• aktualisiert:

    Volkach

    Salamitaktik hinter Bauantrag für Ferienwohnungen befürchtet

    Das frühere Wirtschaftsgebäude des Weinguts Erhard in Volkach wird abgerissen. Dort entstehen Ferienwohnungen für Römmerts Weinwelt. Doch wozu braucht's die Dachgauben?
    Neben dem Restaurant Schoppenhäusle in der Volkacher Weinstraße soll ein großes Gebäude mit Stellplätzen und Ferienwohnungen entstehen. Dafür wird das frühere Wirtschaftsgebäude des Weinguts Erhard (rechts) abgerissen. Das Weingut gehört seit 2018 zu Römmerts Weinwelt, zu der auch das Sonnenhotel Weingut Römmert zählt.
    Neben dem Restaurant Schoppenhäusle in der Volkacher Weinstraße soll ein großes Gebäude mit Stellplätzen und Ferienwohnungen entstehen. Dafür wird das frühere Wirtschaftsgebäude des Weinguts Erhard (rechts) abgerissen. Das Weingut gehört seit 2018 zu Römmerts Weinwelt, zu der auch das Sonnenhotel Weingut Römmert zählt. Foto: Hanns Strecker

    Ein großes Bauprojekt am Rande der Altstadt hat der Volkacher Ferienausschuss genehmigt, allerdings mit Einschränkungen. Das Wirtschaftsgebäude des Weinguts Erhard soll abgerissen werden, da es nicht mehr benötigt wird. Denn das Weingut gehört, ebenso wie das direkt angrenzende Restaurant Schoppenhäusle, seit Juli 2018 zu Römmerts Weinwelt. Dazu zählen auch das Sonnenhotel nebst gleichnamigem Weingut Römmert. Dahinter steht die Römmert Wein- und Ferienland GmbH, die als Teil der Pelaba-Investmentgruppe das Hotel errichtet hat.

    Das frühere Wirtschaftsgebäude des Weinguts Erhard (im Bild) wird abgerissen. An dessen Stelle entsteht ein großes Gebäude mit Stellplätzen und Ferienwohnungen.
    Das frühere Wirtschaftsgebäude des Weinguts Erhard (im Bild) wird abgerissen. An dessen Stelle entsteht ein großes Gebäude mit Stellplätzen und Ferienwohnungen. Foto: Hanns Strecker

    Und genau diese GmbH baut nun ein neues Gebäude mit sechs Ferienwohnungen an der Ecke der Weinstraße/In den Gräben. Im Erdgeschoss sollen die dafür notwendigen 14 Stellplätze in einer ebenerdigen Garage untergebracht werden, plus eine der Wohnungen. Die anderen fünf verteilen sich auf ersten und zweiten Stock. So weit, so klar und an dieser Stelle in der Altststadt auch machbar. Bürgermeister Peter Kornell (FWG) nannte das Vorhaben eine "signifikante Nachverdichtung".

    Wozu Gauben planen für einen Speicher?

    Als problematisch sahen allerdings mehrere Stadträte an, dass in dem Satteldach mehrere Gauben geplant waren, im nicht ausgebauten Bereich. Dagegen hatten sich auch die Nachbarn geäußert, die der Sitzung als Zuhörer lauschten. Am deutlichsten sprach es Jochen Flammersberger (Bürgerliste) aus: "Die Salamitaktik ist vorgezeichnet." Wie sein Kollege Alfred Weißenseel (FWG) befürchtete er, dass im Nachhinein im Dach weitere drei Ferienwohnungen entstehen sollen. Denn wozu plane man sonst Gauben für diesen Bereich? Wozu einen Speicher mit teuren Gauben belichten?

    Dieser Argumentation folgte der Ferienausschuss und entschied auf Antrag Flammersbergers mehrheitlich, die geplanten Gauben komplett zu streichen. Das Dach soll somit nur von der Giebelseite her belichtetet werden. Eine andere Abweichung der Gestaltungssatzung der Altstadt bleibt hingegen erlaubt: Dachterrassen auf der Nordseite dürfen gebaut werden, das hatte auch der der städtebauliche Berater Dag Schröder empfohlen. Dies sei zur "Verbesserung der Wohnqualität" im hinterliegenden Bereich in der Altstadt schon häufiger genehmigt worden.

    Zwei Mal wöchentlich bequem per E-Mail:
    Abonnieren Sie jetzt den kompakten Kitzingen-Newsletter!

    Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!