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    Wiesentheid

    Aussichtsturm bei Reupelsdorf auf Eis gelegt

    Ein geplanter Aussichtsturm im Ortsteil Reupeldsorf ließ die Wiesentheider Gemeinderäte diskutieren. Der Turm soll im Zuge eines drei Kilometer langen Wanderweges um das Dorf herum entstehen und diesen als Attraktion bereichern. Geplant war der etwa sieben Meter hohe Turm an einer Stelle oberhalb von Reupelsdorf und dem Aussiedlerhof Löb in Richtung Wiesentheid.

    Der Wanderweg rund um den Ort führt an acht Stationen vorbei, die Besonderheiten der Flur und des Ortes aufzeigen. Die Einweihung des Weges war mit dem Abschluss der Dorferneuerung für September geplant. Einen Großteil der Kosten von rund 20 000 Euro hätte die Gemeinde als Zuschuss bekommen.

    Vorgesehener Platz gehört schon zum Nachbarort

    Ein Haken an dem Ganzen ist jedoch, dass die Stelle für den Turm bereits zur Gemarkung des Nachbarorts Laub, also zur Stadt Prichsenstadt, gehört. Der dortige Stadtrat hatte das Vorhaben erst kürzlich abgelehnt. Nun schlug der Reupelsdorfer Gemeindevertreter Walter Rosentritt eine neue Stelle, unweit der bisherigen vor. Der Grundbesitzer sei bereit zu Gesprächen, so Rosentritt. Dort könnte man einen Erdhügel aufschütten und den Turm bauen. Außerdem ließe sich im Umgriff ein kleines Biotop errichten. Das Ganze eile jedoch, denn der Aussichtsturm müsste bis Ende September gebaut werden. Zuschüsse werde es wohl keine mehr geben, meinte Rosentritt weiter.

    Im Gemeinderat sah man die Angelegenheit kritisch. Manchmal müsse man weite Wege gehen, bis man eine Lösung bekomme, meinte Otto Hünnerkopf (CSU). Man habe an der Stelle "einen traumhaften Blick", fand sein Fraktionskollege Georg Stürmer. Dagegen gefiel Harald Godron (Bündnis 90/Die Grünen) das Vorhaben nicht, ein Stahlgerüst auf einem aufgeschütteten Hügel, darum ein Biotop, davon halte er nichts.

    Wörner hält das Ganze für eine "Trickserei"

    Für Bürgermeister Klaus Köhler (Bürgerblock) ist der Turm "nicht gerade eine Herzensangelegenheit". Man müsste erst einmal den bestehenden Bauantrag aufheben, um ihn an neuer Stelle zu bauen, erinnerte er. Zudem sei der Zeitplan recht knapp. Heinrich Wörner nannte das Ganze "eine Trickserei", man könne außerdem den Stadtratsbeschluss Prichsenstadts nicht übergehen. Die Räte legten schließlich das Projekt erst einmal auf Eis. Man könne den Turm auch später bauen.

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