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    Castell

    Nur die Kläranlage trübt den Blick

    Die Tage der Kläranlage für die Gemeidne Castell sind gezählt. Darauf machte Bürgermeister Kramer ind er Bürgerversammlung aufmerksam. Foto: Andreas Stöckinger

    Viel Zustimmung bekam Bürgermeister Jochen Kramer bei der Bürgerversammlung in Castell für die Politik seiner Gemeinde. Rund 30 Bürger durften dabei erfahren, dass die finanziell nicht gerade auf Rosen gebettete Gemeinde trotz einiger größerer Investitionen in den vergangenen Jahren nahezu schuldenfrei dasteht.

    Das könnte sich ab 2022 ändern, denn dann läuft die Genehmigung für den Betrieb der Kläranlage aus. Ein Neubau ist unumgänglich, das stellte Bürgermeister Kramer deutlich heraus. „Wir brauchen nicht über Reparaturen nachzudenken, da ist nichts mehr zu retten.“ Die Anlage im ehemaligen Schwimmbad unweit des Sportplatzes habe über 50 Jahre gehalten und ihren Dienst getan. Mit 1,70 Euro pro Kubikmeter liegt Castell beim Preis für Abwasser im Vergleich zu anderen Kommunen recht günstig.

    Zur Kläranlage hat der Bürgermeister bereits mit dem Domänenamt gesprochen. Das Weingut werde  weiterhin seine Wein-Abwässer zunächst vorklären, und erst dann in die gemeindliche Abwasseranlage einleiten.

    Bei diesem Thema, wie auch in anderen Bereichen, hat Kramer die Weichen gestellt für die Zeit nach ihm, wird er doch bei den Wahlen im März 2020 nicht mehr antreten. So ist die Dorferneuerung in Castell selbst kurz vor dem Abschluss, mit dem Platz vor dem Rathaus und dem gegenüber liegenden Bereich im so genannten Schutz steht noch ein größeres Projekt aus. Die Baufreigabe habe sich wegen interner Probleme beim Amt für ländliche Entwicklung verzögert, bedauerte der Bürgermeister. Kosten von 495 000 Euro sind vorgesehen, um den Bereich aufzuwerten.

    So soll zur Fläche im Schutz unterhalb der Castell-Bank wieder eine Treppe hinunter führen, wie es früher gewesen ist. Ein Durchgang von der Straße her ist auch am Archiv im ehemaligen Wildbad gedacht. Mit viel Grün, einem Brunnen und einem kleinen Wasserspielplatz ist der Bereich geplant. Ein Zeitpunkt für den Baubeginn steht aktuell noch nicht fest. Am Rathaus muss auch ein Teil der Wasserleitung neu verlegt werden.

    Im Anschluss an Castell wird die Dorferneuerung für Verbesserungen in den Ortsteilen Greuth und Wüstenfelden sorgen. In der Versammlung fragte Jürgen Weber nach, ob für die Ortsteile auch neue Bauplätze geplant seien. Baugebiete dort auszuweisen, hielt Bürgermeister Kramer aktuell für das falsche Signal. Man solle erst auf bestehenden Flächen in den beiden Dörfern Bauland schaffen, anstatt neues auszuweisen.

    Nach vorne schaute das Gemeindeoberhaupt beim Thema Flächennutzungsplan für Castell. Es gelte, den fast 50 Jahre alten Plan zu erneuern, um die Entwicklung der Gemeinde damit in den nächsten Jahrzehnten zu lenken, so Kramer. Wo künftig Wohngebiete entstehen sollen, sei ein Punkt. Er zeigte eine mögliche Fläche für ein Gewerbegebiet bei Greuth, was nicht nur von Altbürgermeister Rudolf Lösch in der Versammlung begrüßt wurde.

    Auf die Frage nach einem für den Spielplatz geplanten Turm antwortete der Bürgermeister, dass die Gemeindearbeiter derzeit sehr beschäftigt seien und ihn noch nicht aufstellen konnten. Außerdem seien dazu erst Grab- und Betonarbeiten notwendig.

    In der Versammlung hatte Bürgermeister Kramer zudem auf Investitionen und Projekte der vergangenen Monate geblickt. Er ging auf die im Vorjahr umgestaltete Bushaltestelle im Herrengarten ein, was mit rund 350 000 Euro etwas teurer ausfiel, als zunächst gedacht. Für Sanierungen im Kindergarten gewährte die Gemeinde einen Zuschuss. Dazu steht der Kauf eines neuen Feuerwehrautos an, wie auch der Bau einer Wetterhütte für das gemeindliche Ausflugslokal Weingarten.

    Bearbeitet von Andreas Stöckinger

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