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    Mainstockheim

    Sulfat im Trinkwasser in Mainstockheim soll reduziert werden

    Die Mainstockheimer sind stolz auf ihre Eigenwasserversorgung – sie sorgt aber immer wieder für Diskussionen im Gemeinderat. Foto: Robert Haaß

    Alles zurück auf Anfang: In der Septembersitzung hatte in Mainstockheim die Aussage eines Mitarbeiters des Wasserwirtschaftsamtes Aschaffenburg für starke Verunsicherung unter den Räten gesorgt. Demnach sollte die EU die Richtlinien für den Sulfatgehalt des Wassers nach unten korrigieren. Damit wäre die geplante und Millionen teure Wasseraufbereitungsanlage zumindest aus rechtlicher Sicht nicht mehr nötig gewesen.

    Am Donnerstagabend kam von Bürgermeister Karl-Dieter Fuchs "Entwarnung". Die Aussagen des Mitarbeiters waren falsch. "Da ist nichts dran", so Fuchs. Zwar gab es auf europäische Ebene solche Überlegungen, doch die seien, so andere Behörden, längst vom Tisch. Die geplante Anlage ist also weiter nötig und deshalb auch der bereits im September vorberatene Beschluss: Wenn die Zustimmung der entsprechenden Behörde zur vorzeitigen Baufreigabe vorliegt, werden vom Planungsbüro die weiteren Leistungsphasen abgerufen.

    Verfahren ist sehr teuer

    Noch fehlt für die Mainstockheimer Trinkwasserbrunnen eine ordentliche Trinkwasserschutzzone. Um die auszuweisen, muss nachgewiesen werden, dass das Wasser nicht aus eventuell gefährdeten Bereichen kommt, etwa dem zu verfüllenden Steinbruch. Das kann mit einem Markierungsstoff, zum Beispiel dem gesundheitlich unbedenklichen Uranin, erfolgen, der im Trinkwasser nachweisbar ist, wenn es eine Verbindung gibt. Sollte der Stoff tatsächlich dort auftauchen, würde er dieses verfärben.

    Und hier setzen wiederum die Bedenken des Landesamtes für Gesundheit an: Für die Dauer des Versuchs, immerhin 170 Tage, müsste dann entweder eine Ersatzleitung aus Kitzingen gelegt werden oder eine mobile Wasseraufbereitung mit Aktivkohlefilter bereit stehen. Kosten dafür zwischen 50 000 Euro und knapp 125 000 Euro. Das ist den Mainstockheimern zu teuer, deshalb sollen erst noch Gespräche mit dem Landesamt geführt werden. "Mir sind beide Varianten zu teuer", sagte Fuchs. Und Peter Brandner wies darauf hin, dass die Kosten nur dadurch entstehen, dass im Steinbruch auch belastetes Material abgelagert werden darf.

    Weitere Themen im Gemeinderat waren:

    Kann ein bislang zu hängiges Grundstück "An der Wunn" bebaubar gemacht werden? Diese Frage soll ein Bauantrag auf Geländeauffüllung durch die Gemeinde klären. Denn derzeit steht aus dem neuen Baugebiet genügend Auffüllmaterial zur Verfügung und auch die nötigen Maschinen sind vor Ort. Wird der Bauantrag vom Landratsamt positiv entschieden, werden die Kosten geklärt. Sind die vertretbar, entsteht ein neuer Bauplatz.

    Da im Bereich der Riedbachstraße, wie in der Septembersitzung vorgetragen, tatsächlich ein "leichter Befall" festgestellt wurde, legte die beauftragte Firma in diesem Bereich, sowie vorbeugend im Mühl- und im Brunnweg Rattenköder aus.

    Aufträge werden in Mainstockheim künftig nur noch in nichtöffentlicher Sitzung vergeben. Damit reagiert die Verwaltung auf ein Schreiben des Gemeindetags, das diese Vorgehensweise empfiehlt. Die Beschlüsse werden in der nächsten Ratssitzung öffentlich verkündet.

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