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    Segnitz

    Vandalismus am Kreisverkehr sorgten für Ärger im Gemeinderat

    Die Verzierungen aus Cortenstahl wurden vor zwei Jahren installiert und seither immer wieder Opfer von Vandalismus. Denoch sollen sie weiterhin auf den Kreisverkehren stehen bleiben. Das Foto wurde kurz nach der Installation im Juni 2017 aufgenommen. Foto: Regina Sterk

    Gemeinderat und Tourismusbeauftragten Norbert Bischoff reicht es: Zum wiederholten Mal sind die Verzierungen aus Cortenstahl an den Segnitzer Kreisverkehrsinseln beschädigt worden. Seit zwei Jahren zieren die Schriftzüge "Segnitz" und "Segeum" samt Silhouette und Rettichsymbolik die Grünanlagen. Immer wieder werden Teile des Stahls abmontiert, gestohlen oder verbogen. Selbst Teile der Bepflanzung sind schon gestohlen worden.

    Bischoff, der sich für die Gestaltung des Ortsbildes einsetzt, ist sauer. Er hat deshalb einen schriftlichen Antrag an die Gemeinde gestellt, die Cortenstahl-Elemente wieder abzubauen und die geplanten Brunnen an der Ortsdurchfahrt erst gar nicht aufzubauen, um weiteren Vandalismus zu verhindern. Seiner Meinung nach werde hier zu viel Geld aufs Spiel gesetzt, ganz zu Schweigen vom Engagement Ehrenamtlicher, die immer wieder Reparaturen durchführen müssten. Die Gemeinderäte konnten den Ärger von Norbert Bischoff zwar verstehen, lehnten seinen Antrag aber ab. Es sei das falsche Zeichen, dem Vandalismus nachzugeben, sagte Steffen Zink.

    Verkehrsberuhigte Zone im Altort

    Eine schwere Entscheidung traf die Ratsrunde, wie künftig die Verkehrsregelung in der Ortsdurchfahrt sein soll. Nach zähem Ringen mit Anliegern, nach Ortsterminen und Beratungen mit Behörden einigten sich die Gemeinderäte, dass die Durchfahrt durch den Altort von Segnitz künftig eine verkehrsberuhigte Zone sein wird. Sobald die Bauarbeiten an den betroffenen Straßen beendet sind, soll die Regelung in Kraft treten. Bürgermeisterin Marlene Bauer erklärte vor der Abstimmung, dass Anwohner eine Unterschriftenliste eingereicht hätten, auf der 36 Unterzeichner sich für Tempo 30 aussprachen. Allerdings seien von 35 betroffenen Anwesen nur elf vertreten gewesen.

    Für die Bürgermeisterin ist dieses Votum nicht klar genug. Auch die Polizei habe rückgemeldet, dass die Straße nach der Dorferneuerung geradezu prädestiniert für eine Verkehrsberuhigung sei. Es gebe keine hohen Bordsteinkanten mehr, alle, Autofahrer wie Fußgänger seien gleichberechtigt unterwegs. Kinderwägen und Rollatoren hätten auf den immer noch schmalen Gehwegen ohnehin Schwierigkeiten, weshalb sie Fahrbahn mitnutzen müssten. Das ginge aber eben nur, wenn für die Autofahrer Schrittgeschwindigkeit vorgegeben sei.

    Neue Parkplätze schaffen

    Die Räte wurden einzeln um Stellungnahme gebeten und waren sich alle einig: Jeder votierte für die verkehrsberuhigte Zone, lediglich die Argumente unterschieden sich etwas. Angeknüpft an die Entscheidung ist der Plan, die im Ort befindlichen Gewerbebetriebe besser auszuschildern und die Nutzung der Umgehungsstraße noch mehr zu bewerben. Lkw sollen künftig nicht mehr durchfahren dürfen, abgesehen von Be- und Entsorgungsfahrzeugen, darin war man sich einig.

    Außerdem sollen bis zu neun neue Parkplätze durch die Verkehrsberuhigung möglich sein. Zur verkehrsberuhigten Zone gehört künftig der Bereich vom Friedhof bis zum Gasthaus Anker, außerdem die Hintere und Vordere Raingasse sowie der Bereich "Am Graben". Der restliche innerörtliche Bereich wird zur 30er Zone. Die Pförtleinsgasse kann künftig als Einbahnstraße ortseinwärts befahren werden.

    Außerdem stellten die Räte einen Antrag an den Grundschulverband Marktbreit, dass die Segnitzer Drittklässler so wie alle Grundschüler künftig in Marktsteft unterrichtet werden. Hintergrund ist die Beförderung der Schüler, die bislang die Grundschule in Marktbreit besuchen. Der Weg dorthin ist kürzer als zwei Kilometer, damit werden nach einer Gesetzesänderung künftig die Beförderungskosten nicht mehr übernommen. Die Kinder müssten also entweder zu Fuß über die Brücke gehen oder zu sehr unpassenden Zeiten den Linienbus nehmen.

    Segnitzer Grundschüler sollen nach Marktsteft

    Die Eltern wären laut Bürgermeisterin zwar bereit, die Fahrtkosten zu übernehmen, wenn der Bus zu vernünftigen Zeiten fahren würde. Momentan gebe es heimwärts aber keinen Bus und morgens fahre er bereits um kurz nach sieben Uhr – für Schulanfänger sei das nicht zumutbar, so die Bürgermeisterin. Nachdem alle Verhandlungen und Nachfragen bei Behörden und ÖPNV-Unternehmen kein Ergebnis gebracht hätten, sei in Augen des Gemeinderats die Lösung ein anderer Schulort. Dann sei der Schulweg weiter als zwei Kilometer und müsse wieder gefördert werden. Einstimmig stellten die Räte den Antrag für Marktsteft als Schulort auch für die dritte Klasse, mit dem Vermerk, dass man bei einer besseren Busanbindung auch Marktbreit wieder in Betracht ziehe.

    Am Geschwindigkeitsmessgerät in der Sulzfelder Straße war eine Woche lang ein Radargerät angebracht, dessen Messungen nun ausgewertet wurden. Bürgermeisterin Marlene Bauer trug die Zahlen vor: So waren Orts einwärts etwa zehn Prozent der Fahrzeuge zu schnell gefahren, auswärts waren es sogar rund ein Drittel. Die Geschwindigkeiten sind auswärts deutlich höher, im Schnitt wurden einmal am Tag 100 Kilometer pro Stunde gemessen. Die Ergebnisse sollen nun der Polizei vorgelegt werden, mit dem Ziel, dass die Beamten künftig Verkehrskontrollen durchführen.

    Das Rathaus von Segnitz war Austragungsort hitziger Debatten bei der jüngsten Gemeinderatssitzung. Foto: Regina Sterk

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