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    Rödelsee

    Sänger- und Musikantentreffen auf dem Schwanberg

    Beim 22. Fränkischen Sänger- und Musikantentreffen am Sonntagabend im Hof des Schwanbergschlosses sorgte auch der Wiesenbronner Dreiklang für beste Stimmung. Barbara Ackermann, Antja Polat, Sandra Schmalz, Annette Schmidt und Kathrin Stenger präsentierten fränkische Weisen und Volkslieder Foto: Winfried Worschech

    Es passte am Sonntagabend wieder einmal alles zusammen beim 22. Sänger- und Musikantentreffen im Hof des Schwanbergschlosses. Ein warmer Sommerabend, Lieder und Musik aus heimischen Gefilden und der Begleittext durch Reinhard Hüßner, der diesmal den Rotwein in Franken zum Thema erkoren hatte. Kein Wunder, dass der Innenhof voll besetzt war und die Sänger und Musikanten viel Beifall für ihre Vorträge ernteten.

    Nach dem Auftakt durch die Kärwemusikanten aus Wiesenbronn, die den "Landsturmmarsch" präsentierten, hieß auch Priorin Ursula Buske als Hausherrin Sänger und Musikanten und das Publikum mit den Worten willkommen: "Schön, dass Sie zum Sturm auf den Schwanberg angesetzt haben und somit die Bandbreite fränkischer Volkslieder erleben können, die auch ein Spiegelbild des Zusammenlebens früherer Jahrhunderte aufzeigen". Dass das Treffen auf dem Schwanberg nichts an Attraktivität eingebüßt hat, freute auch den stellvertretenden Landrat Paul Streng. Zum Thema des Abends sagte er, dass 1980 nur 1,4 Prozent der Rebfläche in Franken mit Rotweinsorten bestockt waren, "während es inzwischen rund 20 Prozent sind". Mit launigen Worten erinnerte er daran, dass nicht nur der Rotwein eine kräftige Steigerung erfuhr, "sondern auch die Roten, und damit meine ich die SPD, eine Zeitlang zulegten und sogar den Bundeskanzler stellten".

    Gäste sangen begeistert mit

    Die Kärwemusikanten hatten an diesem Abend so etwas wie eine Premiere, da sie zum ersten Mal nur fränkische Weisen aufspielten, während sie sonst mit gemischten Programm für Unterhaltung sorgen. Die Gruppen aus Wiesenbronn hatten diesmal Vorrang, da bis auf die Bad Windsheimer Sänger und Spielleut alle Akteure von der Rotweininsel am Steigerwald kamen. "Seid willkommen Schwestern und Brüder" sang der Wiesenbronner Dreiklang, fünf Damen, die nicht nur mit fränkischen Weisen, wie das "Kanapee", sondern auch mit Volksliedern  – "Drei schöne Dinge fein" – in harmonisch bester Abstimmung das Publikum erfreute.

    Rüdiger Schmalz glänzte als Solist mit dem Akkordeon und zusammen mit seinem Vater Roland und Sohn Simon mit dem lustigen Lied "Ich brauch keen Apotheker und keen Dokter nit, solangs in Franken Wengert gibt" und dem bekannten "Starlalied" des Großlangheimer Heimatdichters Hannes Grebner. Verschiedenste Lieder aus Sammlungen fränkischen Liedguts präsentierten die Musikanten aus Bad Windsheim, die nicht nur den reichen Liederschatz heimischer Musik zum Klingen brachten, sondern auch teilweise mit alten Instrumenten aufspielten. Bei den Liedern "Geh aus mein Herz und suche Freud" und "Kein schöner Land" sang auch das Publikum begeistert mit.

    Die Roten in Franken

    Auf das Mittelalter zurück, als es in den Weinbergen gemischte Rebsorten gab, ging Hüßner bei seinem Blick auf die Entwicklung des Rotweins in Franken. So etwas wie der Startpunkt für den Roten war im 15. Jahrhundert die Möglichkeit, mittels Schwefel den Wein haltbar zu machen und damit auch die Grundlage für sortenreinen Weinbau zu schaffen "und das erste Weingesetz wurde 1482 in Kitzingen erlassen". Die erste Nennung eines Rotweins erfolgte 1437 in Amorbach "und 1458 erhielt das Kitzinger Kloster einige Eimer Rotwein".

    Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurden auch Sortennamen differenzierter und der erste Nachweis einer Rotweinsorte , "eine Art Spätburgunder", in unserer Gegend erfolgte 1587 in Castell. Als Pioniere verbesserten fränkischen Weinbaus gelten Johann Christian Fischer, der 1782 einen Klassiker zum Frankenwein schrieb und vor Masseertrag warnte, und Sebastian Englert aus Randersacker, der eine Rebschule gründete, verschiedene Sorten anbaute "und den Silvaner hoffähig machte". 1836 wurde der fränkische Weinbauverein gegründet, "der Qualität in den Vordergrund stellte und den Rotweinanbau förderte".

    1906 gab es in Franken Rotweinanbau auf einer Fläche von 98 Hektar bei einer Gesamtrebfläche von rund 6000 Hektar. Im Zuge von Bereinigungen  von Rebflächen wurden 1956 in Castell zwei Hektar mit Rotweinsorten angelegt und 1968 in Wiesenbronn sechs Hektar, "was den Ruf als Rotweininsel begründete".

    So wird fränkisches Liedgut weiter gegeben. Beim Sänger- und Musikantentreffen am Sonntagabend im Hof des Schwanbergschlosses sangen Großvater Roland, Enkel Simon und Vater Rüdiger Schmalz Lieder aus unseren Gefilden Foto: Winfried Worschech

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