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    Wiesentheid

    Parkplätze am Schloss als Aufreger

    Die neu angeordneten, aber noch nicht ganz fertig gestellten Parkplätze am Schloss in Wiesentheid sind nach Ansicht vieler Bürger zu schmal. Bei der Bürgerversammlung wurde das moniert. Foto: Andreas Stöckinger

    Anscheinend gibt es in Wiesentheid derzeit keine, oder kaum drängende Dinge, die den Bürgern auf den Nägeln brennen. Das lässt zumindest die Zahl der Bürger vermuten, die zur Bürgerversammlung ins Evangelische Gemeindezentrum gekommen waren. Gerade einmal etwas mehr als 30 Personen, die Hälfte davon Gemeinderäte oder Listenbewerber für die kommenden Wahlen, hörten sich die Ausführungen von Bürgermeister Werner Knaier an. Zu diskutieren gab es aber einiges.

    Der Abend hatte bereits mit einer Überraschung begonnen. Die Gekommenen standen erst vor verschlossenen Türen, weil die Zuständigen der Kirchengemeinde den Termin vergessen hatten. Nach kurzer Wartezeit traf der Schlüssel aber ein.

    Kantige Steine werden als Gefahr gesehen

    Bürgermeister Knaier trug zunächst aktuelle Zahlen und Projekte seiner Gemeinde vor. Eines davon, die erst neu angeordneten Parkplätze am Schlosspark in der Kanzleistraße, wurde später mehrfach kritisiert. Sie seien zu schmal und zu kurz, um einzuparken, müsse man auf der Gegenfahrbahn in der Straße ausholen, was nicht nur Ludwig Albert als gefährlich monierte. Zudem seien die kantigen Steine zur Abgrenzung gefährlich.

    Bürgermeister Knaier wies darauf hin, dass die Parkflächen noch nicht fertig gestellt seien. Es fehle noch eine Asphaltschicht, die erst bei wärmeren Temperaturen aufgebracht werden könne. Die Steine würden noch abgerundet. Die Größe der Parkplätze entspreche der Norm, die Autos stünden zwar leicht über, aber das sei etwa auf der Fläche vor dem Schloss oder an der Sparkasse seit Jahrzehnten genau so, und funktioniere auch. "Wenn die Parkplätze fertig sind, werden sie auch genutzt. In fünf Jahren redet keiner mehr davon", warb Knaier um Geduld.

    In dem Zusammenhang sprach Michael Lorey die unebenen Pflasterflächen an, die zu den Eingängen der Mauritiuskirche führen. Gerade für ältere Menschen mit oder ohne Rollator sei das kaum zu schaffen. Hier, wie auch am Pflaster vor dem Rathaus, werde ein Pflasterstreifen als ebene Fläche eingebaut, das sei bereits vorgesehen, antwortete Knaier.

    Der viele Abfall im Ort nervt viele Bürger

    Was den Bürgern an vielen Stellen im Ort aufstößt, sind die Verunreinigungen mit Abfall. Vor allem in den Gewerbegebieten, aber auch im Ort liege teilweise einiges herum, vieles werde arglos weg geworfen. Das Problem sei schwer zu lösen, so der Bürgermeister. Hier, wie auch bei Vandalismus, seien Zivilcourage gefragt. Wer jemanden beobachte bei solchen Dingen, solle sich nicht scheuen und das Ganze durchaus mal anzeigen, hieß es.

    Außerdem wurde die Verkehrssituation im Ort mit parkenden Fahrzeugen an vielen Stellen, wo es gar nicht erlaubt ist, mehrfach moniert. Im Industriegebiet würden die Parkplätze für Lkw nur zum Abstellen von Hängern genutzt, berichtete Peter Fechner. Generell sollten mehr Kontrollen erfolgen, auch beim ruhenden Verkehr, wünschte sich Julia Lang. Bislang habe sich der Gemeinderat dagegen ausgesprochen, das könne sich aber auch ändern, verwies Knaier auf sein Gremium.

    Die Standorte der Mitfahrerbänke wurden kritisiert, diese stünden viel zu weit außerhalb, sagten Ludwig Albert und Elmar Wächter. Wer für den "Kahlschlag" am Bach zwischen Schlosspark und Kläranlage verantwortlich sei, wollte Uli Drexelius wissen. Dort sei längere Zeit nicht gepflegt worden, nun mussten die Fachleute eben richtig ran, antwortete Bürgermeister Knaier.  

    Viel diskutierte Salatfabrik kaum noch von Interesse

    Weitere Themen waren die Toiletten an der Kirche, das anscheinend noch nicht gelöste Problem mit den vielen Tauben im Ort, der Zustand des Friedhofs, die Bahntrasse und die teure Kläranlage. Auch zur Brücke, die an der Jahnstraße über den Sambach in Richtung Schule führt, gab es Nachfragen. Hier werde eine Metallbrücke mit Betonfundamenten im Frühjahr eingebaut, informierte das Ortsoberhaupt. Dagegen stieß die im Vorjahr heiß diskutierte Salatfabrik kaum auf Interesse bei der Bürgerversammlung.

    Beim Blick auf das 3548 Einwohner zählende Wiesentheid (mit Ortsteilen 4851 Einwohner) erwähnte Bürgermeister Knaier, was als nächstes auf der Agenda steht: Das Baugebiet Seeflur II wird erschlossen, die Erneuerung der Kanal- und Wasserleitungen gehen in der Achtzehnäcker-Siedlung und in der Köglergasse weiter. Der Umbau und teilweise Neubau der Nikolaus-Fey-Schule werde die Gemeinde fordern. Bei der Planung des nächsten Abschnitts der Umgehung müsse man warten, bis die Brücke nach Geesdorf repariert ist. Der Ausbau des Schlossplatzes und der Kanzleistraße soll weiter gehen, wie auch der Umbau der Gemeindescheune zu Wohnungen am Marienplatz. Außerdem soll die erforderliche Sanierung der Kläranlage starten.

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