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    MARKTSTEFT

    Nach dem Baden: Aufräumen nicht vergessen

    Mit Sack und Pack zogen Schwimmer und Sonnenanbeter wochenlang zu den Stränden am Main. Die heißen Temperaturen und die Sommerferien führten zu einem starken Besucherandrang an den Badestellen im Landkreis Kitzingen. Als Reaktion auf unsere Sommerserie „Badespaß entlang des Mains“ meldete sich ein Marktstefter Bürger in unserer Reaktion. Er sei der Ansicht, dass immer mehr Badegäste kommen und dadurch die Verschmutzung durch Müll und menschliche Fäkalien in der Badebucht zunehmen.

    Stimmt das? Und wie groß ist dieses Müll-Problem tatsächlich? Wir haben uns bei den betroffenen Gemeinden erkundigt.

    Viele Gäste, viel Müll

    „In der Ferienzeit ist es klar, dass viele Menschen kommen“, erklärt Marktstefts Bürgermeister Thomas Reichert. Seiner Schätzung nach kommen etwa 300 bis 400 Gäste am Wochenende. Ihm ist das Problem der Müllentsorgung bekannt, weil ihm die Verschmutzung auch privat gemeldet werde. Was dem Bürgermeister auch nicht gefällt: Einige Badegäste lassen ihren Müll einfach liegen, darunter volle Windeln, Obstreste und Getränkedosen. Das Wasser und die Gebüsche werden als Toiletten genutzt. Hinzu kommt: Obwohl es in der Nähe eine richtige Feuerstelle gibt, legen Besucher eigene Feuerstellen an. Bei der langen Trockenheit erhöht das zudem die Gefahr eines Brands.

    Dreimal wöchentlich räumen Mitarbeiter des Marktstefter Bauhofs die Wiese um die Badestelle auf. Mülleimer direkt an der Badestelle gibt es allerdings nicht. „Wenn wir dort Mülleimer aufstellen, bringen die Leute ihren Hausmüll mit, weil das günstiger ist“, begründet Reichert die Entscheidung, dort keine Mülleimer aufzustellen.

    Die Gemeinde setzt sich trotzdem für die Attraktivität der Badestelle ein. So hat die Gemeinde im vergangenen Jahr Sitzbänke aufgestellt und das Beachvolleyballfeld neu gestaltet.

    Im nahegelegenen Marktbreit ist die Verschmutzung der Badestelle und der Umgebung nicht nur von Menschen gemacht. Durch die Strömung verschlammt die Badestelle. Nilgänse koten außerdem auf die Liegewiese, sagt Bürgermeister Erich Hegwein. Ab und zu liegen zwar Pizzakartons herum, aber diese würden auch von der nahegelegenen Pizzeria aufgesammelt, so Hegwein. Dort gibt es auch öffentliche Toiletten. Außerdem wurden weitere Müllbehälter im Bereich der Liegewiese und des Wohnmobilstellplatzes platziert.

    Die Macht der Gemeinschaft

    Mainaufwärts in Albertshofen gibt es am kleinen Sandstrand keine Probleme. Die Badegäste würden selbst darauf schauen, dass es sauber ist, sagt Bürgermeister Horst Reuther. Es seien aber hauptsächlich Albertshöfer an der Badestelle. „Viel schlimmer ist die Situation an abseits gelegenen Badestellen, weil sich die Leute da nicht genötigt fühlen, ihren Müll wieder mitzunehmen“, hat der Bürgermeister beobachtet.

    Guido Braun, Bürgermeister in Nordheim, hat ebenfalls keine große Verschmutzung zu beklagen. Bis 20 Uhr hätten die Fährleute ein Auge auf die Badestelle. Badegäste können zudem die Toiletten im Umfeld nutzen. Mülleimer gibt es auch. Die Gemeinde beschäftigt außerdem einen Ein-Euro-Jobber, der jeden Morgen dort aufräumt. „Das sind aber nur Kleinigkeiten“, sagt Braun.

     

     

    In unserer Sommerserie "Baden am Main" haben wir Badestellen entlang des Mains vorgestellt:

    Bearbeitet von Max Schäfer

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