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    Dettelbach

    Stichwahl Dettelbach: Bielek sucht online Kontakt zum Wähler

    Der Kandidat der Freien Wähler startet mit dem Vorsprung des ersten Wahlgangs in die Stichwahl des Dettelbacher Bürgermeisters. Doch siegessicher fühlt er sich deshalb nicht.
    Matthias Bielek tritt für die Freien Wähler an, um in Dettelbach die Bürgermeister-Stichwahl zu gewinnen.
    Matthias Bielek tritt für die Freien Wähler an, um in Dettelbach die Bürgermeister-Stichwahl zu gewinnen. Foto: Michael Mößlein

    Gut fünf Prozent der Stimmen – diese haben Matthias Bielek im ersten Wahlgang gefehlt. Mit diesen wäre ihm gelungen, was kaum jemand erwartet hat: Er wäre im ersten Rutsch Bürgermeister von Dettelbach geworden. Doch Zahlenspielereien verklären nur den Blick auf den Ausgang von Wahlen.

    Das weiß der Kandidat der Freien Wähler. Und er hütet sich davor, sich vorab als Wahlsieger zu fühlen, nur weil er am 29. März aus der Poleposition in die Stichwahl startet. "Ich habe Barcelona 1999 erlebt", sagt Bielek. Der Sportjournalist spielt dabei auf das Finale der Fußball-Champions-League an, das der FC Bayern nach langer 1:0-Führung in der Nachspielzeit mit 1:2 verloren hat. Das Rennen sei erst dann entschieden, wenn alle Stimmen ausgezählt sind. Keine Minute früher.

    Neben der Frage, wem – ihm oder dem CSU-Konkurrenten Marcel Hannweber – die 19 Prozent der Stimmen zufließen, die im ersten Wahlgang auf den ausgeschiedenen SPD-Kandidaten Joachim Beck entfielen, weist Bielek auf eine zweite Unbekannte hin: Was machen die annähernd 30 Prozent der Wahlberechtigten, die am 15. März nicht gewählt haben? Immerhin erhalten diese jetzt alle Briefwahlunterlagen. Vielleicht wählen sie ja dieses Mal?

    Er plant einen wöchentlichen Bürgermeister-Podcast

    Nachdem der Straßenwahlkampf angesichts der Corona-Krise nicht stattfinden kann, tritt Bielek vor der Stichwahl auf anderen Wegen mit Wählern in Kontakt. Er telefoniert zurzeit viel, erzählt er, und ist auf Online-Kanälen aktiv. Dort ist sein Bürgermeisterkandidaten-Podcast zu sehen, den er als Bürgermeister fortsetzen würde – als wöchentliches Update aus dem Amtszimmer heraus. Den fehlenden direkten Bürgerkontakt empfindet Bielek als zwiespältig. Einerseits, meint er, jetzt, wenn sich das ganze Land wegen des Coronavirus sorgt, Wahlwettbewerb zu betreiben, "fühlt sich nicht richtig an". Andererseits stecke über ein Jahr Arbeit in seinem Ziel, Bürgermeister zu werden.

    Einen Krisenstab im Rathaus zu errichten, der die Auswirkungen von Corona auf Menschen und Unternehmen in der Stadt mildern soll, sieht Bielek als erste große Aufgabe nach einem möglichen Amtsantritt als Bürgermeister. Unbürokratische Hilfe gibt er als Ziel vor. Er möchte Vertreter aus Wirtschaft, Medizin, Organisationen und Aktive der Nachbarschaftshilfe zusammenbringen. Dies könnte eine Bewährungsprobe für eine von ihm propagierte App sein, die Hilfsangebote und Nachfragen aus der Nachbarschaft zusammenführen soll.

    Über "kleinere Ziele" möchte er angesichts des Monströsen jetzt nicht ausführlich reden, etwa über Toiletten am Skulpturenpark, die er mit der CSU im Sommer einrichten möchte. Jetzt über so etwas zu sprechen, empfindet Bielek als problematisch, obwohl er betont, dass das Leben trotz Corona weitergehen muss.

    Matthias Bielek
    Alter: 38
    Partei: parteilos, Mitglied des Freie-Wähler-Vereins
    Wohnort: Dettelbach
    Beruf: TV-/Hörfunk-Journalist
    Ehrenämter: Vorsitzender des Fördervereins Dettelbach und Ortsteile
    Familie: verheiratet, ein Kind
    Hobbys: Golf, Sport jeglicher Art, Lesen, Kinderwagen schieben
    Zwei Mal wöchentlich bequem per E-Mail:
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