• aktualisiert:

    Kitzingen

    Urlaubsreif: Funkeln und Fachsimpelei in der Sommernacht

    Gibt es eine Verbindung zwischen den funkelnden Sternen am Himmel und einem guten Glas Wein? Unser urlaubsreifer Autor ist sich da sicher und singt sogar ein Lied darüber.
    Foto: Eo Borucki

    Es vergeht kaum eine laue Sommernacht, ohne dass gegen Mitternacht einer nach oben guckt, laut seufzt und sagt: "Ist der Sternenhimmel nicht herrlich?" Das ist der Auftakt zu längeren Fachsimpeleien: Der eine entdeckt den Großen Bären. Der andere den Kleinen Wagen. Besondere Spezialisten wollen sogar Sextanten und Luftpumpen, zumindest aber den Cirrusnebel oder gleich die gesamte Milchstraße sehen. Ich gucke nach oben und sehe: Sterne. Sonst nichts. 

    Ich habe keine Ahnung, wo die Deichsel des Wagens ist, die alle bewundern. Ich weiß nichts von einem Schwan, der auf breiten Schwingen durch die Augustnacht fliegt, angeblich an einen taumelnden Gott erinnert und von zartem Nebeln umwabert ist. Da ist nichts. Schon gar keine Magellanschen Wolken. Nur ein Firmament mit Punkten. Da schimmert nichts bläulich-weiß und einen hellsten Stern zu entdecken will mir auch nicht gelingen.

    Ich glaube ja: Die anderen sehen auch nichts. Meistens sind ja gegen Mitternacht die Weinflaschen schon gut geleert – das könnte der Grund für die vielen seltsamen Beobachtungen sein. Oder anders gesagt: Wer sternhagelvoll ist, nimmt Sterne vermutlich anders wahr.

    Ich habe gelesen, dass über uns 3000 bis 6000 Sterne leuchten. Die Zahl der mit modernen Großteleskopen erfassbaren Sterne beträgt etwa zehn Milliarden. Ein Sternenmeer sozusagen. Ist ja auch irgendwie wie ein Meer, auf das man schaut - nur, dass man eben nach oben guckt. 

    Sterne gucken ist schön, wenn keine  Cirrusnebel-Magellansche-Wolken-Spezialisten dabei sind. Beim Weintrinken ist es ja ähnlich: Der muss einfach schmecken. Und wenn jemand irgendwelche erdigen Pfirsisch-Noten meint zu schmecken, kann er das ja gerne seinem Friseur oder seinem Facebook-Profil erzählen. Aber bitte nicht mir!

    Alles, was man über Sterne wissen muss: Sie lügen nicht. Das hat Friedrich Schiller gesagt. Oder hat's Roy Black gesungen? Egal. Das schönste Sternen-Lied kommt auf alle Fälle von Hubert Kah. In "Sternenhimmel" steht alles, was man zu dem Thema wissen muss: "Mit dir in der Südsee stehen. In den Abendhimmel sehen. Oh, guter Mond am Firmament. Spür', wie meine Sehnsucht brennt."

    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!