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    Kitzingen

    Schwarzfahrer mit ausgesuchter Hartnäckigkeit

    Aus dem Gericht: Bei einer Schleierfahndung griff die Polizei auf der A 3 bei Kleinlangheim einen notorischen Schwarzfahrer mit 13 Vorstrafen auf.
    Ein ganz besonders hartnäckiger Schwarzfahrer musste sich jetzt am Kitzinger Amtsgericht verantworten.
    Ein ganz besonders hartnäckiger Schwarzfahrer musste sich jetzt am Kitzinger Amtsgericht verantworten. Foto: Andreas Brachs

    Der 41-jährige Rumäne führt ein eher unstetes Leben. In jungen Jahren verschlug es ihn nach Irland, wo er auch den Führerschein machte. Dieser verlor jedoch vor ein paar Jahren seine Gültigkeit. Seit 2014 ist der Mann nunmehr in Deutschland und fährt seither munter schwarz. Von seinen 13 Einträgen im Strafregister taucht gleich fünfmal "Fahren ohne" auf. Seit 2015 häufen sich die Verurteilungen, Geldstrafe reiht sich an Geldstrafe. Um die 12 000 Euro kamen mit der Zeit für den Mann zusammen, der als Aufstocker auch von einem guten Teil Sozialhilfe lebt.

    Im Südenregister des Mannes ging es zuletzt so turbulent zu, dass selbst die erfahrene Kitzinger Strafrichterin und Amtsgerichtsdirektorin, Helga Müller, genau hinschauen musste, um den Überblick zu behalten. Fest steht: In Kitzingen wird nunmehr ein schon älterer Fall aus dem Dezember 2017 verhandelt. Damals griffen Schleierfahnder der Polizei den Mann bei Kleinlangheim auf und kämpften sich ebenfalls durch die dubiose Führerschein-Geschichte des 41-Jährigen.

    Vier Monate Haft

    In der Folgezeit ging es im Ruhrgebiet, wo der Mann derzeit lebt, immerzu weiter mit dem seltsamen Spiel: Fahren, erwischt und verurteilt werden, weiter fahren. Zu den vielen Geldstrafen gesellten sich schließlich auch Bewährungsstrafen. Und weil er eine der Geldstrafen nicht zahlte, saß er im Sommer 2019 schließlich für vier Monate in Haft.

    Die Urteile im Umfeld dieser Haftstrafe müssten jetzt eigentlich mit in das Kitzinger Urteil einfließen – allein das Chaos im Vorstrafenregister ist zu groß, teilweise kommen die Behörden mit dem Nachtrag gar nicht mehr hinterher. Weil letztlich auch nicht alle Unterlagen vorliegen, beschränkt man sich in Kitzingen alleine auf die Schwarzfahrt von Ende 2017: Dafür wird eine viermonatige Haftstrafe verhängt, ausgesetzt zu drei Jahren Bewährung. Außerdem setzt es eine Sperrfrist der Fahrerlaubnis von zwei Jahren.

    "Unbeeindruckt von Vorstrafen"

    Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft über die ausgesuchte Hartnäckigkeit des Schwarzfahrers den Kopf geschüttelt und darauf hingewiesen, wie "unbeeindruckt von den Vorstrafen" der Angeklagte doch sei. Auch habe man es mit einer derart "hohen Rückfallgeschwindigkeit" eher selten zu tun. Die Forderung lautete deshalb: keine Bewährung mehr, sieben Monate Gefängnis.

    Das Gericht entschied sich, wohl auch mit Blick auf die doch schon länger zurückliegende Schwarzfahrt, für Bewährung. Von großer Hoffnung auf Besserung getragen war das Ganze allerdings nicht, die beschränkte sich dann doch eher auf einen Wunsch: "Hauptsache, Sie kommen nicht wieder!"

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