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    Volkach

    Volkacher Taler für kindgerechte Klassiker

    Ausgezeichnete Autoren und Vermittler von kindgerechten Klassikern: Der große Preis der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur in Volkach ging an Tamara Bach (erste Reihe, Mitte). Den Volkacher Taler bekamen Christine Paxmann (links, erste Reihe) und Dr. Barbara Kindermann (rechts, erste Reihe). Foto: Andreas Kneitz

    Barbara Kindermann wollte ihrer kleinen Tochter Anna etwas Besonderes vorlesen. Deshalb schrieb sie Goethes Drama "Faust" zu einer spannenden Geistergeschichte um. Anna lauschte gebannt, Barbara Kindermann ging tags drauf ins Gewerbeamt und meldete einen Verlag an. Der Berliner Kindermann Verlag feierte heuer 25. Geburtstag, und weil das Konzept der nacherzählten Klassiker - für heutige Leser, klug illustriert und schön gebunden – die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur so sehr überzeugt, verlieh diese in Volkach ansässige Einrichtung den Damen Kindermann – Anna übernimmt zum Jahresende die Geschäftsführung von ihrer Mutter – den Volkacher Taler.

    Schulprojekte überraschten auch Studenten 

    Den gleichen Orden bekam am Freitagabend Christine Paxmann, die ihre vielen Talente in der Fachzeitschrift für Jugendbücher, dem "Eselsohr", bündelt. Experten lobten die Ausgezeichneten in Volkach für deren Einsatz. Professorin Karin Richter etwa berichtete von ihren Erfurter Erfahrungen, als Studierende mit Kindermann-Büchern in Schulen Stunden hielten. Dort kamen die nacherzählten Klassiker auch dank ihrer Bilder gut an. Damit sei empirisch bewiesen, so Richter in Volkach, "dass Kinder nicht per se banale Bildwelten bevorzugen". Außerdem habe ihr mancher Student gestanden, er habe bei solchen Schulprojekten selbst erst Zugang zur Klassik gefunden.

    In Erzählungen auch mal etwas offen lassen   

    Diese erfolgreichen Literaturvermittler zeichnete die Akademie mit Nebenpreisen aus. Für Autoren stiftete sie den Großen Preis, vom Bezirk Unterfranken mit 5000 Euro dotiert. Der ging heuer an Tamara Bach, die seit über 15 Jahren junge Heranwachsende beschreibt und in die Abenteuer des Alltags schickt. Ihr Rezept verriet sie gern: Sie beginne einen neuen Roman nicht, weil sie es zum Geldverdienen tun muss, sondern immer erst dann, wenn sie es will. Und wenn sie weiß, dass sie zu einem Thema etwas zu sagen hat. Dabei erzählt sie Situationen nicht immer bis ins Letzte aus, sondern lässt auch schon mal etwas offen stehen.

    Pubertierenden-Geschichte "Sonne Moon und Sterne" 

    Genau dieser Mut zum unaufgeklärten Detail verbindet Bach mit ihrer Kollegin Lara Schützsack. In deren jüngsten Roman "Sonne Moon und Sterne" verwendet Schützsack diese Technik auch. Die Akademie prämierte das Buch mit dem Korbinian, dem Paul-Maar-Preis für junge Talente, dotiert mit 2500 Euro. Die Schriftstellerin las einem begeisterten Publikum aus der Pubertierenden-Geschichte vor. Ins Geschehen des Abends mischte sich auch der Pausenmusiker, Gitarrist Johannes Öllinger. Der hatte zur Verblüffung der Autorin Tamara Bach selbst zwei Szenen aus deren Buch "Wörter mit L" vertont.

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