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    KITZINGEN

    Wahl zur Weinkönigin: Nur eine kann gewinnen

    Auf die kommende Weinkönigin: Kimberly Langlotz, Vanessa Wischer, Lena Müller und Katharina Schmidt stoßen mit der amtierenden Weinkönigin Carolin Meyer an. Foto: Ralf Dieter

    Es ist einer der Höhepunkte in der Zeit vor der Wahl. Und einer der kompaktesten Tage für die vier Bewerberinnen um die Krone der Fränkischen Weinkönigin. Der Fränkische Weinbauverband organisiert traditionell eine Rundfahrt zu ausgewählten Betrieben und Winzern. Die jungen Frauen erfahren an diesem Tag viel Detailwissen, lernen Persönlichkeiten aus dem Fränkischen Weinbau kennen – und müssen nebenbei ganz schön viel schlucken.

    Am 20. März wird Carolin Meyer aus Greuth ihr Amt abgeben. Vier junge Frauen wollen sie beerben.

    Für Vanessa Wischer, Katharina Schmidt, Kimberly Langlotz und Lena Müller begann die Rundfahrt gestern, um 8.30 Uhr, in Castell. Carolin Meyer führte sie durchs Fürstlich Castell'sche Archiv und später durch das Domänenamt, wo sie halbtags arbeitet. Nächster Stopp in Wiesenbronn. Die Bewerberinnen hatten sich einen Besuch bei einem biologisch wirtschaftenden Unternehmen gewünscht. Gerhard Roth führte die jungen Frauen durch den Betrieb und betonte die Bedeutung eines durchdachten Begrünungsmanagements. „Wenn das funktioniert, brauchen wir den Reben nichts anderes zuführen.“ Tief wurzelnde Pflanzen sät er zwischen den Zeilen an, eine künstliche Beregnung lehnt er ab. „So lange ich lebe, wird es die nicht in meinen Weinbergen geben.“

    Standfestigkeit gefragt

    Eineinhalb Stunden waren für den Besuch anberaumt. Genug Zeit, um sich auszutauschen. Entscheidend sei es, dass die Verbraucher die Vielfalt Frankens schmecken, dass die Winzer die Besonderheiten der unterschiedlichen Böden herausarbeiten, betonte Roth. „Das kann die so genannte 'Neue Welt' in Australien oder Chile nämlich nicht“, meinte er und kredenzte den vier Frauen nach einem Sekt aus Eigenproduktion zwei Rotweine. Weil die gezielte Nachfrage nach bestimmten Rebsorten kam, entkorkte der Wiesenbronner zwei weitere Flaschen. „So viel trinke ich früh am Morgen selten“, kommentierte er mit einem Lächeln.

    Eine gewisse Standfestigkeit war an diesem Tag bei den jungen Frauen gefragt. Das Mittagessen nahmen sie im Weingut Grebner in Großlangheim ein. Vorher servierte ihnen Björn Grebner einen Silvaner und führte sie durch den Patrizierhof, der in den 90er-Jahren aufwändig renoviert und neu errichtet wurde. Auch am Nachmittag durften die Bewerberinnen in der Winzergemeinschaft Franken und im Weingut am Stein in Würzburg etliche Weine verkosten und die Philosophie der jeweiligen Betriebe kennenlernen. Zum Glück hatte der Weinbauverband ein Auto und mit Pressesprecher Michael Bock einen Chauffeur zur Verfügung gestellt, der die jungen Frauen sicher von Station zu Station brachte.

    Unterschiedliche Vorbereitung

    Von einem „positiven Stress in diesen Tagen“ sprach Vanessa Wischer, Kandidatin aus Nordheim. Sie studiert Journalismus und Medienmanagement an der FH in Wien und bereitet sich auf die Wahl unter anderem per Skype vor. Mit ihrem Trainer Klaus Wagenbrenner geht sie immer wieder neue Fragen zum Themenbereich Frankenwein durch. Auch aus ihrer Gemeinde erfahre sie viel Unterstützung.

    Eine gewisse Aufregung vor der Wahl am 20. März will sie nicht leugnen und versichert, dass sie die Bühne natürlich gerne als Siegerin verlassen würde. „Es wäre eine Ehre, für ein Jahr das Gesicht des Fränkischen Weinbaus zu sein.“

    Ihre Liebe zum Wein hat Katharina Schmidt schon als Weinprinzessin von Astheim zum Ausdruck gebracht. Jetzt möchte sie das gesamte Weinfranken repräsentieren. „Und über die Grenzen hinaus tragen, was die Winzer hier vor Ort alles leisten.“ Auch Schmidt hat einen erfahrenen Trainer, der sie auf die Wahl am 20. März vorbereitet. Vor dem Amt, das rund 400 Termine im Jahr vorsieht, hat sie Respekt, aber keine Angst. „Als Weinkönigin darf man ja viel Gutes für die Heimat tun.“

    Das möchte auch Kimberly Langlotz aus Dettelbach, die es als großes Glück bezeichnet, den Frankenwein repräsentieren zu dürfen. Sie organisiert Fahrten zu Winzern aus ganz Franken auf eigene Faust, informiert sich vor Ort über die jeweiligen Besonderheiten. Der 20. März ist für sie ein ganz entscheidender Termin. „So ein Tag kann über das ganze Leben entscheiden“, meint sie. Als gelernte Winzerin ist es für sie nichts Neues, schon am frühen Morgen Weine zu probieren. „Da sind die meisten Geschmacksknospen aktiv“, erklärt sie mit einem Lächeln. Als Erzieherin kennt Lena Müller volle Arbeitstage. „Da ist jeder Tag eine Bereicherung“, sagt die ehemalige Weinprinzessin aus Retzstadt. Als Weinkönigin dürfte das nicht anders sein. Sie möchte hinter das Produkt schauen und die Menschen dahinter kennenlernen. Müller bereitet sich unter anderem mit jeder Menge Weinbücher auf die Wahl am 20. März vor. Und sie hat einen Experten im eigenen Haus.Ihr langjähriger Freund ist Weinbautechniker und Sommelier.

    Ein langer und voller Tag endete gegen 18 Uhr am Vogel Convention Center in Würzburg. Dort wird am 20. März die 65.Weinkönigin Frankens gekürt. Nach den Eindrücken der Rundfahrt von gestern kann sich die fränkische Weinwirtschaft freuen: Sie wird auf jeden Fall eine würdige Botschafterin bekommen.

    Besuch in Großlangheim: Björn Grebner zeigte den Bewerberinnen seinen Betrieb. Natürlich gab es auch etwas zu trinken für Carolin Meyer, Vanessa Wischer, Kimberly Langlotz, Katharina Schmidt und Lena Müller. Fotos: R. Dieter Foto: Ralf Dieter

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