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    Prichsenstadt

    Prichsenstadt verabschiedet 17-Millionen-Euro-Haushalt

    Es sind etwas mehr als 17 Millionen Euro, mit denen die Stadt Prichsenstadt in diesem Jahr wirtschaften muss. Einstimmig votierte der Rat am Donnerstagabend für das Werk von Kämmerer Marco Kölln. Erstmals hatte Bürgermeister René Schlehr die Sitzung in die Turnhalle der Grundschule verlegen lassen, um für genügend Abstand zwischen den Räten zu sorgen. So belegten mit ihm 13 Ratsmitglieder, der Kämmerer, der Reporter der Mainpost und der Schulhausmeister Martin Stöckinger als einziger Zuhörer die kleine Turnhalle.

    Allzu viele Wortbeiträge waren auch nicht nötig, denn von den Zahlen dürfte kein Ratsmitglied überrascht gewesen sein. Grundlage für den Vermögenshaushalt war nämlich der Finanzplan, den der Rat in seiner vorigen Sitzung ausgiebig diskutiert und mit ein paar Änderungen versehen hatte. Die hatte der Kämmerer nun eingebaut.

    Der Haushaltsansatz für den Erwerb von Baugrundstücken stieg von 30 000 auf 80 000 Euro pro Jahr für die nächsten vier Jahre, der Abriss des Feuerwehrhauses mitsamt Neubau in Kirchschönbach ist mit 40 000 Euro von 2021 ins aktuelle Jahr verlegt, und nächstes Jahr bezuschusst der Rat ein Ersatzfahrzeug für das Rote Kreuz, genauer gesagt für das Helfer-vor-Ort-Fahrzeug, mit 10 000 Euro. Letzteres, hatte Schlehr in der vorigen Sitzung gesagt, sei keine Pflichtaufgabe, "aber die fahren 50 Mal im Jahr zu Einsätzen und retten Leben, deshalb dürfen wir uns hier spendabel zeigen".

    Diskussion über den Stellenplan

    Ansonsten leistet sich die Stadt so gut wie keinen Luxus. Der Haushalt, so Schlehr, zeige mit dem Finanzplan "umsichtige und ausgewogene Ansätze", wobei die Ressourcen der Stadt mit den begonnenen und geplanten Investitionen "in einem angemessen Umfang belastet werden". Und schon in der vorigen Sitzung hatte der Kämmerer den Haushalt als "solide" bezeichnet.

    Einzig beim Stellenplan kam so etwas wie eine Diskussion zustande. Zweiter Bürgermeister Alfons Saugel kritisierte die Personalausgaben, die sich seit 2013 nahezu verdoppelt hätten. Dort vermutete er ein gewisses Einsparpotenzial, wobei er nicht sagte, wie genau das aussehen könne. Die Kostensteigerung, entgegnete Schlehr, seien zum einen dadurch bedingt, dass allein im Haus für Kinder das Personal nahezu vervierfacht werden musste. "Hinzu kommen noch tariflich bedingte Gehaltssteigerungen", so Schlehr.

    Ob sich in der Verwaltung irgend ein Mitarbeiter mangels Aufgaben langweilen würde, fragte Stefan Deppisch, und Schlehr antwortete: "Nicht, dass ich wüsste." Somit, so Deppisch weiter, sei wohl jeder Mitarbeiter wichtig und müsse auch entsprechend entlohnt werden. Dem stimmte Wolfgang Brosche zu, "sonst bilden wir die Leute hier gut aus und dann gehen sie woanders hin, das sollten wir verhindern". Letztlich stimmte der Rat mit 10:3 auch dem Stellenplan zu.

    Vermutlich letzte Sitzung der Legislaturperiode

    Der Haushalt selbst schließt im Verwaltungshaushalt mit 7 742 208 Euro und im Vermögenshaushalt mit 9 324 716 Euro ab, die Gesamthöhe liegt bei 17 066 924 Euro. Die Grundsteuer A (für Landwirte) liegt wie die Grundsteuer B (Privatpersonen) bei 350 Prozent, die Gewerbesteuer beträgt 330 Prozent. Den Höchstbetrag für Kassenkredite deckelte der Rat bei einer Millionen Euro. Als weitere Einnahme gilt die Hundesteuer. Die beträgt im pro Hund 50 Euro, für jeden weiteren Hund 100 Euro, Kampfhunde kosten pro Hund 350 Euro. Auch hier gingen bei der Abstimmung für den Haushalt 13 Hände nach oben. Vermutlich handelt es sich um die letzte Sitzung in dieser Legislaturperiode. Eine Sitzung könnte noch am 23. April über die Bühne gehen, aber das hatte der Bürgermeister als "theoretisch" eingestuft. Die nächste Sitzung wäre dann die konstituierende Sitzung im Mai und da wollte sich Schlehr noch nicht zu einem genauen Datum äußern.

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