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    Kitzingen

    Mutter startet Aufruf: Gemeinsam gegen den Müll

    Melanie Scarpa möchte auf den Müll am Weinwanderungsweg in Kitzingen aufmerksam machen. Foto: Caroline Münch

    Melanie Scarpa läuft fast täglich mit ihrem Hund in Kitzingen entlang der Hänge der Weinlage "Kitzinger Hofrat". Dort fließt ein Bach, der sich an den Weg der Kitzinger Weinwanderung anschließt. Seit September wohnt sie in Kitzingen, vorher hat sie in einem kleineren Ort bei München gewohnt. Neu hat sie diesen schönen Weg mitten in der Natur entdeckt.

    Doch sie kann die Natur nicht genießen, weil überall, ob im Bach oder auf der Wiese, Müll liegt. "Flaschen im Bach, Hundekot-Beutel und Papiertüten auf der Wiese. Doch ein Mülleimer ist auf dem vorderen Teil des Weinwanderungwegs nicht zu sehen", beklagt sich die Arzthelferin. Sie möchte gerne eine Aktion starten: "Kinder gegen Müll". Neben den Kindern, seien aber alle dazu angehalten, die Natur rein zu hinterlassen.

    Schulen und Kindergärten motivieren

    "Gerade im Sommer ist es wichtig, dass kein Müll im Bach liegt, weil das Wasser sonst steht und stinkt." Deshalb schlägt sie jetzt vor, dass auch Schulen und Kindergärten, Aktionen veranstalten, um im Sommer Müll einzusammeln. "Nur Vorträge sind zu theoretisch, das Bewusstsein der Kinder kann so schon in jungen Jahren geschult werden. Als Mutter von zwei Kindern habe ich da auch Verantwortung." Den Müll im Sommer einzusammeln, sei ein Weg, den Kindern spielerisch beizubringen, dass man die Natur sauber halten muss.

    Scarpa selbst ist Mitglied im Verein Naturschutzbund Deutschland (NABU) und dort Pate für den Bereich "Meer". "Da bekomme ich Informationen für Aktionen rund um das Thema Meer und Wasser, an der Ostsee, aber auch im Umkreis von 100 Kilometern und kann mithelfen." Der Umweltschutzverein ist auch in Kitzingen tätig. Ihre Idee ist, dass auch Schulen Patenschaften eingehen und an Aktionen zur Müllreduktion teilnehmen, wenn möglich. Die Aktionen könnten die Schulen zum Beispiel an Projekttagen durchführen.

    Melanie Scarpa möchte auf den Müll am Weinwanderungsweg in Kitzingen aufmerksam machen. Foto: Caroline Münch

    App hilft, den Müll zu sichten

    "Alle müssen mit anpacken, für Jugendliche speziell bietet sich aber eine App an, mit der sie erfahren, wo sie Müll in Seen, Flüssen oder im Bach einsammeln können", berichtet Scarpa. Die App "Gewässerretter" speichert den Standort automatisch, das heißt Benutzer können vor Ort eintragen, wo Müll liegt, und über das soziale Netzwerk dazu aufrufen, diesen wegzuräumen. Wenn die Aufräumaktion beendet ist, setzen die Teilnehmer einen Haken, damit alle wissen, dort befindet sich kein Müll mehr.

    Aktion in der Familie

    Scarpa weist darauf hin, "dass wir auch in der Familie schon Natur und Umwelt schützen können". Sie selbst plant bei sich zu Hause, wenn das möglich ist, Nisthäuschen für Fledermäuse im Speicher aufzustellen und Pflanzen anzubauen, die Insekten anziehen, damit die Fledermäuse den Weg zum Speicher finden. Dafür hat sie sich schon mit dem Bayerischen Landesamt für Umwelt in Verbindung gesetzt, muss Weiteres aber noch abklären.

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