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    Kitzingen

    Zeitplan gekippt: Neue Umweltstation geht erst 2022 in Betrieb

    Ärger im Kreisausschuss: Der Zeitplan für die neue Umweltstation in Marktsteft kann nicht gehalten werden. Die Verzögerung sorgt für Unmut unter den Räten.
    Der alte Hafen von Marktsteft. Hier entsteht die neue Umweltstation des Landkreises – allerdings mit einiger Verzögerung. Foto: Julia Lucia

    Im Mai war das Votum eindeutig gewesen: Der Kreistag beschloss mit 55:1 Stimmen, dass die neue Umweltstation des Landkreises Kitzingen in Marktsteft entstehen soll. In die engere Auswahl war auch Dettelbach gekommen, das am Ende jedoch klar die Segel streichen musste. Ein halbes Jahr später gibt es jetzt Ärger: Der Zeitplan kann nicht eingehalten werden. Es stockt, bevor es überhaupt richtig losgegangen ist. Aus dem geplanten Eröffnungstermin im Oktober 2021 wird nichts. Neuer Termin ist Mitte des zweiten Quartals 2022.

    Der Grund: Die Stadt Marktsteft hatte bei ihrer Planung schlichtweg nicht berücksichtigt, dass das Projekt wegen des doch beachtlichen Umfangs europaweit ausgeschrieben werden muss – und so etwas dauert. Stand der Dinge ist: Derzeit geht es um die Auswahl des Planungsbüros. Danach muss die Baugenehmigung eingeholt werden. Ob das noch in diesem Jahr klappt, ist völlig offen.

    Im November 2018 informierten sich die Kreisräte im Hafengebäude von Marktsteft. Bürgermeister Thomas Reichert stellt das Projekt vor. Inzwischen ist bei den Kreisräten Unmut aufgekommen, weil sich das Projekt verzögert. Foto: Julia Lucia

    Während der Sitzung des Kreisausschusses am Dienstagnachmittag im Landratsamt kam ein gehöriges Murren bei einigen Kreisräten auf. Freie-Wähler-Chef Josef Mend forderte: "Das muss besser laufen!" Margit Hofmann (SPD) betonte, man dürfe "sich nicht vorführen lassen". Sie hob zudem sichtlich verärgert hervor, dass wegen der Marktstefter Zusagen bei der Abstimmung im Mai "eine seriöse Variante ausgeschieden ist".

    Eine echte Handhabe haben die Kreisräte indes nicht, was den Gang der Dinge anbelangt: Eine Frist, wann die Station spätestens eröffnen muss, gibt es in dem Kooperationsvertrag zwischen Landkreis und Marktsteft nicht, wie die Verwaltung betonte.

    Alte Industriegebäude

    Marktsteft richtet die Umweltstation in einem bestehenden Gebäude an seinem alten Hafen ein. Die Umweltstation, die Bildung für eine nachhaltige Entwicklung (BNE) zum Ziel hat, wird in Industriegebäuden aus dem 19. Jahrhundert am ältesten Binnenhafen Bayerns angesiedelt. Sie soll im Erdgeschoss barrierefrei auf rund 280 Quadratmetern unterkommen.

    Bürgermeister Thomas Reichert hatte dem Kreistag seinerzeit versprochen, dass der Bauantrag "noch vor der Sommerpause" von der Stadt eingereicht werden könnte. Der Umbau hätte dann Ende März 2020 beginnen und im Herbst 2021 fertig sein sollen. Laut der damals vorgelegten Zahlen wird die BNE-Station 5,3 Millionen Euro kosten. Freistaat, Landkreis und Denkmalschutz würden demnach rund 3,4 Millionen Euro an Zuschüssen geben.

    Zwei Vollzeitstellen

    Der Eigenanteil Marktstefts wurde mit 1,2 bis 1,5 Millionen Euro angegeben. In der Station werden zwei Vollzeitstellen eingerichtet. Auf den Landkreis selber kommen Investition von rund einer halben Million Euro zu. Außerdem finanziert er langfristig die Betriebs- und Personalkosten mit 90 Prozent.

    Auf Anfrage dieser Redaktion bezifferte der Marktstefter Bürgermeister die zeitliche Verzögerung auf "aus heutiger Sicht etwa sechs Monate". Neben der europaweiten Ausschreibung gebe es Probleme "von sehr stark überlasteten Dienstleistern und Planungsbüros". Reichert betont gleichzeitig, dass "die Stadt Marktsteft bemüht ist, weitere Verzögerungen zu vermeiden bzw. entstandene teilweise zu kompensieren".

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