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    MAINSTOCKHEIM

    Neuer Kunstweg: Mit dem Schrollahopfer durch Mainstockheim

    Auch das gibt es im Mainstockheim: die Stougamer Wolllust. Zu sehen im aktuellen Beitrag von Mainstockheimern zu den Kulturzeichen 2018 des Landkreises Kitzingen. Aber aufgemerkt und genau gelesen: Die Stougamer Wolllust hat nur bedingt mit reiner Körperlichkeit zu tun. Es ist ein erlesener Kreis von Frauen, die sich dem Stricken und Häkeln verschrieben haben, sich also mit Wolle beschäftigen – und deshalb das dreifache „l“ im Namen.

    Doch kein Grund zur Enttäuschung. Die Mainstockheimer haben mit ihrem Kunstweg zu den Gartenzeichen, ähnlich wie schon im vergangenen Jahr zu den Wasserzeichen, wieder einen attraktiven Rundgang durch den Weinort zusammen gestellt, der den Weg an den Main allemal lohnt und der am Samstagnachmittag offiziell eröffnet wurde.

    Kreativität und Kunst blühen

    Und wie auch schon 2017 war der Andrang im Mainstockheimer Rathaus fast beängstigend groß, als Bürgermeister Karl-Dieter Fuchs mit Peter Brandner, Sprecher der Projektgruppe, den Kunstweg „Schrollahopfer“ eröffnete. Da galt es natürlich zuerst den Begriff „Schrollahopfer“ für des Fränkischen nicht mächtige zu erläutern: Gemeint ist natürlich der Lehmbatzen am Schuh des Bauern. Oder, um am Text des Programmhefts zu kleben: „Der Schrollahopfer ist ein Mainstockheimer Original, die Schrolle am Schuh weitertragend durch die geografisch bedingte, gewachsene Struktur: Von Acker zu Garten, zwischen Landwirtschaft, Weinbau, Nutzgarten, Vorgarten und Kulturlandschaft: Von Thema zu Thema.“

    Und zum „Schrollahopfer“ werden dann nach kurzen Begrüßungsworten die vielen Besucher der Vernissage als es auf den Rundweg in und um Mainstockheim geht, um zu sehen, „wo Kreativität und Kunst blühen“, wie es der Untertitel des Kunstwegs verspricht. Allerdings ohne Lehmbatzen an den Schuhen, denn dafür sind heute die Sommer meist zu trocken.

    Viele Einfälle

    Dass sich die Mainstockheimer und ihre Gäste, darunter die Bildhauerin Angelika Summa, wieder viel haben einfallen lassen, wird schnell deutlich. Nicht allzu weit vom Rathaus entfernt, im Torbogen zwischen Mesnerhaus und Kirche klassisches, Bachs h-Moll Partita, gespielt von Hannah Grams und der Blick über die Mauer nach unten in den „Bibelgarten“ in dem 40 Pflanzen aus dem Buch der Bücher gedeihen.

    Im „Jardin Volant“ präsentiert sich die Stougamer Wolllust zusammen mit dem Bund Naturschutz und Arbeiten zu einem ernsten Thema: dem Insektensterben. Ein Tag im Garten für die Ohren bietet Malo Plisson im „Klanggarten“ zusammen mit Melinda Hillons Malerei im Stern. Dann führt der Weg entlang der Grabengärten zum „Küchengarten“ von Barbara und Martin Keller, weiter zum „Kindergarten“, einem Projekt von Melinda Hillon zusammen mit der Grundschule und dem Thema Recycling. Im „Schlossgarten“ präsentieren sich neben Melinda Hillon Angelika Summa mit Skulpturen, Maxime Flipo mit Fotografien und Feisola Nazari mit Wandmalerei. Im „Weingarten" oberhalb des Haselbergs stehen Kunstschmiedearbeiten von Peter Brandner und zum Abschluss gibt es den „Biergarten“ am Panorama-Ruheplatz.

    Sonderführungen möglich

    Das alles zeigt: „Mainstockheim ist mehr als eine Häuserzeile links und rechts von der Straße“, wie es Peter Brandner in seiner Einführung sagte. Das zu erlaufen, ist mit dem Infoflyer „Schrollahopfer“ unter mainstockheim.de, bei Führungen am 23. und 30. Juni jeweils um 16 Uhr ab dem Rathaus in Mainstockheim oder in Sonderführungen unter kulturzeichen@mainstockheim.de möglich.

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