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    Mainstockheim

    Wenn sich ein Kinderchor selbst beschenkt

    Der Kinderchor Young Harmony mit Plakaten, Flyern, CDs und Programmheften vergangener Konzertauftritte, Projekte und Musicals. Foto: Uwe Ungerer
    Frage: Die erste Chorprobe 1999 – woran erinnern Sie sich noch?

    Uwe Ungerer: Vor allem daran, dass ich sehr aufgeregt war. Seit 1991 leitete ich zwar schon Chöre und auch in Mainstockheim war ich bereits kein Unbekannter mehr, aber mit einem Kinderchor unter dem Dach eines Vereins hatte ich bis dahin noch nichts zu tun. 

    Uwe Ungerer. Foto: Archiv
    Wie viele Chorsänger gab es seither insgesamt?

    Ungerer: Schätzungsweise um die 300 Sängerinnen und Sänger. Die Fluktuation war jedes Jahr sehr hoch. Im Jugendchor singen momentan einige junge Erwachsene mit, die schon über 13 Jahre im Chor sind. Da waren die Sänger der Rainbow Kids und des Kinderchores noch nicht mal auf der Welt.

    Wie ist die Teilnehmerzahl aktuell?

    Ungerer: Der Chor hat momentan um die 80 aktive Mitglieder. Bei den Jüngsten, den Rainbow Kids, sind es etwa 20, im Kinderchor und im Jugendchor jeweils um die 30 Sängerinnen und Sänger.

    Gibt es schon eine zweite Generation im Chor, also Kinder von den Ursprungsmitgliedern?

    Ungerer: Es gibt bereits etliche Ehemalige, die verheiratet sind und Kinder haben. Doch sind diese Kinder glaube ich noch etwas zu klein. Ich würde mich aber sehr freuen, wenn eines Tages Eltern ihr Kind in den Chor bringen, die selber schon mitgesungen haben.

    Das beste Alter, um mit Chorgesang zu beginnen?

    Ungerer: Singen im Chor ist gut vergleichbar mit der Schule: Mehrere versammeln sich, einer steht vorne und bringt etwas bei, die Schüler müssen aufpassen und sich eine gewisse Zeitspanne konzentrieren können. Das ist wohl am ehesten mit dem Eintritt ins Grundschulalter möglich. Auch die Stimme beginnt sich in diesem Alter langsam zu entwickeln. 

    Wie merkt man, dass man Talent hat?

    Ungerer: Ein Rat an die Eltern: Ohren aufsperren und das Kind beobachten.

    Wie groß ist das Kommen und gehen bei einem Jugendchor?

    Ungerer: Wegen der Fluktuation sowie der physischen Entwicklung der Kinder und Jugendlichen stehe ich alle zwei Jahre vor einem völlig neuen Chor.

    Ihr Lieblingschor?

    Ungerer: Da bin ich befangen, denn als ehemaliger Sänger des Windsbacher Knabenchores während meiner Schulzeit ist dieser definitiv mein Lieblingschor. 

    Was begeistert Sie an Chören?

    Ungerer: Die unglaubliche Vielfalt, die Möglichkeiten in der Gestaltung, der Liedauswahl. Natürlich auch das Miteinander. Bei einem Chor kommt der Sound unmittelbar, ganz direkt vom Ausführenden und beim Zuhörer an.  

    Wie kam es zu der Gründung?

    Ungerer: In Mainstockheim leite ich seit 1996 den Männerchor der Sangesfreunde. Einige Chorsänger, vor allem des gemischten Chores, hatten zu diesem Zeitpunkt noch sehr junge Kinder und hegten den Wunsch, dass man in Mainstockheim nach längerer Zeit wieder den Versuch wagen sollte, einen Kinderchor ins Leben zu rufen.

    Dirigent wurde ich...

    Ungerer: 1991 – kurz nach dem Abi.

    Chormusik begeistert mich, weil...

    Ungerer: ...es faszinierende Chorliteratur in allen Genres gibt. Nicht zu vergessen die vielen unterschiedlichen Chorformationen. Von kleiner a capella Gruppe wie Viva Voce bis hin zu den großen Rundfunkchören und Kantoreien.

    Wie kam es zu den Musicals?

    Ungerer: Die Idee, mit den Kindern irgendwann einmal ein Musical aufzuführen, stand von Anfang an im Raum. Die Frage war nur, in welcher Größenordnung wir uns bewegen sollten. Ende 2000 war es dann soweit. Wir beschlossen, das Wagnis einzugehen und im Herbst 2001 in der gerade erst neu gebauten Turnhalle Mainstockheim ein Musical aufzuführen. Mit Sicherheit haben wir Maßstäbe in der gesamten Vereinslandschaft gesetzt.

    Wie viel Zeit braucht es, a) ein Musical zu schreiben und b) es einzuüben?

    Ungerer: Die Geschichte sich auszudenken, dauert am längsten. Texte zu schreiben und Melodien zu erfinden, geht bei mir relativ schnell, aber dann folgt natürlich noch die Ausarbeitung, das Arrangieren bis hin zum Layout der Noten. Für das aktuelle Musical "Hotel Happiness", das wir gerade begonnen haben, einzuüben, habe ich etwa vier Monate gebraucht. Im Januar haben wir mit dem Einüben begonnen, da war das Stück noch nicht mal ganz fertig. Nun haben wir ein dreiviertel Jahr Zeit, um den gesamten Notentext einzuüben. 

    So begehen wir das Jubiläum...

    Ungerer: Das ganze Jahr haben wir mit den Vorbereitungen zum Musical so viel zu tun, dass wir uns voll und ganz auf dieses Projekt konzentrieren werden. Mit den vier Vorstellungen unseres Musicals "Hotel Happiness" in den Allerheiligenferien 2019 werden wir unser Jubiläum gebührend feiern. 

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