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    Volkach

    Telekom sucht neue Standorte: Mobilfunk vom Kirchturm aus?

    Der Turm der katholischen Pfarrkirche St. Bartholomäus in Volkachs Altstadt wäre laut Telekom ein guter Standort für eine neue Antenne. Foto: ArchivAnita Krämer-Gerhard

    Durch Volkachs Altstadt schlendern in der ersten Frühlingssonne und dann noch schnell ein Selfie mit Eis in der Hand für die WhatsApp-Gruppe: Warum nicht? Weil das Mobilfunknetz es vielleicht nicht zulässt. Denn genau da liegt das Problem in Volkach: Die Stadt gehört zu den Orten im Landkreis Kitzingen, die unversorgte Gebiete aufweist. Aus diesem Grund war Karin Ehrhardt von der Telekom, die in der Stadt neben Vodafone und Telefónica einer von drei Netzbetreibern ist, am Montagabend zu Gast im Volkacher Stadtrat. Die Kommunalbeauftragte für Mobilfunk stellte mehrere Möglichkeiten vor, um die weißen Flecken auf Volkachs Landkarte zu beseitigen.

    Variante 1 wäre ein neuer Standort an höchster Stelle: Im Turm von Volkachs Kirche St. Bartholomäus, die mitten im Zentrum steht. Diese Variante hätte "durchaus Charme", wie Ehrhardt es ausdrückte. Denn in Volkach gebe es auf der Suche nach einem geeigneten Platz für eine neue Antenne vieles zu beachten: die enge Bebauung, den Denkmal- und Trinkwasserschutz, Überschwemmungsgebiete und Belange des Naturschutzes.

    Datennutzung steigt deutlich an

    Klar, dass es da keine Einwände aus dem Stadtrat gab, dass in Volkach nachgebessert werden muss, weil sonst die Kapazitäten nicht ausreichen. Schon jetzt gibt es immer mal wieder Engpässe. Denn die Kurve für die Datennutzung gehe massiv nach oben, erläuterte die Fachfrau. Das Handy hauptsächlich zum Telefonieren zu nutzen, ist Vergangenheit. Heute ist das Smartphone und damit der Zugang zum Internet ständiger Begleiter, ganz egal ob bei Einwohnern oder Touristen. Und dabei, betonte Ehrhardt, gehe es im ländlichen Raum noch nicht um den Einsatz der 5G-Technologie, die derzeit in aller Munde ist und irgendwann in Städten möglicherweise autonomes Fahren ermöglicht. Das ist Zukunftsmusik. Vielmehr sei es in Volkach jetzt erstmal nötig, alle Gebiete ausreichend mit LTE zu versorgen. Diese Technik operiert auf höheren Frequenzen als diejenigen fürs Telefonieren, dadurch sinkt aber die Reichweite. Ergo: Neue Standorte werden nötig.

    "Die Diözese in Würzburg tut sich bei dem Thema sehr, sehr schwer."
    Karin Ehrhardt, Telekom

    Bei Variante 1 wären das insgesamt am wenigsten: eine Antenne im Norden von Volkachs Stadtgebiet, eine im Osten in einigen Jahren und eben die aus Sicht der Telekom optimale auf dem Kirchturm. Die Telekom-Beauftragte warnte allerdings davor: "Die Diözese in Würzburg tut sich bei dem Thema sehr, sehr schwer." Volkachs Stadträte schienen hingegen aufgeschlossen zu sein. Ihnen war vor allem wichtig, dass die Antenne dort oben nicht zu sehen sein wird. Das bestätigte Karin Ehrhardt: "Das funktioniert hinter den Holzlamellen." Das habe eine Begehung des Kirchturms im Januar gezeigt.

    Variante 2 hieße ebenfalls, den aktuellen Standort zu verlagern. Für eine gute Versorgung wären dann insgesamt vier Antennen nötig, eine zusätzlich in Astheim, das bei Variante 1 vom Kirchturm aus mit abgedeckt werden könnte. Variante 3 bedeute, den aktuellen Standort eventuell zu erhöhen plus im Norden, im Osten, in Astheim und eine kleine Funkbasisstation ("Small Cell") in der Innenstadt zu bauen. Die Kaserne wird bei allen Varianten separat betrachtet.

    Bauantrag für Mast in Obervolkach

    Sollte die Kirche als Eigentümer des Turms einverstanden sein, wäre die neue Antenne dort oben bis Ende 2020 realisierbar, schätzte Ehrhardt die Lage ein. Schon früher auf eine bessere Mobilfunkversorgung freuen können sich die Obervolkacher, Gaibacher und Krautheimer. Zweite Bürgermeisterin Gerlinde Martin, die die Stadtratssitzung leitete, hatte wegen der geplanten Antenne in Obervolkach nachgehakt. "Der Bauantrag dafür kommt demnächst", versprach Ehrhardt.

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