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    Kitzingen

    Offener Brief: OB Müller pocht auf Fakten zum Bürgerzentrum

    Das Kitzinger Bürgerzentrum soll sein Domizil in der Schrannenstraße 35 verlassen, um Platz zu schaffen für ein Hotel. Jungstil (s. Foto) ist schon ausgezogen. Foto: Andreas Brachs

    Die Diskussion um den Bau eines Hotels in der Kitzinger Schrannenstraße und den damit verbundenen Verkauf des Gebäudes, in dem bisher das Bürgerzentrum (BZ) untergebracht ist, entwickelt sich zum Schlagabtausch zwischen dem BZ-Verein und OB Siegfried Müller. Dieser hat am Freitag in einem Offenen Brief alle Einwohner der Stadt aufgerufen, "sich über Fakten zum Bürgerzentrum" zu informieren.

    Hintergrund ist der Bürgerantrag, mit dem der Verein den Stadtrat zwingen möchte, dessen im Jahr 2017 getroffenen Beschluss zum Verkauf der Schrannenstraße 35, das Domizil des Bürgerzentrums, zugunsten eines Hotel-Baus zu revidieren. Hierfür benötigt der Verein die Unterschriften von mindestens einem Prozent der Einwohner Kitzingens, also rund 240. Dafür wirbt der Verein nochmals am Samstag an einem Infostand am Marktplatz und auch im BZ liegen Unterschriftenlisten aus.

    Müller: Bürger wünschen sich mehr Leben am Mainkai

    OB Müller spricht in seinem Offenen Brief vom Ziel, die "Aufenthaltsqualität und die Attraktivität der Stadt weiter zu erhöhen". Hierzu gehört für ihn "auch ein weiteres Hotel, das den erhöhten Bedarf an Betten" deckt. Zudem käme eine belebtere Mainpromenade mit (Außen-)Gastronomie einem Wunsch vieler Kitzinger entgegen.

    Dem Investor Wolfgang Rosentritt schenkt die Stadt laut Müller das "vollste Vertrauen". Man habe ihn bei vorangegangenen Projekten in Kitzingen "als äußerst zuverlässigen Partner erlebt". Auch der bislang nicht öffentlich vorgestellte Hotel-Pächter – dessen Existenz Kitzinger Hoteliers jüngst infrage gestellt haben – stehe fest, schreibt Müller.  

    Zur Zusammenarbeit mit dem BZ-Verein äußert der OB einen Wunsch: "Die Stadt ist natürlich weiterhin bereit das Bürgerzentrum bei der Suche zu unterstützen, aber dafür bedarf es eines konstruktiven Miteinanders und der Unterstützung von beiden Seiten." 

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    Vorgeschichte der verzwickten Situation

    Ein Großteil von Müllers dreiseitigem Brief befasst sich mit der Vorgeschichte der aktuell festgefahrenen Situation. Ausgehend von dem am 27. Juli 2017 mit 24:4 Stimmen gefassten Grundsatzbeschluss des Stadtrats zum Verkauf des BZ-Gebäudes zugunsten eines Hotelprojekts zählt der OB die Reihe der dem BZ-Verein angebotenen Ausweichquartiere auf, bis hin zu dem in diesem September angebotenen Weidt-Gebäude in der Güterhallstraße, das der Verein wie alle vorangegangenen Objekte als ungeeignet ablehnt.

    Zudem zeigt sich Müller überrascht, dass der Verein den Flächenbedarf des BZ nunmehr mit 700 bis 800 Quadratmetern angibt. Am bisherigen Standort seien es maximal knapp 400 Quadratmeter. Auch wehrt sich Müller gegen Behauptungen, die Stadt habe die von ihr angebotenen Alternativen später stets als zu teuer abgelehnt. Dies sei nachweislich falsch.

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