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    Volkach

    Volkacher Freibad: "Eine Luxuslösung brauchen wir nicht"

    Gregor Simon, Volkach: Schon früher, als ich in Prichsenstadt wohnte, bin ich immer hierher gekommen. Eine phantastische Sache, dass das Bad mit seiner beeindruckenden Atmosphäre wieder geöffnet hat. Da ich aktiver Schwimmer bin, benötige ich zum Trainieren ein 50-Meter-Becken. Aber dazu kann ich ja mal ein Jahr nach Kitzingen ausweichen. Foto: Hanns Strecker

    Es hat wieder auf: Seit Donnerstag kann in Volkach wieder gebadet werden. Seit mehr als einem Jahr befanden sich die Volkacher Bürger wegen ihres Freibades in einem Wechselbad der Gefühle. Es gab Enttäuschungen, Träume, Hoffnungsschimmer, Peinlichkeiten, persönliche Anfeindungen.

    Dem unbändigen Wunsch, das Freibad diese Saison wieder zu öffnen, stehen große Bedenken einiger Verantwortlicher und des Bürgermeisters entgegen. Zu groß seien die Schäden in der Anlage und zu klein der Stadtsäckel, um das alles reparieren zu können. Mitte Mai schien dann der Traum vom Weiterbetrieb endgültig zu platzen. Zumindest für diesen Sommer. Den Entschluss gab der Bürgermeister nach einem Ortstermin bekannt. Sicherheitsbedenken seiner Mitarbeiter hätten ihn keine andere Möglichkeit gelassen. Eine Öffnung des Bades wäre wegen Verletzungsgefahr zu riskant gewesen.

    Was folgte, war eine beeindruckende und denkwürdige Demonstration von knapp 300 Schwimmbadbefürworter auf dem Marktplatz unmittelbar vor Beginn einer Stadtratssitzung. Nur einige Tage später dann ein Umschwenken des Bürgermeister: Das Freibad wird jetzt doch geöffnet! Mit einer Einschränkung: Das große Schwimmerbecken bleibt gesperrt und wird mit einem Bauzaun abgesichert.

    Wie ist die aktuelle Stimmungslage? Bei der Eröffnung am Donnerstag haben wir Schwimmbadbesucher gefragt, wie sie den ersten Badetag empfinden, ob sie der Bauzaun stört und was gut beziehungsweise schlecht ist.

    Beatrix Bauer, Volkach: Ich fühle mich heute rundum glücklich! Ein Stück von Volkach ist wieder da. Meine Kinder sind hier mit aufgewachsen – was gibt es da Schöneres, als hier wieder baden zu können? Der Bauzaun stört mich nicht. Das muß wohl so sein. Vielleicht ist er ja nächstes Jahr wieder weg ! Foto: Hanns Strecker
    Marianne Müller, Gerlachshausen: Ich bin eine traditionelle Schwimmerin in Volkach. Was ist das doch für ein herrlicher Tag heute! Und den Bauzaun nehme ich gerne in Kauf – der wird ja wohl wieder verschwinden. Was mich geärgert hat war das lange Hickhack um die Wiedereröffnung. Ein richtiges Theater. Foto: Hanns Strecker
    Sabine Hesse, Volkach: Was bin ich froh, dass das Bad wieder offen ist! Es ist doch einfach toll hier – und dass da ein Bauzaun steht, stört mich nicht. Das Wasser und das Klima ist viel angenehmer als in der Halle. Ich sehe das alles sehr, sehr positiv. Hoffentlich muß das Freibad nie schließen. Foto: Hanns Strecker
    Margit Brandl, Volkach: Ein echtes Kleinod ist das Schwimmbad. Wahnsinnig schön, dass es heute wieder aufgemacht hat, auch wenn da jetzt übergangsweise ein Bauzaun ist. Es darf nie geschlossen werden – und: eine Luxuslösung brauchen wir nicht, sondern eine Lösung, die so natürlich ist wie möglich. Foto: Hanns Strecker
    Pia Krieger mit Enkel Ben, Volkach: Ein absoluter Freudentag ist das heute. Ich bin schon als Kind hier geschwommen, dann kamen meine Kinder mit und jetzt habe ich meinen Enkel dabei. Dies ist für mich ein gewachsenes Schwimmbad. Ein Familienbad. Ich freue mich, wenn ich nach dem Winter wieder all die netten Leute treffen kann. Der Bauzaun stört nicht – er muss wohl sein. Aber dafür ist es ja außen herum eine super Anlage. Foto: Hanns Strecker

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