euro müssen auf verkehrtem Weg zum Ausgleich des Verwaltungshaushalts zugeführt werden. Die Rücklagenentnahme beträgt 772 000 Euro, wodurch die Rücklagen heuer auf 51 000 Euro abschmelzen werden

    Um für den Fall der Fälle gewappnet zu sein, beschloss der Gemeinderat eine Kreditermächtigung von 250 000 Euro, über eine tatsächliche Kreditaufnahme werde erst im Laufe des Jahres entschieden. Günther Schell sah das Haushaltsjahr 2019 als Ausnahmefall an und die Finanzlage der Gemeinde dennoch mittelfristig als geordnet. Denn bislang war die Gemeinde schuldenfrei und will das in ein paar Jahren auch wieder sein.

    Herbert Volkamer war wichtig, dass keine der größeren Investitionen in diesem Jahr verschoben werden müssen. Da passte es gut, dass das Museumsprojekt im Würzburger Tor heuer aus zeitlichen Gründen nicht mehr realisiert werden kann.

    Weitere Themen im Rat

    Das generalsanierte Terrassenbad öffnet am 18 Mai seine Pforten zur diesjährigen Badesaison. Von 11 bis 16 Uhr können sich Badegäste im Terrassenbad umschauen und erste Bahnen ziehen. An dem Tag wird auch der Tag der Städtebauförderung begangen. Dabei weist die Gemeinde explizit darauf hin, dass die Generalsanierung dadurch ermöglicht wurde, dass die Gemeinde über eine Million Euro an Fördermitteln aus dem Bundesprogramm "Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur" im Rahmen des Zukunftsinvestitionsprogramms der Bundesregierung bekommen hatte.

    Seit Ende April ist die neue Diakoniestation im Alten Kindergarten, der umgebaut wurde, in Betrieb. Der Anbau für die Tagespflegeeinrichtung läuft auch auf kleiner Flamme an und die Einweihung des Projektes ist auf den Pfingstsonntag terminiert.

    Das neue Feuerwehrlöschfahrzeug ist seit April in Markt Einersheim und die Floriansjünger haben sich an mehreren Terminen mit dem HLF 10 vertraut gemacht. Die feierliche Segnung des Löschfahrzeugs wird am 29. Mai um 18.30 Uhr stattfinden. "Wir müssen jetzt noch einen Wermutstropfen schlucken", meinte der Bürgermeister. Denn das größere Fahrzeug bedarf entsprechende Führerscheine für die Fahrer, was der Gemeinde höhere Ausgaben beschert.

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