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    Albertshofen: Später Haushalt mit erfreulichen Zahlen

    Die Beteiligung an der Erweiterung des Kindergartens gehört zu den größten Investitions-Posten der Gemeinde Albertshofen in diesem Jahr.
    Die Beteiligung an der Erweiterung des Kindergartens gehört zu den größten Investitions-Posten der Gemeinde Albertshofen in diesem Jahr. Foto: Hartmut Hess

    "Normal wird ein Haushalt nie so spät aufgestellt, aber heuer ist es aus Personalgründen und den Kommunalwahlen etwas später geworden und sie in Albertshofen sind als letzte in der VG an der Reihe", erklärte Michael Schmitt, Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Kitzingen in der Albertshöfer Haushaltssitzung. War der späte Zeitpunkt nach fast einem halben Jahr nicht so erfreulich, entpuppte sich jedoch das Zahlenwerk des Haushalts in vielen Parametern höchst erfreulich. Eine ordentliche Zuführung zum Vermögenshaushalt samt freier Finanzspanne, eine Sondertilgung der Darlehen und danach noch rund eine Million Euro in den Sparstrumpf, so gut stand die Gemeinde seit Jahrzehnten nicht mehr da.

    Das Haushaltsvolumen beläuft sich heuer auf 8,21 Millionen Euro und bewegt sich damit um 4,6 Prozent über dem Vorjahresetat. Im Verwaltungshaushalt dominiert auf der Einnahmenseite die Einkommenssteuerbeteiligung mit 1,25 Millionen Euro. Die Gewerbesteuereinnahmen sind wegen der Corona-Krise mit 175 000 Euro auf der Hälfte des Vorjahresniveaus kalkuliert. Entsprechend der relativ niedrigen Steuerkraft der Gemeinde bekommt Albertshofen den schönen Brocken von 927 000 Euro an Schlüsselzuweisungen aus München. Neben staatlichen Zuweisungen tun die 230 000 Euro aus Mieten und Pachten dem Gemeindesäckel gut.

    Kindergartenbetreuung ist größter Ausgabeposten

    Auf der Gegenseite fallen alleine eine Million Euro für die Kindergartenbetreuung als großem Ausgabeposten an. Mit 869 000 Euro ist die Kreisumlage der zweitgrößte Brocken bei den Ausgaben. An der Zuführung vom Verwaltungs- zum Vermögenshaushalt mit 400 000 Euro liest sich die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Gemeinde ab. Nach Abzug von der 110 000 Euro Tilgung ergibt sich eine freie Finanzspanne von 290 000 Euro. Der Vermögenshaushalt sieht Gesamtausgaben von knapp vier Millionen Euro vor, dabei sind alleine eine Million Euro für den Erwerb von bebauten und unbebauten Grundstücken eingestellt.

    Größere Investitionen sind heuer ein Teilbetrag für die Anschaffung eines Feuerwehr-Einsatzfahrzeugs (150 000 Euro), die Neugestaltung des Rathausvorplatzes (157 000 Euro), die Kostenbeteiligung an der Kindergartenerweiterung (354 000 Euro) und die Sanierung der Gartenlandhalle (288 000 Euro).

    Schuldenstand sinkt immer schneller

    Wie gesund die Gemeinde derzeit ist, belegt die Tatsache, dass die Gemeinde neben der ordentlichen Tilgung von 110 000 Euro noch 345 000 Euro an außerordentlicher Darlehens-Tilgung leisten kann. Obendrein sieht das Zahlenwerk eine ungewöhnlich hohe Zuführung an die allgemeine Rücklage vor. Nach dem Investitionsprogramm von 2,24 Millionen Euro kann die Gemeinde noch fast eine Million Euro auf die hohe Kante legen. Das wird möglich, weil aus dem Vorjahr ein Sollüberschuss von 2,75 Millionen Euro den Vermögenshaushalt schmückte.

    Neue Darlehen sind seit geraumer Zeit ein Fremdwort im Gärtnerdorf, vielmehr sinkt der Schuldenstand immer schneller. Planmäßig wird sich die Verschuldung zum Jahresende 2020 auf 776 000 Euro belaufen. "Aus der Sicht eines Kämmerers ist der Schuldenabbau in Albertshofen vorbildlich", meinte Michael Schmitt – das hörte sich nach dem Attest der Musterknaben an.

    Die Pro-Kopf-Verschuldung wirt zum Jahresende 335 Euro betragen, damit bewegt sich Albertshofen weit unter dem Landesdurchschnitt vergleichbarer Kommunen mit 592 Euro. Neben der Allgemeinen Rücklage hat die Gemeinde noch eine Abwasserbeseitigungs-Sonderrücklage von 270 000 Euro. Bei diesen positiven Zahlen tat sich die Ratsrunde leicht mit der kollektiven Zustimmung zum Haushaltsplan mitsamt der Haushaltssatzung und dem Stellenplan.

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