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    Iphofen

    Über 300 unterfränkische Bauern bei Demo in Nürnberg

    Erneut demonstrierten hunderte Landwirte für eine bessere Agrarpolitik. Wir haben nachgefragt, warum die Bauern auf die Straße gehen.
    Rund 250 Landwirte starten mit ihren Traktoren von Iphofen über die Bundesstraße 8 zur Demonstration nach Nürnberg. Foto: Daniel Peter

    Über 300 Bauern aus Unterfranken machten sich am Freitagmorgen mit ihren Traktoren auf den Weg nach Nürnberg. Sie demonstrieren dort mit tausenden anderen Landwirten für eine bessere Agrarpolitik. Die Initiative "Land schafft Verbindung" will mit der Sternfahrt ein Zeichen setzen. "Wir lehnen das Agrarpaket und den Entwurf der Düngeverordnung ab", sagt Claus Hochrein, einer der Organisatoren der Protestbewegung aus Unterfranken.

    Tobias Göbel nimmt an der Demo teil, weil er seinen Familienbetrieb erhalten möchte. "Ich will mir später von meinen drei Jungs nicht vorwerfen lassen, dass ich nichts unternommen hätte", sagt der Landwirt aus Eßleben (Lkr. Schweinfurt). Die Politiker müssten "Fehler bekennen und Klarheit schaffen" – deshalb geht er auf die Straße. Er baut Getreide, Zuckerrüben, Mais und Kürbisse an. Basierend auf falscher Faktenlage hätten Politiker in der Vergangenheit viele Fehler gemacht, zu denen sie sich jetzt nicht bekennen. 

    Ein Landwirt aus dem Landkreis Bad Kissingen beklagt die mangelnde Akzeptanz für die Belange der Bauern seitens der Gesellschaft. "Verbraucher setzen ihre Unterschrift bei Volksbegehren und meinen, damit ihren Teil zum Naturschutz beigetragen zu haben", sagt er. Der Bauer besitzt einen Mischbetrieb und möchte seinen Namen nicht in der Zeitung lesen.

    Die Kitzinger Polizei zieht ein positives Fazit: keine Vorkommnisse, keine Komplikationen mit Verkehrsteilnehmern und Teilnehmern des Traktoren-Konvois – so beschreibt Pressesprecher Gerhard Klebrig den Ablauf. Die Polizei zählte bei Iphofen rund 250 Traktoren. Das Einfädeln der Fahrzeuge von der gesperrten Straße Richtung Rödelsee auf die B 8 hat reibungslos geklappt und dauert rund 20 Minuten. Als die Kitzinger Polizei den Konvoi um 8.22 Uhr bei Enzlar an die mittelfränkischen Kollegen übergeben hat, verzeichnete die Polizei einen "minimalen Rückstau" auf der B 8.

    Auch in Haßfurt ist am frühen Morgen ein Traktorenkonvoi gestartet. Laut Polizei Haßfurt sind um 6.30 Uhr rund 70 Trecker in Richtung Zeil losgefahren. "Bei uns gab es keine Probleme, alles lief störungsfrei", sagt Hauptkommissar Stefan Scherrer. Kurz vor der Grenze zum Landkreis Bamberg hat die oberfränkische Polizei das Geleit der Traktoren übernommen.

    Mitarbeit: Michael Mößlein und Corbinian Wildmeister

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