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    VOLKACH

    Ratsbegehren: Volkacher dürfen über Hotel am Main abstimmen

    Am Volkacher Mainanleger ist ein Design-Hotel geplant, das im Stadtrat ungeteilte Zustimmung erhalten hat. Nun bittet da...

    Das Ratsbegehren zum Thema Hotel am Main ist beschlossene Sache: Am Montagabend stimmten die Räte mit 17:1 zu, die Bürger zu fragen, ob die Stadt dem Investor städtische Flächen für den Bau des Hotels zur Verfügung stellen soll. Den Wortlaut wollen die Fraktionssprecher in Zusammenarbeit mit der Verwaltung ausarbeiten. Abstimmen können alle Wahlberechtigten am Tag der Landtagswahl, Sonntag, 14. Oktober.

    Großes öffentliches Interesse

    Das mediale Interesse am Thema Bau oder Nicht-Bau des Hotels wächst. Ein Kamerateam der Redaktion „quer“ des Bayerischen Rundfunks durfte in der Ratssitzung Film-, aber keine Tonaufnahmen machen. Später führte das Team noch Interviews; gesendet wird der Beitrag am Donnerstag ab 20.15 Uhr.

    Den Tagesordnungspunkt selbst eröffnete Antragsteller Herbert Römmelt mit einem Blick auf die Ereignisse der letzten Wochen. Laut einem Bericht in dieser Zeitung „hat unsere nicht anwesende Kollegin Ingrid Dusolt gesagt, der Rat sei mit dem Hotel überfahren worden. Das kann ich zumindest nicht für unsere Fraktion und wohl auch für alle übrigen sagen“.

    Stadtrat fühlt sich nicht überfahren

    Schon 2016 seien im Stadtrat die Ideen vorgestellt worden, es sei die Abklärung mit den Behörden gefolgt sowie eine Vorstellung der Pläne im Rat im vorigen Jahr, „mitsamt einer Visualisierung. Und wir haben alle Fakten im Für und Wider durchgesprochen, auch beim Hochwasser- und Landschaftsschutz“, argumentierte Römmelt.

    Stark polarisiert

    Den Ausschlag zum Ja für das Hotel habe das Entwicklungspotenzial von Volkach gegeben. Doch nach den Diskussionen der jüngsten Vergangenheit zeige sich die Bevölkerung „stark polarisiert“, mit verbalen Attacken gegenüber den ehrenamtlichen Stadträten bis hin zum „Höhepunkt, uns als Verbrecher hinzustellen“.

    Von den Attacken nahm Römmelt ausdrücklich Hans Schneider und Willi Freibott vom Bund Naturschutz (BN) aus und lobte deren „sachliche Argumentation, die zur Zusammenarbeit auffordert. Das kann ich anderen Menschen, die sich damit befassen, nur als vorbildlich empfehlen.“ Um die Thematik zu versachlichen und die Bevölkerung in die Entscheidung einzubeziehen, hält er das Ratsbegehren für richtig.

    Investor soll Pläne vorstellen

    CSU-Sprecher Heiko Bäuerlein stieß ins selbe Horn und schlug vor, dass der Investor seine Pläne vorstelle, „damit die Leute sehen, dass das Landschaftsbild nicht verschandelt wird. Wir handeln nicht unverantwortlich, wie uns vorgeworfen wird.“

    Die einzige Nein-Stimme kam von Katrin Geiger (CSU). „Das muss doch auf den Investor, der viel Zeit, Mühe und Geld investiert hat, so wirken, als würde der Rat seine Zustimmung zurückziehen und alles zur Disposition stellen“, lautete ihre Argumentation. Man möge bitte das angekündigte Bürgerbegehren abwarten, um erst dann ein Ratsbegehren dagegen zu stellen.

    Schärfe herausnehmen

    „Wir müssen die Schärfe aus der Diskussion bringen“, so SPD-Sprecher Dieter Söllner, „da ist viel Falschinformation unterwegs, und uns wird vieles unterstellt“. Auch er würde eher das Bürgerbegehren abwarten, stimmte später aber wie fast alle Räte für das Ratsbegehren.

    Auch Bürgermeister Peter Kornell beklagte sich über die „ständigen verbalen Attacken, vor allem gegen mich“. Dabei moderiere er als Bürgermeister eine Ratssitzung und sei nicht persönlich für die Entscheidung des Rates haftbar zu machen. Nun mögen die Bürger entscheiden, wie es mit dem Hotel auf Stelzen weitergehen soll. „Jetzt sind die Volkacher Bürger ihres eigenen Glückes Schmied“, wandelte er ein bekanntes Sprichwort um.

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