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    Kitzingen

    Städtepartnerschaft-Jubiläum: Demokratien wechselseitig stärken

    Der Bürgermeister der polnischen Partnerstadt Kitzingens Trebnitz, Marek Dlugozima (links), bekam am Samstag von Siegfried Müller die Bürgermedaille in Gold der Stadt Kitzingen überreicht. Foto: Robert Haaß

    Zehn Jahre Städtepartnerschaft zwischen dem polnischen Trebnitz (Trzebnica) und Kitzingen, die Verleihung der Bürgermedaille an Bürgermeister Marek Dlugozima, die Eröffnung der neuen PAM-Sonderausstellung mit Künstlern aus Trebnitz: Der Samstagvormittag stand in der Rathaushalle ganz im Zeichen der Freundschaft zwischen der polnischen und der deutschen Stadt.

    Es war ein langer Weg, bis die beiden Kommunen Trebnitz und Kitzingen zusammenfanden, wie die beiden Bürgermeister Siegfried Müller und Marek Dlugozima in ihren Reden betonten. Dieser Weg hatte seinen Ursprung im 12. Jahrhundert mit der heiligen Hedwig von Schlesien, die ihre Erziehung im Kloster in Kitzingen erhielt, lange in Trebnitz lebte und dort beigesetzt ist.

    Beginn der Partnerschaft

    Erste Versuche der Annäherung der beiden Städte gab es in den 1990er-Jahren, in denen die schlesische Landsmannschaft unter Claus Lux und die Kirchengemeinden eine tragende Rolle spielten. Erst im Jahr 2007 erreichte Kitzingen ein Schreiben des damals neuen Trebnitzer Bürgermeisters Marek Dlugozima, der sich eine Zusammenarbeit beider Städte in den Bereichen Kultur, Sport, Wirtschaft und vor allem zwischen den Schulen und der Jugend vorstellen konnte.

    Nach ersten Treffen war schnell klar, "dass Marek Dlugozima von der europäischen Idee des gemeinsamen Hauses begeistert war und in Europa die Lösung und nicht das Problem sah", so Müller. Am 6. Juni 2009 wurde die Partnerschaft offiziell begründet; seitdem verging kein Jahr, in dem nicht mindestens eine Delegation oder eine Schülergruppe sich auf den Weg in die Partnerstadt machte. Müller beeindruckte dabei jedes Mal, mit welchem Tempo Dlugozima und sein Team die Stadt in Polen voranbringen. Unter anderem wurden drei Schulpartnerschaften und eine Kooperation mit der Kitzinger Musikschule geschaffen. "Gerade den Begegnungen unserer Jugend messe ich den höchsten Stellenwert zu", sagte Müller.

    Ehrenbürgerwürde an Claus Lux war Höhepunkt

    Bisher für Müller der Höhepunkt der Partnerschaft war die Verleihung der Ehrenbürgerwürde von Trebnitz an Claus Lux, der so nach über 70 Jahren wieder Bürger Schlesiens wurde. "Gerade in Zeiten, in denen unsere Demokratien – und ich betone ausdrücklich unsere – von Populisten und Nationalisten bedroht werden, ist es ein großartiges Bekenntnis zum Wir, zu Gemeinsamkeit, zu Frieden und Freiheit, zur Rechtsstaatlichkeit und Gewaltenteilung für die Menschen in unseren Städten und Ländern", sagte Müller.

    Es war schließlich der Vorschlag des Freundeskreises der Partnerstädte an den Stadtrat, Marek Dlugozima für seinen Einsatz und seine Verdienste um die Städtepartnerschaft mit der Bürgermedaille in Silber auszuzeichnen. Der Stadtrat folgte diesem Vorschlag allerdings nicht und beschloss stattdessen einstimmig, dem Bürgermeister von Trzebnica die "höchste Auszeichnung in Form der Bürgermedaille aus purem Gold zu verleihen", sagte Kitzingens Oberbürgermeister. Und auch für ihn gab es eine hohe Auszeichnung durch seinen Trebnitzer Kollegen : "Verdient um die Gemeinde Trebnitz" ist Müllers neuer Titel, womit er , so Dlugozima "immer in Trzebnica willkommen ist. Es soll das zweite Heim für ihn sein."

    Fotorevue zur Partnerschaft und Porträts der Partnerstadt

    Gleichzeitig mit der Auszeichnung der Bürgermeister wurde die PAM-Sommerausstellung "Aktuelle Kunst aus Trzebnica" eröffnet. Diese widmet sich in einem Teil mit einer Fotorevue den zehn Jahren Städtepartnerschaft, einem Städteporträt von Trzebnica mit alten und neuen Sehenswürdigkeiten, sowie der Basilika und dem Kloster, in dem die heilige Hedwig beigesetzt ist, ein Wallfahrtsort von europäischer Dimension.

    Im zweiten Teil stellen sich drei Künstler aus Trebnitz mit ihren Werken vor. Wobei Zbigniew Lubicz-Miszewski, Krzysztof Hejmej und Elzbieta Raczyk Aktuelles aus ihrem Schaffen zeigen, das von Ikonen- und Jazzmalerei über Exlibris-Drucke bis hin zu Comic-Art reicht.

    Die Ausstellung ist bis zum 25. August täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Neben einem Katalogbuch und einer umfangreichen Publikation zum Partnerschaftsjubiläum bietet die Stadt ein Preisrätsel zum Jubiläum. Dabei müssen Fragen zur Partnerschaft beantwortet werden. Der Hauptgewinn ist eine Wochenende in Trzebnica. Teilnahmekarten gibt es in der Ausstellung und online unter www.kitzingen-kanns.de

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