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    Kitzingen

    Spannende Kommunalwahl: Wo Frau und Mann um Stimmen streiten

    Endspurt für den 15. März: In einigen Gemeinden dürfte schon entschieden sein, ob Verwandte gemeinsam im Gremium sitzen, denn die Briefwahl bleibt im Landkreis begehrt.
    Qual der Wahl: Den riesigen Stimmzettel des Kitzinger Kreistags füllen viele Wähler gerne in Ruhe zuhause aus und entscheiden sich auch deshalb für die Briefwahl. Deren Quote ist stark angestiegen.
    Qual der Wahl: Den riesigen Stimmzettel des Kitzinger Kreistags füllen viele Wähler gerne in Ruhe zuhause aus und entscheiden sich auch deshalb für die Briefwahl. Deren Quote ist stark angestiegen. Foto: Barbara Herrmann

    Die Sommeracher machen ihrem Ruf alle Ehre: Donnerstagnachmittag war die Gemeinde kurz davor, die Quote von 60 Prozent Briefwahlbeteiligung zu knacken. Die Winzergemeinde hatte sogar bei der traditionell mäßig beliebten Europawahl 2019 insgesamt eine Wahlbeteiligung von 78 Prozent – und damit die Nase vorn im Landkreis. Ob das den Sommerachern auch bei der Kommunalwahl am Sonntag wieder gelingt?

    Angesichts der hohen Nachfrage nach Briefwahlunterlagen, die man noch bis Freitag um 15 Uhr beantragen kann, könnte ihnen ein anderer Ort diese Spitzenposition aber streitig machen. Großlangheim stand Donnerstagnachmittag bei 54,9 Prozent, dicht gefolgt von Biebelried (54,7) und Nordheim (54,6). Das Coronavirus und der riesige Stimmzettel für die Kreistagswahl dürften ihren Teil zu diesem Trend beitragen, doch zudem haben die knapp 70 000 Wahlberechtigten im Landkreis Kitzingen vielerorts eine spannende Auswahl.

    62 Kandidaten bewerben sich im Landkreis in 31 Orten um die Stelle als Gemeindeoberhaupt. In acht Gemeinden hat der Amtsinhaber einen Gegenkandidaten. Das ist in Albertshofen, Biebelried – dort sind es sogar zwei – Buchbrunn, Mainstockheim, Nordheim, Prichsenstadt und Wiesentheid der Fall.

    Bekommt Herbert Volkamer familiäre Unterstützung?

    Was sich nach der Auszählung zeigen wird: Wie viele Verwandte sich gemeinsam in den Gremien tummeln. So stehen zum Beispiel in Iphofen auf der Liste der SPD Jürgen Kößler, seine Frau Angela Kößler und seine Schwiegermutter zur Wahl. In Martinsheim will Rainer Ott Bürgermeister bleiben, seine Söhne kandidieren auf der Unterickelsheimer Freie-Wähler-Liste. Spannend könnte es in Markt Einersheim werden. Während Karin Gamm bei der Unabhängigen Wählerschaft (UW) kandidiert, steht ihr Mann bei der CSU auf der Liste. Eventuell bekommt Herbert Volkamer, Amtsinhaber und einziger Bürgermeisterkandidat, Unterstützung aus der Familie. Schwiegertochter Julia Volkamer steht auf dem letzten Platz der UW-Liste.

    Interessante Familienverhältnisse könnte es auch im Kitzinger Rathaus geben. Siegfried Müller zieht sich zwar als Oberbürgermeister zurück, will aber wieder für die Unabhängige soziale Wählergruppe (UsW) in den Stadtrat, ebenso wie sein Sohn Manuel. Andrea Schmidt (Grüne) würde ihrem Schwager gerne als OB nachfolgen, auf jeden Fall will sie aber wieder in den Stadtrat. Diskussionen bei Familientreffen könnte es auch in Sommerach geben. Zweite Bürgermeisterin Maria Sauer will wieder für die Freie Wählergemeinschaft in den Gemeinderat einziehen. Ihr Sohn Michael will auch ins Gemeindegremium – allerdings für die Grünen, die sich kurz vor der Wahl in Sommerach gegründet haben.

    Tochter der Landrätin kandidiert für Stadtrat und Kreistag

    Weniger Diskussion um politische Inhalte wird es im Hause Bischof in Dettelbach geben. Tamara Bischof möchte zum vierten Mal für die Freien Wähler ins Landratsamt einziehen, Tochter Sabrina möchte zum ersten Mal in den Dettelbacher Stadtrat gewählt werden und hat sich für die Freien Wähler für den Kreistag aufstellen lassen. Politisch einer Meinung sind auch die Hannwebers (CSU). Marcel Hannweber will mindestens wieder in den Dettelbacher Stadtrat, am liebsten aber neuer Bürgermeister werden. Seine Frau Sandra möchte ihr Stadtratsmandat verteidigen.

    Am Sonntag werden die Wahllokale um 18 Uhr schließen. Danach hält Sie unser Wahl-Liveticker auf dem Laufenden. 

    Briefwahl-Beteiligung im Landkreis
    So hoch war der Anteil an Briefwählern Donnerstagnachmittag bei den Verwaltungsgemeinschaften und größten Städten im Landkreis:
    Städte: Dettelbach 52,9 Prozent, Kitzingen 35,4.
    VG Großlangheim: Großlangheim 54,9 Prozent, Kleinlangheim 38,8, Wiesenbronn 38.
    VG Iphofen: Iphofen 47 Prozent, Markt Einersheim 36, Rödelsee 46, Willanzheim 42.
    VG Kitzingen: Albertshofen 45 Prozent, Biebelried 54,7, Buchbrunn 44,6, Mainstockheim 40,1, Sulzfeld 53,3.
    VG Marktbreit: Marktbreit 40,3 Prozent, Marktsteft 51, Martinsheim 35,1, Obernbreit 44,1, Segnitz 43,4, Seinsheim 32.
    VG Volkach: Nordheim 54,6 Prozent, Sommerach 59,5, Volkach 53,7.
    VG Wiesentheid: Abtswind 29,5 Prozent, Castell 43,5, Wiesentheid 43,3, Rüdenhausen 34,8.
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