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    Seinsheim

    Ruth Albrecht will in Seinsheim eigene Spuren hinterlassen

    Die günstigen Bauplätze haben Ruth Albrecht einst nach Seinsheim gebracht. Nun möchte die 49-Jährige dort Bürgermeisterin werden. Dann darf im Rathaus geschwäbelt werden.
    Von einer Anhöhe über Iffigheim hat Ruth Albrecht einen weiten Blick über das Gemeindegebiet.
    Von einer Anhöhe über Iffigheim hat Ruth Albrecht einen weiten Blick über das Gemeindegebiet. Foto: Gerhard Krämer

    Es schwäbelt im Seinsheimer Gemeinderat. Ruth Albrecht versteckt ihren Dialekt nicht, wenn sie sich zu Wort meldet. Muss sie auch nicht, denn sie wird verstanden. Ihr Motto "Nicht nur meckern und motzen, man muss auch etwas tun" brachte sie 2014 auf Anhieb mit einem guten Stimmenergebnis in den Gemeinderat. Jetzt bewirbt sie sich bei der Kommunalwahl am 15. März als einzige Kandidatin um das Bürgermeisteramt, da der langjährige Amtsinhaber Heinz Dorsch nicht mehr kandidiert.

    Ruth Albrecht, Seinsheim
    Ruth Albrecht, Seinsheim Foto: Gerhard Krämer

    Sie fühlt sich wohl in Seinsheim, ist dort angekommen. Die günstigen Bauplätze hätten sie damals nach Seinsheim gebracht, 2004 sei dann gebaut worden. "Ich habe es nie bereut", bekennt sie. Mit Mathias Gruber, mit dem sie seit 20 Jahren eine Lebensgemeinschaft hat, wohnt sie seit 15 Jahren in der Blumenstraße. "Derzeit noch unverheiratet", beschreibt sie ihren Familienstand mit einem Schmunzeln im Gesicht.  

    Im Fasching bei den Galgenvögeln engagiert

    Sie habe sich in Seinsheim gleich akzeptiert gefühlt. Mit dazu beigetragen hat natürlich, dass beide sich nicht verschlossen, sondern Veranstaltungen besucht und sich engagiert haben. Natürlich auch im Fasching bei den Galgenvögeln.

    Ja, Heinz Dorsch hinterlässt große Spuren. Das ist ihr bewusst. "Ich will eigene hinterlassen, meinen eigenen Weg finden", betont sie. Und die 49-Jährige weiß: "Ich muss noch vieles lernen." Was sie aber schon in ihrer Zeit als Gemeinderätin gelernt hat, ist, dass man es nicht jedem Recht machen kann. Das will Ruth Albrecht auch gar nicht. "Es geht nicht um mich, sondern um das Ganze", hebt sie klar hervor. Allein gehe das nicht, aber zusammen. Damit meint sie sowohl die Mitglieder des Gemeinderats, aber auch jeden einzelnen Bürger in der Dorfgemeinschaft. Man dürfe nicht nur fordern, sondern müsse mit anpacken. "Es geht um unser aller Belange." Ruth Albrecht will die Dinge offen angehen, aber auch nicht alles selber machen.

    "Auch unsere Senioren haben eine Zukunft verdient in ihrer Heimat."
    Bürgermeisterkandidatin Ruth Albrecht

    Nach der 30-jährigen Amtszeit von Heinz Dorsch wird es einen Einschnitt geben. "Es wird weitergehen, aber eben anders." Begonnene Projekte werde sie weiterführen beziehungsweise zu Ende bringen. Insbesondere die interkommunale Zusammenarbeit faszinierte sie von Anfang an "Da musst du dranbleiben", ist sie überzeugt, denn solche Projekte gehen über eine Amtsperiode hinaus.

    Vieles, was ihr vom "Gemeindediener" im Fasching an Wünschen mitgegeben wurde, steht eh auf der Agenda – wie Jugendraum oder Bäckergasse. In der nächsten Amtsperiode wird es aber vermehrt um die Ortskerne, um die Leerstände gehen.

    Der Kindergarten wird zudem Thema sein. Aber: "Auch unsere Senioren haben eine Zukunft verdient in ihrer Heimat."  Ruth Albrecht macht sich schon Gedanken über die Möglichkeit einer Tagespflege.

    Was wird aus dem ehemaligen Amtshaus?

    Gedanken macht sie sich auch über das ehemalige Amtshaus. Eine Studie von Studenten liegt vor. Mit welchem Leben das Gebäude an zentraler Stelle im Ort gefüllt werden wird, steht noch nicht fest. "Wir sind dran zu filtern, unsere Möglichkeiten zu finden und das Beste daraus zu machen."

    In ihrem Beruf ist Ruth Albrecht viel unterwegs. Ihr Gebiet als Bezirksmanagerin IT bei Volkswagen reicht von Rothenburg ob der Tauber bis zum Bodensee. Das Bürgermeisteramt sei mit ihrem Beruf kompatibel, das habe sie mit ihrem Chef alles abgeklärt, erzählt sie.  

    Ihre Freizeit verbringt die 49-Jährige gerne im Garten und mit dessen Gestaltung. Nicht zuletzt war sie deswegen auch die "Deko-Queen" bei den Galgenvögeln. Aber sie zieht es neben Kurztrips innerhalb Deutschlands und Österreichs auch in die Ferne. Asien, Südamerika oder Mexiko – fremde Kulturen sind so etwas wie ihr Steckenpferd.

    Ruth Albrecht
    Geburtsdatum: 25. Mai 1970
    Partei: CSU
    Wohnort: Seinsheim
    Beruf: Bezirksmanagerin IT
    Ehrenämter: Gemeinderätin, Helferin bei Vereinsveranstaltungen, früher im Ausschuss bei den Galgenvögeln
    Familie: derzeit noch unverheiratet
    Hobbys: Garten, Reisen

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