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    Kitzingen

    Wittmanns Galerie: Kitzinger Stadtrat vertagt das Thema

    Der Kitzinger OB Müller hätte gern den Bebauungsplan für das geplante Einkaufszentrum beschließen lassen. Doch der Stadtrat lehnte eine Entscheidung mangels Information ab.
    An diesem Hang des Wohngebiets Marshall Heights, Kitzingen, will Immobilienunternehmer Georg Wittmann das Einkaufszentrum 'Galerie Kitzingen' bauen. Im Vordergrund die Bundesstraße 8.
    An diesem Hang des Wohngebiets Marshall Heights, Kitzingen, will Immobilienunternehmer Georg Wittmann das Einkaufszentrum "Galerie Kitzingen" bauen. Im Vordergrund die Bundesstraße 8. Foto: Andreas Brachs

    Die Entscheidung fiel knapp aus: Die Stadtratsmehrheit stimmte am Donnerstagabend dagegen, sich mit einem Bebauungsplan für das geplante Einkaufszentrum "Galerie Kitzingen" zu befassen. Auf rund 10 000 Quadratmetern Grundfläche will der Kitzinger Immobilienunternehmer Georg Wittmann in der ehemaligen US-Kaserne Marshall Heights, direkt an der B 8,  einen dreistöckigen Komplex aus Geschäften und Praxen bauen. 

    Mit 15:13 folgte die Mehrheit einem entsprechenden Eilantrag von Andrea Schmidt (Grüne), den Punkt von der Tagesordnung zu nehmen. Sie hatte argumentiert, dass es vor einem Beschluss für die Aufstellung eines Bebauungsplans intensiver Diskussionen bedürfe. So solle sich im Vorfeld der Stadtentwicklungsbeirat mit dem Thema befassen. Schmidt sah weder Dringlichkeit noch Notwendigkeit für eine schnelle Entscheidung. 

    Stadtentwicklungsbeirat fühlt sich übergangen

    Da half es auch nichts, dass Bauamtsleiter Oliver Graumann argumentierte, dass der Beschluss nur ein erster Schritt sei, um Einzelhandel in der ehemaligen US-Kaserne Marshall Heights zu ermöglichen. "Das ist keine Vorprägung in irgendeine Richtung", betonte er.

    Thomas Rank (CSU)  erklärte, ein Einkaufszentrum dieser Größe müsse auf Verträglichkeit für die Innenstadt geprüft und vorher ausführlich diskutiert werden. Ebenso wünschte er sich, die Stellungnahmen der Einzelhändler zu hören. "Es wäre guter Stil gewesen", den Stadtentwicklungsbeirat einzubeziehen, statt eine Entscheidung im "Schweinsgalopp" zu treffen, sagte der Stadtentwicklungsreferent an die Adresse der Verwaltung.

    Verwaltung legt nur wenige Informationen vor

    Deutlicher wurde Andreas Moser, Fraktionsvorsitzender der CSU. Er warf Oberbürgermeister Siegfried Müller (UsW) vor: "Sie bringen den Stadtrat in Teufels Küche, weil sie das Thema durchjagen wollen." Auch Moser betonte, dass das Einkaufszentrum große Auswirkungen auf die ganze Stadt habe. Umso unverständlicher: Dem Stadtrat lagen bis zu Sitzungsbeginn nicht einmal die Pläne von Wittmann vor.

    Die Verwaltung hatte lediglich einen mageren Lageplan vorgelegt, aus dem Größe und Dimension des Einkaufszentrums nicht hervorgehen. Auch nannte die Sitzungsvorlage keinerlei Zahlen zu denkbarer Grundfläche, Nutzfläche, Verkaufsfläche. Unüblich für ein solch großes Projekt. Stattdessen war immer nur von nicht näher definierter "Nahversorgung" die Rede. Kein Wunder, dass sich die Räte schlecht informiert fühlten und die Sorgen und Fragezeichen derzeit überwiegen. 

    So stimmten CSU, SPD, ÖDP sowie Andrea Schmidt (Grüne) und Uwe Hartmann (Bayernpartei) gegen die Behandlung des Themas. Freie Wähler – für sie kandidiert Georg Wittmann auf der Stadtratsliste –, der Großteil der UsW, KIK und ProKT waren dafür, über den Bebauungplan abzustimmen.

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