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    Iphofen

    Wie Iphofen den Wohnungsmarkt belebt

    Dieser Häuserkomplex in der Iphöfer Kirchgasse ist bereits verschwunden, um Platz zu schaffen für neun städtische Mietwohnungen. Foto: Eike Lenz

    In Zeiten knappen Wohnraums geht die Stadt Iphofen beispielhaft voran: Sie errichtet in bester Altstadtlage selbst neun Mietwohnungen. Der Bauausschuss hat am Montagabend dem Antrag zum Neubau eines Wohngebäudes in der Kirchgasse 11 und 13 zugestimmt – eine Formalie, nachdem der Stadtrat zuvor die Grundlinie festgezurrt hatte. Ein Beitrag für bezahlbaren Wohnraum soll das Ganze sein, doch Bürgermeister Josef Mend machte in der Sitzung klar: Die Miete wird irgendwo zwischen 7,50 Euro und 8,20 Euro pro Quadratmeter liegen. Von „sozialem Wohnungsbau“ traute sich denn am Montag auch keiner im Ausschuss zu sprechen. Angesichts rasant gestiegener Herstellungskosten im Wohnungsbau sei aber ein günstigerer Mietpreis nicht zu machen, sagte der Bürgermeister.

    Zwei Millionen Euro wird das Projekt nach ersten Schätzungen kosten. Es wird vom Staat mit 30 Prozent echtem Zuschuss und einem zinslosen Darlehen von 60 Prozent der Bausumme gefördert, den Rest trägt die Stadt als Eigenanteil. Die Gebäude hat die Stadt bereits erworben. Starten soll der Bau frühestens in diesem Herbst, wahrscheinlich aber erst im Frühjahr 2020. Statt der ursprünglich geplanten zehn Wohnungen werden es in der neuen Konzeption nur noch neun sein – eine Empfehlung der Regierung, da der Wohnraum im Dachgeschoss sonst zu knapp bemessen wäre.

    Der neue Kindergarten wird schon erweitert

    Auch die Erweiterung des Kindergartens an der Ecke von Schützen- und Manegoldstraße hat der Ausschuss auf den Weg gebracht. Die erst im vergangenen Herbst eröffnete Kindertagesstätte ist schon wieder zu klein und soll um eine Gruppe erweitert werden. Dazu wird im Süden des bestehenden Gebäudes eine weitere Wabe in Holzbauweise angegliedert. Wenn im Herbst die neuen Kinder kommen, sollen sie zunächst in einem Wohncontainer untergebracht werden. Mit fünf bis sechs Monaten Bauzeit rechnet die Stadt. Steigt die Kinderzahl und der Bedarf an Plätzen weiter, könnte der Bau im Norden noch um eine Krippengruppe erweitert werden, sagte Bürgermeister Mend auf Nachfrage.

    Unter Auflagen zugestimmt hat der Bauausschuss dem Antrag zum Betrieb einer Motorradwerkstatt in der Iphöfer Schlesienstraße. Nach der Gesetzeslage sind dort Gewerbebetriebe „ausnahmsweise zulässig“, solange sie den Charakter des Wohngebiets nicht stören. Der Betreiber, der sein Gewerbe für den Nebenerwerb angemeldet hat, muss sich deshalb an Werkstattzeiten halten: montags bis freitags von 16 bis 19 Uhr, samstags von 8 bis 16 Uhr. Wie Bürgermeister Mend mitteilte, hat es bereits „Beschwerden“ aus der Nachbarschaft gegeben. Den Antrag für die Nutzungsänderung der Garage, in der die Werkstatt untergebracht ist, hatten laut Verwaltung aber alle Nachbarn unterschrieben.

    Wohnanlage im zweiten Anlauf genehmigt

    Auch eine andere Sache ist vom Tisch. Nachdem der Ausschuss in der zurückliegenden Sitzung den Antrag zum Bau einer Wohnanlage im Mühlenweg zurückgestellt hatte, stimmte er dem Projekt nun zu. Der geforderte Grünordnungsplan, der damals gefehlt hatte, lag jetzt vor. Außerdem war ein Teil der nachzuweisenden Stellplätze für die insgesamt elf Wohnungen auf das Grundstück verlegt worden, allerdings erst auf Initiative des Stadtplaners. Einige wenige blieben zudem entlang der Straße, wie Stadträtin Peggy Knauer bemängelte. Sie stimmte als Einzige gegen das Vorhaben. Überhaupt kam der Planer in der ganzen Sache nicht gut weg, weil er einfachste Anforderungen nicht umgesetzt habe.

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