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    PRICHSENSTADT

    Thomas Uhl erklärt sich vor den TSV-Mitgliedern

    Die Junge Alternative Bayern AfD hielt in der Sporthalle des TSV Prichsenstadt am 14. Juli 2018 einen Kongress über Kons... Foto: Jonas Keck

    Der bisherige TSV-Vorsitzende Thomas Uhl gab in der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Prichsenstädter Sportvereins am Samstag eine Erklärung zu seinem Rücktritt ab. Auch Bürgermeister René Schlehr bezog aufgrund der Vorwürfe gegen ihn Stellung, nachdem die Versammlung ihm das genehmigte.

    Uhl fühlte sich sehr belastet

    Thomas Uhl legte sein Amt am 18. Juli dieses Jahres nieder. Das Amt habe viel Zeit in Anspruch genommen und die Trennung vom SV Kirchschönbach – nach elf Jahren in einer Spielergemeinschaft – habe ihn sehr belastet. „Die permanenten Knüppel zwischen die Beine seitens der Stadt und von Bürgermeister René Schle

    hr waren aber der Hauptgrund“, erklärte Uhl.

    Durch Anrufe aus der Bevölkerung seien er und der TSV in den Dreck gezogen worden. Grund sei unter anderem die Vermietung der Halle an die AfD gewesen. Auch die seiner Ansicht nach einseitigen Berichte in der Zeitung und die Diskussionen in den sozialen Netzwerken hätten ihn sehr mitgenommen. Ein anderer Vereinsvorsitzende habe mit Blick auf Uhl und die Hallenvermietung an die AfD gesagt: „Auf solche Leute kann man gern verzichten.“ Dennoch will Uhl nach seinem Rücktritt weiterhin für den TSV tätig sein. Dafür liege ihm der Verein zu sehr am Herzen.

    Lesen Sie dazu einen Kommentar von Hans Rössert.

    Uhl: Nur Beschluss des TSV umgesetzt

    Uhl betonte, dass er mit der Vermietung der TSV-Halle an die AfD nur den Beschluss der Mitgliederversammlung umgesetzt habe. Das sei die einhellige Meinung gewesen. Schließlich sei der Verein bestrebt, Einnahmen zu generieren, um die Halle und den Sport unterhalten zu können. Die SPD und die CSU hätten die Halle auch schon genutzt, sich einen schönen Abend gemacht und nichts bezahlt, zeigte sich ein TSV-Mitglied angefressen. Dem stimmten andere zu.

    Der Beschluss, weiter an die AfD zu vermieten, sei allerdings auch nur ausgesetzt, damit Ruhe in den Verein komme, sagte Christian Friedrich, der ehemalige TSV-Vorsitzende. Für alle Zeiten müsse das nicht gelten. Friedrich betonte, die AfD stehe nicht unter Beobachtung und sei demokratisch gewählt. „Ich würde bei entsprechendem Angebot alle Parteien reinlassen“, lautete seine Sichtweise. Der TSV stehe finanziell auf soliden Beinen. Man werde nicht reich, es lasse sich aber gut leben, fasste er die Situation im Verein zusammen.

    Stellungnahme von Bürgermeister Schlehr

    Bürgermeister René Schlehr entgegnete in seiner Stellungnahme, dass er sich nicht der Verantwortung entziehe. Viele Aussagen seien gefallen, um ihn persönlich zu treffen. Einige Personen hätten es sich zum Hobby gemacht, ihn in den Dreck zu ziehen. „Ich stehe der Gemeinde vor und setze auch Beschlüsse des Stadtrates um“, nahm er Stellung zu Uhls Erklärung. Er sehe es aber nicht so, wie Uhl es sagte, dass er dem TSV Steine in den Weg lege. Schlehr möchte seiner Aussage nach als Bürgermeister jedem das Gleiche zukommen lassen.

    Auf die Frage eines Mitgliedes, ob er als Bürgermeister mit seiner persönlichen Situation zufrieden sei, kam ein promptes „sicherlich nicht“. „Das Schlimmste, was es gibt, sind Heckenschützen“ ging der Stadtchef auf die vielen anonymen Vorwürfe ein.

    Brücken bauen in die Zukunft

    Eine Brücke baute der Bürgermeister dem Verein dennoch. Im nächsten Jahr steht das europäische Nachtwächtertreffen in Prichsenstadt an. „Wenn der Wunsch seitens des TSV zu einem Redebedarf besteht, bin ich da“. Die Stadt würde die Halle nutzen, so sie hineindarf. Im Rahmen seiner Möglichkeiten, sagte der Bürgermeister, werde er den TSV nicht im Regen stehen lassen.

    Einen Bericht über die Wahlen des TSV lesen Sie hier.

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