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    Kitzingen

    Stadtratsbeschluss: Kitzingen erhält einen Klimaschutz-Manager

    Die Stadt Kitzingen macht beim Klimaschutz ernst: Auf Betreiben der ÖPD wird eine eigene Stelle geschaffen, die zudem jede Menge Fördergelder einbringt.
    Nicht zuletzt die Fridays for Future-Bewegung hat den Klimaschutz in den Mittelpunkt gerückt und fordert von der Politik Maßnahmen. Die reagiert jetzt: In Kitzingen gibt es demnächst einen eigenen Klimaschutzmanager.
    Nicht zuletzt die Fridays for Future-Bewegung hat den Klimaschutz in den Mittelpunkt gerückt und fordert von der Politik Maßnahmen. Die reagiert jetzt: In Kitzingen gibt es demnächst einen eigenen Klimaschutzmanager. Foto: Christoph Kölle

    Die Haushaltsberatungen der Stadt Kitzingen endeten mit einer Überraschung: Die Stadt wird einen Klimaschutz-Manager bekommen. Damit senden die Räte ein klares Signal: Das selbst gegebene Motto "Grüne Stadt im Fluss" wird mit Leben ausgefüllt. Beim Thema Klimaschutz soll ernst gemacht werden, so die klare Botschaft.

    Die Idee geisterte Jens Pauluhn von der ÖDP-Stadtratsgruppe schon länger durch den Kopf. Wenn man es mit dem Klimaschutz ernst meint, müsste es auch jemanden geben, der sich genau um dieses Thema kümmert – und zwar ausschließlich. Dann forschte der Stadtrat ein wenig im Internet nach und erkante einen eindeutigen Trend: Es gibt immer mehr Beauftragte für den Klimaschutz. Zwölf bayerische Städte leisten sich inzwischen eine solche Stelle, fand Pauluhn heraus.

    Und noch etwas entdeckte er während seiner Recherchen: In diesem Bereich gibt es jede Menge Fördergelder. Vom Bund und von den Ländern werden erhebliche Fördermittel für den kommunalen Klimaschutz zur Verfügung gestellt. In den vergangenen fünf Jahren, so fand Pauluhn heraus, standen um die sieben Milliarden Euro an Fördergeldern bereit – davon abgerufen wurden jedoch nur 2,3 Milliarden Euro.

    Abstimmung mit 16:9

    Der Kitzinger Stadtrat sprach sich am Ende mit 16:9 dafür aus, eine zunächst auf drei Jahre befristete Stelle auszuschreiben. Im Mittelpunkt der Diskussion stand zwischenzeitlich auch die Frage, ob sich Ideen für mehr Klimaschutz nicht auch von externer Seite einkaufen ließen, wie etwa Andrea Schmidt von den Grünen vorschlug. Uwe Hartmann (Bayernpartei) wies darauf hin, dass man unbedingt eine Fachkraft brauche, da das Thema viel zu umfangreich sei und die eigene Kompetenz der Verwaltung hier gar nicht ausreichen könne.

    Klaus Christof (KIK) betonte, dass man bei diesem Thema gerade zeitlich sehr unter Druck stehe: "Wir müssen es jetzt machen, später wird es viel teurer." Stephan Küntzer (CSU) hob hervor, dass es beim Klimaschutz um klare Strukturen und auch um die besten Ideen gehe. Letztlich aber gab ein Punkt den Ausschlag für die neue Stelle: Zum einen ist die Förderung der Stelle selbst mit bis zu 70 Prozent beträchtlich. Und: Auch für die künftigen Maßnahmen stehen jede Menge Fördergelder bereit, die im Grunde genommen nur abgerufen werden müssten. 

    Konzepte sind schon da 

    Der neue Klimaschützer der Stadt könnte im Grunde ohne Zeitverlust loslegen: Die Konzepte könne man von anderen Städten übernehmen, es gehe also gleich um Taten und nicht erst um Konzepte und lange Planungen. Wobei sich Pauluhn zuversichtlich zeigte, dass "wegen der vielfältigen Aktionsfelder" aus der befristeten dann auch eine dauerhafte Stelle werden könnte.

    Einige dieser "Aktionsfelder" hatte die ÖDP bereits in ihrem Antrag formuliert. Denkbar sei die Umstellung der kommunalen Energieversorgung auf erneuerbare Energien, ebenso wie die Einführung einer klimaneutralen Stadtverwaltung. Ein in der Stadtpolitik verankerter Klimaschutz würde zudem die Bevölkerung sensibilisieren. Es gehe künftig um die Umsetzung einer klimagerechten, energiesparenden Raum- und Bauleitplanung und um eine umweltverträgliche Verkehrsentwicklung.

    Wenn alles gut läuft, könnte der Umweltschutz-Manager vielleicht schon zum 1. Juli seine Arbeit aufnehmen, so die Hoffnung von Pauluhn auf Nachfrage. Das wiederum hieße, dass Anfang kommenden Jahres die ersten Projekte realisiert werden könnten.

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