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    MAINSTOCKHEIM

    Viele offene Fragen bei der Steinbruchverfüllung

    Vom Vorhaben des Unternehmens Beuerlein machten sich im Steinbruch bei Mainstockheim (von links) Horst Appold, Mansourie... Foto: Gerhard Bauer

    Die Steinbruchfreunde Dettelbach hatten am Dienstag mit den Landtagsabgeordneten Volkmar Halbleib und Florian von Brunn prominenten Besuch zweier ausgewiesener Befürworter.

    Im Seniorenheim Schloss Ebracher Hof blickte Peter Brandner auf den seit rund zehn Jahren geführten Kampf um den Erhalt des Steinbruchs an den Gemarkungsgrenzen Dettelbach und Mainstockheim zurück.

    Zunächst sei eine Bürgerinitiative zum Erhalt des Steinbruchs und gegen dessen Verfüllung entstanden, die vor allem mit hohen Anwaltskosten bei Gerichtsentscheiden zu kämpfen hatte.

    Gleichzeitig seien Themen wie Grundwasser, Amphibien und Pflanzen an einem nassen Standort zu behandeln gewesen, obwohl das Wasserwirtschaftsamt den Standort als trocken ausgewiesen habe. Die stellvertretende Kreisvorsitzende des Bund Naturschutz in Bayern, Ulrike Geisl, erklärte hingegen, im Biotop sei immer Wasser vorhanden. Sie beklagte, dass nicht eine einzige biologische Begutachtung erfolgt sei. Einer Hochrechnung zufolge sei bei Amphibien mit bis zu 700 Tieren im Steinbruch zu rechnen.

    Brandner erinnerte an die hohe Investition, die Mainstockheim für seine Trinkwasserbrunnen getätigt habe. Er warf die Frage auf, was passiere, wenn die Quellen nach Verfüllen versiegten oder das Wasser nicht mehr als Trinkwasser geeignet sei. Der Diplomgeologe Mansourie Parviz unterstrich, dass die Brunnen dort angelegt worden seien, wo das Grundwasser fließe. Die Gemeinde wolle ihre eigene Trinkwasserversorgung unbedingt erhalten.

    Halbleib warf unter Hinweis auf den Steinbruch bei Aub die Frage auf, welches Material denn überhaupt verfüllt werden solle. Der Eigentümer, das Unternehmen Beuerlein, habe das Recht zu verfüllen. Brandner führte aus, dass Experten den Verein zu Kompromissbereitschaft mahnten, aus der Verfüllfläche solle jedoch keine Ackerfläche und das Biotop erhalten werden.

    Stefan Hubert erinnerte an sechs europarechtlich geschützte Tierarten, die im Steinbruch angetroffen wurden. Es fehle aus seiner Sicht nur an Fürsprechern, um ein Einzeldenkmal zu schaffen. Stattdessen sollten – heute nicht mehr üblich – Steinbruchgruben verfüllt werden.

    Brunn merkte an, dass der Bescheid des Landratsamtes wohl ohne artenschutzrechtliche Genehmigung ergangen sei. Halbleib ergänzte, dass der Bescheid auch nichts über Verfüllmaterial aussage, es gehe darin nur um Erdaushub. Horst Appold schloss daher nicht aus, dass auch belastetes Material eingebracht werden könnte.

    Bei einer Ortseinsicht im Steinbruch machte der Diplomgeograf des Unternehmens Beuerlein, Bastian Kretzer, deutlich, dass das Unternehmen beim Verfüllen von rund 210 000 Kubikmeter möglichst viele Wünsche berücksichtigen wolle. Die Umsetzung solle stufenweise bis zur Hangkante erfolgen und ein darüber führender Steg einen Blick bis ins Maintal erlauben. Brandner regte an, die genehmigt betriebene Deponie in Effeldorf aufzusatteln, denn dort gebe es keine Quelle. Entstehendes Oberflächenwasser, so Kretzer, könne in Mainstockheim einfach gesammelt und abgeleitet werden.

    Als vertrauenbildende Maßnahme regte Halbleib an, Wassermessungen und Fragen der Hydrogeologie vorzulegen, den Bestand an Flora und Fauna zu erheben und bekannt zu geben, welches Material verfüllt werden solle. Ein Weiterkommen sah er nur, wenn alle beteiligten Kompromissbereitschaft zeigten und offen über alle Fragen geredet werde.

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