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    Kitzingen

    Wie ein chilenischer Austauschschüler am AKG Deutsche sieht

    Das Bild zeigt die AKG-Schüler (von links) Eva Rahn, Zadie Henley, Amelie Lohmann, Xenia Maurer, Nadine Heunisch, Laetitia von Petery, Clemente Pascual, Sabrina Walter, Kevin Wildberg, Thanh Binh Nguyen und Nico Reiswich. Foto: Elisabeth Werther

    Für den chilenischen Austauschschüler Clemente Pascual ist Kitzingen tatsächlich ein Dorf, denn in Chile hat eine Stadt mehr als 50 000 Einwohner. Clemente ist 17 Jahre alt und besucht seit Dezember 2019 die Klasse 10E des Armin- Knab-Gymnasiums, schreibt die Schule in einer Pressemitteilung. In seiner Heimat lebt er abwechselnd in zwei chilenischen Dörfern, 900 Kilometer südlich der Landeshauptstadt Santiago.

    Er besucht seit der Vorschulklasse die Deutsche Schule in Villarrica, in der er nun schon über zwölf Jahre die deutsche Sprache erlernt. Deutsche Schulen sind in Lateinamerika laut der Mitteilung sehr angesehen. Viele Familien haben selbst deutsche Wurzeln und schätzen das gute Bildungsangebot.

    Während seines Aufenthaltes in Kitzingen lebt Clemente bei einer Gastfamilie in Sulzfeld, bei der er sich sehr wohl fühlt. Ziel seines Besuches ist es, seine Sprachkenntnisse zu verbessern und das Leben in Deutschland kennenzulernen.

    Seine Mitschüler schätzen besonders seine Mithilfe im Spanischunterricht. Dabei lernten sie auch, dass es Unterschiede gibt zwischen dem Spanisch, das in Spanien gesprochen wird, und dem der Chilenen. Geklappt hat die Kommunikation aber trotzdem.

    Jogginghose statt Schuluniform

    Bezüglich der Mode sind Clemente zahlreiche Unterschiede im Vergleich zu Chile aufgefallen. Hier in Deutschland sieht man viele weiße Schuhe und in der Schule auch schon mal Jogginghosen. Außerdem sind Markenartikel stark vertreten. An Clementes Schule ist es üblich, dass Schüler eine Schuluniform tragen. Diese besteht aus einem roten Pullover, einem weißen Poloshirt, einer schwarzen Hose oder einem schwarzen Rock und dazu schwarze Schuhe.

    Vergleicht man das AKG und Clementes Schule, so fällt der Größenunterschied auf: Das AKG zählt rund 1000 Schüler, seine Schule in Chile gerade einmal 350 bis 400. Das hatlaut Clemente Vorteile und Nachteile. In einer größeren Schule lernt man viele neue Menschen kennen, man findet schneller Freunde und ist als Person anonymer, findet er. In einer kleinen Schule jedoch fühlt man sich wie in einer großen Familie und hat ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl.

    Besonders aufgefallen ist Clemente, wie geordnet es in Deutschland zugeht, zum Beispiel findet er, dass Busse und Bahnen pünktlich sind. Überhaupt gebe es in Chile viel mehr Unruhe und Demonstrationen. Der Klimawandel ist dort deutlicher spürbar als hier in Deutschland. Die Temperaturen liegen im Sommer zwischen 30 und 40 Grad, im Winter zwischen 0 und 15 Grad, das heißt, es ist deutlich wärmer geworden.

    Mit großer Begeisterung sagt Clemente: "Deutschland gefällt mir zu vollen 100 Prozent!"

    Bearbeitet von Katrin Amling

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