• aktualisiert:

    Volkach

    Neues Konzept soll Volkacher vor Hochwasser schützen

    Im Mai waren in Volkach einige Bereiche entlang des Volkachbachs überflutet. Größere Überflutungen gab es nicht. Ein neues Konzept soll diese künftig verhindern. Foto: Moritz Hornung/Feuerwehr Volkach

    Wenn von Hochwasser die Rede ist, haben viele nur den Main vor Augen, der immer wieder über die Ufer tritt. Aber auch kleinere Bäche können vom Rinnsal zum Fluss anschwellen, wenn es in kurzer Zeit große Mengen regnet. Für solche Gewässer dritter Ordnung in der Region Main-Steigerwald machen neun Gemeinden nun gemeinsame Sache und wollen ein Hochwasserschutzkonzept entwickeln: Michelau, Gerolzhofen, Sulzheim,
    Dingolshausen, Oberschwarzach, Lülsfeld, Frankenwinheim, Kolitzheim und Volkach.

    Für dieses Konzept war Mario Pani vom Ingenieurbüro im Winter und Frühjahr in der Region unterwegs, um die Gewässer Volkach, Weidach und Oberschwarzach mit deren Zuläufe unter die Lupe zu nehmen. Carina Hein von der Allianz Main-Steigerwald stellte es am Montagabend nun dem Volkacher Ferienausschuss vor. Dazu gehöre unter anderem ein dreidimensionales Modell der Volkach, das für das Risiko-Management sinnvoll sei.

    "Wo kann Wasser sich stauen und dann in Ruhe davonlaufen?"
    Peter Kornell, Bürgermeister Volkach

    Die geschätzten Gesamtkosten für das Erstellen des Konzepts liegen bei 240 000 Euro, Volkach hat davon gut 41 000 Euro zu bezahlen. Davon bleiben wegen der hohen Förderung am Ende jedoch nur gut 10 000 Euro übrig, 75 Prozent übernimmt das zuständige Wasserwirtschaftsamt Bad Kissingen. Die Stadträte stimmten dafür, Volkachs Bürgermeister Peter Kornell unterschrieb als letzter der neun Gemeindechefs. Somit kann der Förderantrag gestellt und die Planungsleistungen ausgeschrieben werden.

    Die entscheidende Frage für Volkach bei dem Konzept ist laut Kornell: "Wo kann man Regenrückhalt betreiben, also wo kann Wasser sich stauen und dann in Ruhe davonlaufen?" Man könne schließlich entlang des Volkach-Bachs keine Mauer mitten durch die Stadt bauen. Er wies darauf hin, dass der Freistaat beschlossen habe, bei Hochwasserschäden nicht mehr mit staatlichen Leistungen einzuspringen. Die Leute müssten sich selbst versichern – eine teure Angelegenheit.

    Biberdamm behindert Abfluss der Kläranlage

    Auch darum sei ein solches Konzept so wichtig. Nicht zu verwechseln ist es übrigens mit dem Gewässerentwicklungskonzept, das die Stadt in Auftrag gegeben hatte.  Das zielt vor allem auf Renaturierungen ab, quasi das natürliche Fachgebiet des Bibers. Den Baumeister und die Folgen seines Fleißes sprach Dieter Söllner (SPD) in dem Zusammenhang an. Biberdämme behindern nämlich den Abfluss der Kläranlage in Krautheim. Ein Konflikt innerhalb des Naturschutzes, den die Pläne beachten müssen, da war man sich einig. Das Hochwasserschutzkonzept soll aber, betonte der Bürgermeister, die ökologische Funktion der Bäche nicht verschlechtern, sondern im besten Fall sogar verbessern. Er versprach, bei der praktischen Planung die Bevölkerung vor Ort einzubeziehen, um deren Fachwissen einfließen zu lassen.

    Das Parken mit der Park-App Parkster könnte in Volkach irgendwann auch für Wohnmobilisten möglich werden. Foto: Andreas Brachs

    Bauantrag für Mobilfunkmast endlich gestellt

    Bei einem weiteren Thema am Montagabend gab es spontane Juhu-Rufe. Zweite Bürgermeisterin Gerlinde Martin (CSU) fragte – wieder einmal – nach dem Mobilfunkmast in Obervolkach, da sie ständig auf den schlechten Empfang dort angesprochen werde. Peter Kornell antwortete – wieder einmal – dass man regelmäßig nachhake und sich freue über die seit März 2018 bezahlte Miete, aber sich nichts tue. Doch Bauamtsleiterin Ulla Gistel-Gareiß hatte Neuigkeiten: Am Montag war endlich der Bauantrag für den Masten eingegangen. Kornell: "Da können wir gleich einen Schoppen darauf trinken."

    Zudem hakte Ingrid Dusolt nach, wie es um die Parkster-App für den Wohnmobilstellplatz stehe. Es sei sinnvoll, dass auch dort bargeldlos bezahlt werden könne. Man sei dran, bekräftigte Kornell, aber die Frage sei noch nicht geklärt.

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!