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    Sickershausen

    Sickershäuser Theatergruppe mit Kulturpreis gewürdigt

    "Heute geht es bei der Kulturpreisverleihung vor allem um Theaterspiel. Unser historischer Sitzungssaal, in dem mehr als 400 Jahre die Sitzungen des Stadtrats stattgefunden haben, scheint mit dafür ein vortrefflich geeigneter Ort zu sein", meinte der schmunzelnde Bürgermeister Klaus Heisel in seiner Begrüßung zur Kulturpreisverleihung. Auf Vorschlag von Kulturreferentin Brigitte Endres-Paul bekam die Auszeichnung heuer die Theatergruppe Sickershausen.

    Als Laudator hatten sich die Theatergruppe ihren Edelfan Walter Vierether gewünscht. Heuer feiert die Theatergruppe ihr 40. Bühnenjubiläum. Die Wurzeln lagen vor 40 Jahren in der Frauenfußballmannschaft des SV Sickershausen und einer kleinen Gruppe mit Gudrun Sagol, Karin Oechsner, Marietta Kallfaß, Rosi Rössner und Gaby Bittner sowie Walter Gust und dem ersten Abteilungsleiter Helmut Dürr. Anfangs räumte die Familie Dürr ihre Esszimmermöbel vor Weihnachten aus, damit eine Bühnenausstattung da war. 1980 führten die Kulturpreisträger schon den ersten Dreiakter auf und überzeugten damit ihren damaligen Regisseur Erwin Burger (1979 bis 1985) und ab 1982 weitete die Theatergruppe ihre Auftritte auf drei aus und seit einigen Jahren spielen sie jetzt an drei Wochenenden. Im Jahr 1993 schaffte die Riege in der Amtszeit von Abteilungsleiter Harald Steinberger (1992 bis 2005) mit 1400 Zuschauern ihren Besucherrekord. Heute begeistern die Laienschauspieler jährlich rund 1000 Zuschauer. Oliver Rauber übernahm die Abteilungsleitung im Jahr 2005 und gab die Verantwortung im Jahr 2014 an Udo Müller weiter.

    "Besonders gefallen mir immer die Spitzen und Sprüche auf manchen Zeitgenossen oder die Kollegen aus Mainbernheim", sagte Walter Vierrether. Er erinnere sich gerne an Stücke wie "Das sündige Dorf", "Adel verpflichtet", "Heirat auf Befehl" oder heuer "Wellness beim Ochsenwirt". Der Laudator schwärmte über die Gestik und Mimik von Margret Straßberger oder Marietta Kallfaß, "die sind einfach genial". Wichtig sei, dass die Gruppe immer wieder Nachwuchsschauspieler findet und sich die Riege inzwischen auf 40 Laiendarsteller vergrößert hat. Dazu ist seit Jahren auf die "Einflüsterin" Sylvia Borawski Verlass, hinter der Bühne arbeitet Christin Albert, die Regie hat Gabi Dappert und Marietta Kallfaß ist ihre Assistentin und das Bühnenbild fertigen Rainer Dappert, Walter Gust und Peter Reuther. "Ich kenne Mona Freiberg und Bernd Helfrich vom Chiemgauer Volksteher gut, ich glaube, die würden bestimmt euer Ensemble komplett engagieren", sagte Walter Vierrether. Die Gruppe zeichnet sich durch ihren großen Teamgeist aus, was Skiausflüge und Städtereisen sowie alljährlich ein Grillfest und eine Weihnachtsfeier und obendrauf ein monatlicher Theaterstammtisch belegen.

    Abteilungsleiter Udo Müller durfte den Kulturpreis für die Theatergruppe entgegennehmen und sah die Auszeichnung als große Ehre an. Er dankte Brigitte Endres-Paul und ihrer SPD-Fraktion für ihren Vorschlag und dem Stadtrat für die Zustimmung. Udo Müller gab sich stolz auf das 40. Bühnenjubiläum der Theatergruppe und wünschte sich: "dass es noch weitere 40 Jahre so weitergehen soll". 

    Der Preis ist mit 1000 Euro dotiert und beinhaltet zudem das Recht, eine Veranstaltung wahlweise in der Alten Synagoge, dem historischen Sitzungssaal oder der Rathaushalle durchführen zu dürfen. Ob es dazu komme, bliebe abzuwarten, hätten die Sickershäuser mit ihrer Sickerhalle doch einen Veranstaltungsort, in dem sie jährlich rund 1000 begeisterte Besucher locken. Derzeit stehen die Sickershäuser wieder auf der Bühne und haben noch Auftritte am 1. und 2. Dezember. Restkarten gibt es beim Finanzkontor Rauber unter der Tel.: (0 93 21)  3 85 10 0.

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