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    KALTENSONDHEIM

    Raum für weitere Projekte in der Dorferneuerung schaffen

    Längst umgeht die Bundesstraße 8 den Ort Biebelried. Zeit, die Würzburger Straße von der Einmündung Kellerbergstraße bis... Foto: Gerhard Krämer

    Alle Fenster waren im Saal des Kaltensondheimer Feuerwehrhauses geöffnet, doch wer auf Durchzug hoffte, die warme Luft bewegte sich nicht. So wurden auch das gute Dutzend Zuhörer mit Getränken versorgt. Die Außentemperaturen waren aber kein Hinderungsgrund, dass sich bei der Debatte über die Neugestaltung der Würzburger Straße und über eine mögliche Neugestaltung der Hauptstraße sowie des Dorfplatzes am Sportheim die Gemüter zusätzlich erhitzten.

    Ehemalige B8 soll neu gestaltet werden

    Einiges hat sich bereits in Biebelried im Zuge der Dorferneuerung getan. Jetzt soll auch die den Ort durchquerende Würzburger Straße, die ehemalige Bundesstraße 8, neu gestaltet werden. Jetzt hat das Amt für Ländliche Entwicklung nach den Worten von Bürgermeister Roland Hoh der Gemeinde vorgeschlagen, sich für die Würzburger Straße um eine EU-Förderung im Rahmen des Eler-Programms zu bemühen. Falls dies gelänge, bliebe für Biebelried noch Geld für weitere Projekte der Dorferneuerung.

    Planer Norbert Stieber erklärte, dass bei Eler die Nettobaukosten gefördert würden – maximal 1,5 Millionen Euro, was einer Fördersumme von 900 000 Euro entspricht. Planungskosten würden nicht gefördert, hier spränge aber das Amt für Ländliche Entwicklung ein.

    Bisher beruhten die Baukosten nur auf Schätzungen, betonte Stieber ausdrücklich. Momentan seien dies rund 1,7 Millionen Euro brutto. Über Eler würden dann etwa 785 500 Euro an Förderung fließen. Würde das Projekt über die Dorferneuerung laufen, gäbe es rund 64 000 Euro mehr an Förderung, allerdings wäre dann für andere Projekte kein Geld mehr im Topf der Dorferneuerung vorhanden.

    Wendemöglichkeiten für Busse schaffen

    „Wir waren bei allen Anliegern“, informierte der Planer den Gemeinderat. „Es waren überwiegend positive Gespräche.“ Anregungen zu breiteren Einfahrten, einer besseren Erschließung von landwirtschaftlichen Anwesen oder zu Parkflächen seien aufgenommen worden. Da ein Zuschlag für Eler nach einem Punktesystem erfolgt, soll auch noch die Sanierung der Kreuzigungsgruppe und eine Grünfläche mit Sitzmöglichkeiten dazukommen, um die derzeit 23 von 49 möglichen Punkte noch zu erhöhen.

    Nach Rücksprache mit einem Busunternehmer sollen auch die Bushaltestellen verändert werden. Die Einfahrt zur Siedlung soll so gestaltet werden, dass eine Wendemöglichkeit für Busse entsteht.

    Andrea Czech erinnerte an die ursprünglich schlankere Planung mit einem Gehweg nur auf einer Straßenseite und weniger Grünflächen. Dazu betonte Stieber, dass der zweite Gehweg für die Bushaltestelle auf beiden Straßenseiten wichtig sei und man zudem mit der schlankeren Planung bei Eler von vorneherein durchfallen würde.

    Nach der Würzburger Straße ist die Hauptstraße an der Reihe

    Mit neun gegen drei Stimmen beschloss der Gemeinderat, sich mit der Würzburger Straße um eine Aufnahme ins Eler-Förderprogramm zu bewerben. Die Fördersumme soll dabei ausgeschöpft werden. Falls man aufgenommen würde, könnte es im November losgehen.

    Aufregung hatte es kurzzeitig noch um den Beschlussvorschlag gegeben, da darin auch bei zwei weiteren Punkten um die Neugestaltung der Hauptstraße und den Platz zwischen Sportheim und Feuerwehrhaus ging, für die das Amt für ländliche Entwicklung im Falle einer Eler-Förderung der Würzburger Straße Zuschüsse in Höhe von 54 Prozent der Bruttobaukosten in Aussicht gestellt hatte.

    Renate Zirndt sah darin, dass der abgelehnte Mehrgenerationenplatz nun über die „kalte Küche der Dorferneuerung“ doch noch kommen soll. Letztlich wurden die beiden Punkte aus dem Beschlussvorschlag über das weitere Vorgehen herausgenommen. Bürgermeister Hoh hatte zuvor ausdrücklich betont, dass nach der Würzburger Straße erst die Hauptstraße an der Reihe sei. Dann könne man sich über einen Spielplatz oder auch über die Johanniterstraße unterhalten.

    Petition der Jugend

    Hoh verlas in diesem Zusammenhang eine Petition mit dem Motto „Schöner Leben in Biebelried“ der Jugend für den Mehrgenerationenplatz. Dazu hatte die Jugend 190 Unterschriften in Biebelried pro Mehrgenerationenplatz gesammelt.

    Das der Platz, wie er sich jetzt präsentiere, so nicht bleiben könne, habe man beim Kulturwegfest gemerkt, betonte Hoh, der gerne eine Arbeitsgruppe dafür ins Leben rufen möchte. Andrea Czech hingegen betonte, dass dies Sache des gesamten Gemeinderats sei. Manfred Kleinschrodt schlug vor, das Areal erst einmal zu begrünen, Barbara Mechler bat alle, sich über die Ferien bis zur nächsten Sitzung im September Gedanken über eine Gestaltung zu machen.

    „Es gebietet der Anstand, der Jugend zu antworten“, sagte Guido Böhm. Wir dürften der Jugend nicht das Gefühl geben, dass der Gemeinderat einfach über ihre Petition hinwegfege. „Wir werden uns darüber Gedanken machen“, betonte er. Bürgermeister Hoh wird dies der Jugend mitteilen.

    Kritik an „der Jugend“ übte in der Bürgerfragerunde Alwin Wirsching. „Der Anstand gebietet es auch, dass die Jugend unterschreibt“, machte er seiner Verärgerung Luft, da die Jugend in ihrer Petition keinen Ansprechpartner auf die verteilten Zettel geschrieben hatte.

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