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    RÖDELSEE

    Versammlungsort der Freiheitsleibenden

    Monika Conrad bei einer Führung auf dem Schwanberg. Foto: Sigrid Gierth

    Auf sehr großes Interesse stieß die Führung von Monika Conrad zum Thema „Der Schwanberg und die Schweiz“ auf dem Schwanberg. Im Mittelpunkt stand eine bereits aus dem Bauernkrieg von 1525 stammende Prophezeiung, dass vom Schwanberg eine Bewegung ausgehen wird, die Deutschland frei wie die Schweiz machen werde, so eine Pressemitteilung.

    In der Zeit des „Vormärz“ wurde diese Weissagung von Friedrich Wilhelm Zimmermann (protestantischer Theologe, Dichter, Historiker 1807-1878) wieder aufgegriffen und in seinem Bauernkriegsroman publiziert. Er schildert, wohin Intoleranz und Ungerechtigkeit führen und gibt Hoffnung, dass im 19. Jahrhundert – anders als im Bauernkrieg 1525 – diese Freiheitsbewegung erfolgreich sein werde.

    Auf dem Schwanberg fanden nach 1830 regelmäßig zu Himmelfahrt Protestversammlungen mit zuletzt (1849 während der „Reichsverfassungscampagne“) 10 000 Teilnehmern statt. Die Protagonisten dieser Protestversammlungen sowie die Anführer der Versammlungen in Gaibach und in den Gemeinden der Region wurden hart bestraft oder sie flohen nach Amerika. Viele wurden dort berühmt. Bei uns kennt sie bisher fast niemand.

    Der über den Schwanberg berichtende „Bauernkriegszimmermann“ gehörte im Paulskirchenparlament der äußersten Linken an und wurde 1851 wegen seiner Aktivitäten während der Revolution aus dem Staatsdienst entlassen.

    Beim Verlesen des 1812 von Karl Friedrich Gottlob Wetzel verfassten Schwanbergliedes am „Kleinen Balkon“ vor dem Alpinum auf dem Schwanberg mit Blick zur Konstitutions-Säule in Gaibach machte sich laut Mitteilung unter den Teilnehmern eine feierliche Stimmung und Nachdenklichkeit breit. Mit der Hoffnung auf Bewältigung der aktuellen weltweiten Krisen und Aufruf zur Zivilcourage gegen Nationalismus und Intoleranz schloss Monika Conrad die Führung.

    Bearbeitet von Andreas Knappe

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