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    Kitzingen

    Wahl-Nachlese: Von Rekord-Haltern und einem Blitzeinschlag

    Wo wurde am schnellsten ausgezählt? Wo sackte die Wahlbeteiligung am meisten ab? Wo sitzen die Wahlkönige? Einige Splitter von der Kommunalwahl am Sonntag im Kitzinger Land.
    Nach der Wahl ist vor der Wahl: Im Landkreis Kitzingen gibt es fünf Stichwahlen.
    Nach der Wahl ist vor der Wahl: Im Landkreis Kitzingen gibt es fünf Stichwahlen. Foto: Michael Kappeler, dpa

    Schnell unterwegs: Das erste Ergebnis stand am Sonntag um 18.52 Uhr fest. Der Gewinner beim Auszählen war Wiesenbronn, 631 Wähler hatten dort ihre Stimme abgegeben und waren flugs ausgezählt.

    Historisches Datum: Sulzfeld, 15. März, 19.02 Uhr. Nach 36 Jahren als Bürgermeister stand Gerhard Schenkel nicht mehr zur Wahl. Ihn beerbt Matthias Dusel, der sich klar gegen Wolfgang Patzwahl durchsetzte. "Sulzfeld hat Dusel" – das könnte nun zu einem geflügelten Wort werden.

    Ohne Gegenkandidaten: Höchst unterschiedlich waren die Ergebnisse in Orten, in denen nur der Amtsinhaber zur Wahl stand. In Markt Einersheim holte Herbert Volkamer beachtliche 95,8 Prozent. In Seinsheim kam Ruth Albrecht auf 93,7 Prozent. In Schwarzach sicherte sich Volker Schmitt 93,3 Prozent und in Martinsheim holte Rainer Ott 90,9 Prozent.

    Knapp unter der 90er-Marke siedelten sich Gerlinde Stier in Kleinlangheim mit 88,3 Prozent und Peter Kraus in Mainbernheim mit 88,5 Prozent an. In Willanzheim kam Ingrid Reifenscheid-Eckert auf 85,2 Prozent. Ernst Nickel brachte es in Geiselwind auf 81,8 Prozent. In Abtswind holte Jürgen Schulz 81,6 Prozent. Gerhard Ackermann musste sich in Rüdenhausen mit 80,4 Prozent begnügen.

    Am schwächsten schnitt in Rödelsee Amtsinhaber Burkhard Klein ab. Auch er war ohne Gegenkandidaten – und holte vergleichsweise bescheidene 69,9 Prozent. Auch das ist bemerkenswert: 274 Wähler schrieben in Rödelsee einen anderen Namen auf den Wahlzettel.

    Stichwahl: Acht Stichwahlen wären denkbar gewesen, am Ende geht es in fünf Orten ins Stechen: Castell, Dettelbach, Marktbreit, Volkach und Kitzingen. In Wiesenbronn, Biebelried und Segnitz gab es trotz Dreier-Konstellationen eine eindeutige Entscheidung.

    Zwei faustdicke Überraschungen: In Wiesentheid schlug der Blitz ein, Amtsinhaber Werner Knaier musste die Segel streichen. Abgelöst wird er von Klaus Köhler. Auch in Nordheim wurde der Amtsinhaber gekippt: Guido Braun musste sich knapp Sybille Säger geschlagen geben.

    Premiere: Landkreisweit holte nur ein AfD-Kandidat ein Mandat in den Stadt- und Gemeinderäten. Künftig sitzt Lars Goldbach im Kitzinger Stadtrat, der Baufacharbeiter holte 1238 Stimmen in der Großen Kreisstadt. Premiere auch für Walter Vierrether: Der ehemalige Kitzinger Hofrat trat erstmals für den Stadtrat an und brachte es für ProKT aus dem Stand auf 3696 Stimmen. Der bisherige OB Siegfried Müller sitzt künftig als normaler Stadtrat in dem Gremium, er kam auf 2777 Stimmen.

    Wahlmüde: Die geringste Wahlbeteiligung wurde aus Rüdenhausen gemeldet – gerade einmal 57 Prozent der Berechtigten gingen dort zur Wahl. Vielleicht lag es ja daran, dass alles klar war: Gerhard Ackermann geht in seine dritte Amtszeit, einen Gegenkandidaten hatte er nicht. Eine ähnliche Konstellation gab es in Geiselwind, dort lag die Beteiligung bei bescheidenen 59,4 Prozent.

    Wahlfreude: Immer an der Spitze dabei bei der Wahlbeteiligung sind traditionell Sommerach und Nordheim. Diesmal hatte Nordheim mit 85 Prozent die Nase vorne, Sommerach brachte es auf 84 Prozent. Auch noch gut im Rennen lag diesmal Castell mit 83 Prozent.

    Landratswahl: Von 73 212 Wahlberechtigten gaben 47 273 ihre Stimme ab. Das entspricht einer Quote von 64,5 Prozent. Für Bischof entschieden sich 34 509 Wähler, bei Markert machten 11 858 Wähler ihr Kreuzchen. Die vergangenen Landratswahlen hatten außerhalb der Kommunalwahl stattgefunden – was sich auch deutlich an der Quote ablesen lässt: 2012 lag die Wahlbeteiligung bei 38,8 Prozent, im Jahr 2006 waren es 27,4 Prozent gewesen. Ihr bestes Ergebnis holte Bischof in Segnitz mit 84,04 Prozent, am wenigsten Zuspruch gab es für sie in Rüdenhausen mit 70,1 Prozent. Timo Markert holte die meisten Stimmen mit 30,3 Prozent in Großlangheim, in Segnitz war mit 15,9 Prozent am wenigsten für ihn zu holen.

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