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    Kitzingen

    „Seltene Dreistigkeit“ endet mit Haft

    Aus dem Gericht: Nur Stunden nach der Verurteilung wird Einmietbetrüger wieder aktiv – Keine Chance auf nochmalige Bewährung
    Ein Einmietbetrüger bekam jetzt am Kitzinger Amtsgericht die Härte des Gesetzes zu spüren. Foto: Oliver Berg

    Am Vormittag ist ein 32-Jähriger vom Amtsgericht in Bad Kissingen zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden – wegen Betrugs. Ein paar Stunden danach hat er sich in ein Kitzinger Hotel eingemietet, obwohl er wusste, dass er nicht zahlen kann und das Ganze wenige Tage später in einem anderen Hotel wiederholt. Die Kosten von über 1000 Euro zahlte er nicht. Dafür präsentierte ihm jetzt das Amtsgericht die Rechnung: Zweimal Betrug, macht acht Monate Freiheitsstrafe. Keine Bewährung.

    "Die Taten sind von einer seltenen Dreistigkeit geprägt", sagte der Staatsanwalt und sprach damit die Einträge wegen Betrugs im Bundeszentralregister ebenso an wie die offene Bewährung und die enorme Rückfallgeschwindigkeit. "Die Frage der Bewährung stellt sich in keiner Sekunde", sagte er.

    Tränenreicher Appell

    Der Rechtsanwalt hatte versucht, den Mann vor dem Gang in die Haft zu verschonen. Sein Hinweis, dass sich seit den Taten im November 2018 viel zum Positiven verändert haben, dass der Mann sich selbst eine Betreuerin gesucht habe, dass er einen Arbeitsplatz und eine feste Freundin habe, reichten am Ende allerdings nicht. Das gilt auch für den tränenreiche Appell des Angeklagten: "Ich werde alles verlieren." "Es geht nicht, es geht einfach nicht", sagte die Richterin, zu einer nochmaligen Bewährung, nachdem sie die acht Monate Haft verkündet hatte.

    Damit muss der Mann hinter Gitter, wenn er nicht Berufung einlegt. Und davor geht das Gericht aus. "Ich rechne mit beiderseitigen Rechtsmitteln", sagte die Richterin und meinte damit den Staatsanwalt, der ein Jahr und zwei Monate gefordert und die Verteidigung, die auf Bewährung plädiert hatte.

    Rechnung blieb offen

    Damit wird sich vermutlich das Landgericht Würzburg mit den beiden Betrugsfällen befassen müssen. Der Sachverhalt steht nach dem umfassenden Geständnis des 32-Jähren fest. Der mehrfach einschlägig vorbestrafte Mann hatte sich, nachdem er in Bad Kissingen wegen Betrugs verurteilt worden war, wenige Stunden später für einige Tage in eine Kitzinger Hotel eingemietet. Zwei Tage später ist er verschwunden. Die Rechnung in Höhe von rund 650 Euro blieb offen. Der Betrüger mietete sich ein paar Straßen weiter in ein anderes Hotel ein. Wieder verschwand er, ohne zu zahlen. Diesmal ließ er einen Schaden in Höhe von rund 380 Euro zurück.

    In Kitzingen gab es dafür acht Monate ohne Bewährung und die Auflage, den Schaden zurückzuzahlen. In der nächsten Instanz wird es vor allem um die Frage der Bewährung gehen.

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