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    Kitzingen

    Michl Müller: Beim Waldlauf entstehen die Faschingshits

    "Einmal im Jahr" ist der aktuelle Faschings-Ohrwurm von Michl Müller. Das Video zu dem beschwingten Spaß im Zweivierteltakt entstand im Kitzinger Fastnachtmuseum.
    Ein Tänzchen in Ehren gehört einfach dazu: Das Ende seines Auftritts krönt Michl Müller – hier im Staatlichen Hofkeller in Würzburg bei der närrischen Weinprobe im Januar – seit Jahren mit eigenen Faschingsliedern. Foto: Silvia Gralla

    Fleischereifachverkäuferin. Sex ist nicht alles. Mörtelmischmaschine. Denn Du bist aus Franken. Klingelt da was? Genau: Alles Faschings-Ohrwürmer. Hat man doch irgendwie im Ohr. Vielleicht summen Sie ja auch gerade schon mit. Keine Faschingssesssion ohne einen Gute-Laune-Gassenhauer von Michl Müller. Der jüngste Streich sorgt, klar, auch wieder für gute Laune. Müllers Songs sind bei der "Fastnacht in Franken" in den Veitshöchheimer Mainfrankensälen - wie sich jetzt erst am Freitagabend bei der 33. Ausgabe der Kultsendung einmal mehr zeigte - ein Höhepunkt.

    Michl Müller mit den kleinen Tänzerinnen der TSG Veitshöchheim im Kitzinger Fastnachtmuseum. Foto: Daniela Sandner

    Der Titel "Einmal im Jahr" kommt zwar fast schon bieder daher, ist aber nichtsdestotrotz wieder ein Fasching-Fastnachts-Karneval-Knaller. Eine Polka-Nummer mit einer klaren Botschaft: Wischt in der närrischen Zeit eure Sorgen weg. So gesehen eben doch wieder ein typisches Michl-Müller-Lied, beschwingter Spaß im Zweivierteltakt, der automatisch mitwippen lässt. Sowohl Text als auch Musik stammen von dem aus Bad Kissingen stammenden Kabarettisten, besser bekannt als "Dreggsagg aus der Rhön".

    Geheimhaltung groß geschrieben

    Das Video zu "Einmal im Jahr" entstand im Kitzinger Fastnachtmuseum. Eher aus Zufall heraus: "Wir waren lange auf der Suche nach einer passenden Location für den Dreh", erzählt Müller. Zunächst habe man einige Kostümverleihe und Faschingsgeschäfte im Blick gehabt, als Kristina Hauser von der Tanzsportgarde Veitshöchheim das Museum in Kitzingen ins Spiel brachte. Ein Glücksfall, wie Müller betont: "Im Nachhinein muss ich sagen, es war der ideale Ort für den Videodreh. In dem Museum wird der gesamtdeutsche Karneval abgebildet, den ich ja in meinem Faschings-Hit besinge."

    Kuckuck, wo ist er denn? Michl Müller nahm das Video zu seinem neuen Faschingssong im Kitzinger Fastnachtmuseum auf. Foto: Daniela Sandner

    Mitte Dezember war es dann soweit. An einem Samstagvormittag lief die Aktion unter größter Geheimhaltung an. Von 10 bis 14 Uhr war Zeit, die Aufnahmen in den Kasten zu bekommen. Am frühen Nachmittag hatte sich eine Besuchergruppe angekündigt, was "ein bisschen Zeitdruck" verursachte, weil man bis dahin fertig sein wollte.

    Mit dabei an jenem Vormittag: Knapp 20 Tänzerinnen und Tänzer von der TSG Veitshöchheim samt Trainerstab, die bereits ein Choreographie einstudiert hatten. Dazu sechs Musiker der Jugendkapelle der Feuerwehr Garitz, dem Heimatort des Kabarettisten, mit Trompete, Saxophon und Co. Komplettiert wurde das Aufgebot von einem dreiköpfigen Drehteam und einem Fotografen. "Es war ein ziemliches Gewusel im Fastnachtsmuseum", erinnert sich der Sänger und freut sich noch heute, "dass alle mit viel Herzblut dabei waren und ihren Spaß hatten".

    Aufrufe bei Youtube

    "Schieb deinen Zorn zur Seite, lass Fünf mal gerade sein" – tönte es an jenem Vormittag immer und immer wieder durchs Museum. Er habe bei dem Videodreh "das Lied gefühlt 4865 Mal gesungen", erinnert sich Müller. Die Zahl dürfte sich in den nächsten Wochen bis zum Faschingskehraus wohl noch einmal verdoppelt. Auf Youtube ist der Song bei den Aufrufen inzwischen gut im fünfstelligen Bereich angekommen.

    "Ich habe das Lied gefühlt 4865 Mal gesungen."
    Michl Müller über den Videodreh im Kitzinger Fastnachtmuseum

    Bleibt die Frage zu klären, wie man es schafft, Jahr für Jahr einen Faschings-Ohrwurm zu produzieren? Ganz einfach: "Meine Faschingslieder entstehen beim täglichen Laufen im Wald." Die Fastnacht ist kaum vorbei, macht sich der Kabarettist bereits Gedanken, womit er ein Jahr später an den Start gehen will. Meist geht die Geburt zackig über die Bühne: "So ein Lied wächst über ein paar Tage, bis ich mich dann mit meinem eingespielten Musik-Team daran mache, das Teil zu vertonen. Nach ein paar Wochen steht dann auch schon das komplette Lied."

    Besondere Verbindung zu Kitzingen: 2011 bekam Michl Müller den Schlappmaulorden von der Narren der KiKaG verliehen. Foto: Thomas Obermeier

    Dann heißt es Warten, ob der Song auch bei anderen gute Laune auslöst und der Daumen hoch geht: "In diesem Fall waren es die Verantwortlichen für "Fastnacht in Franken", die sofort Feuer und Flamme waren", verrät Müller.

    Daniela Sandner, Leiterin des Fastnachtmuseums, ist auch einen Monat nach den Dreharbeiten noch "sehr beeindruckt, wie das mit so wenig Vorlauf so gut gemacht wurde". Auch wenn jede Szene bis zu drei Mal gedreht wurde, "ging es am Ende doch relativ fix". Der Zeitplan ging jedenfalls voll auf: Als um 14 Uhr die angekündigte Besuchergruppe auftauchte, deutete nichts mehr darauf hin, dass hier gerade der kommende Faschingshit die passenden Bilder bekommen hatte.

    Nur Daniela Sandner, die das Lied "50 bis 100 Mal" gehört hatte, summte die Melodie noch den Rest des Tages vor sich hin. Michl Müller sei "sehr professionell" gewesen, betont die Museumsleiterin. Und sie freut sich, dass letztlich auch ein bisschen "Werbung für das Museum"  gemacht wurde.

    Es könnte gut sein, dass das Video direkt ein Teil der Ausstellung wird. Dann könnte aus "Einmal im Jahr" ein immerzu werden. Michl Müller, der nicht zuletzt als Träger des Schlappmaulordens 2011 eine besondere Beziehung zu Kitzingen hat, würde es sicher freuen. 

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