• aktualisiert:

    Seinsheim

    Das Wohl der Gemeinde immer im Blick gehabt

    Die künftige Bürgermeisterin Ruth Albrecht dankte Heinz Dorsch am Ende der Sitzung des Marktgemeinderats für das Engagement in seiner 30-jährigen Amtszeit.
    Die künftige Bürgermeisterin Ruth Albrecht dankte Heinz Dorsch am Ende der Sitzung des Marktgemeinderats für das Engagement in seiner 30-jährigen Amtszeit. Foto: Gerhard Krämer

    Seinsheims Bürgermeister Heinz Dorsch hat nach 30 Jahren seine letzte Gemeinderatssitzung geleitet. Sie fand wegen des gebotenen Abstands im Jugendheim statt. 387 Sitzungen waren es insgesamt, erzählte er später in seinem kurzen Rückblick. Doch zuvor hatte sich der Gemeinderat in seiner alten Besetzung noch mit vielen Zahlen beschäftigen müssen und den Haushalt beschlossen. Inwieweit Corona die Zahlen verändert, ist noch nicht abzusehen.

    Er erinnere sich noch an den 1. Mai vor 30 Jahren, als man die Linde vor dem Rathaus an seinem Amtsantritt gepflanzt habe, sagte der scheidende Bürgermeister. Etwas, was in diesem Jahr so nicht möglich ist, ebenso wenig wie eine offizielle Schlüsselübergabe beim Maibaumaufstellen. Corona habe vieles geändert. Wie schnell die 30 Jahre vergangen sind, kann sich Dorsch eigentlich auch nicht vorstellen. 387 Ratssitzungen habe es in den 30 Jahren gegeben, nur eine habe er davon nicht geleitet. 7700 Tagesordnungspunkte seien behandelt worden.

    Im Rathaus dürfe man auch streiten, aber wenn man hinausgehe, müsse man sich wieder in die Augen schauen können, habe seine Maxime gelautet. Der Dienst beginne am Montag früh und ende am Sonntag Abend. Wenn er nun aus dem Amt scheide, dann mehr mit einem lachenden als einem weinenden Auge. Denn ab 1. Mai müsse er sich keine Gedanken mehr darüber machen, welcher Baum umfallen könnte, wenn es stürme. Künftig möchte er sich mit dem Archiv befassen.

    Ein Dank von Herzen

    Im Namen des Marktgemeinderates dankte die künftige Bürgermeisterin Ruth Albrecht Heinz Dorsch für dessen Engagement. "Wir haben gekämpft, gestritten, gelacht – und schöne Ratsstunden miteinander verbracht." Eines sei nie passiert: "Wir haben unsere Gemeinde dabei nie aus den Augen verloren." Auch einige Geschenke hatte sie dabei. Doch die stellte sie auf einen Tisch ab. Es gab ein Danke ohne Händedruck, ohne Umarmung, aber von Herzen.

    Diese überraschende Verabschiedung rührte auch Heinz Dorsch. Die offizielle, auch die die scheidenden Gemeinderäte, findet statt, sobald es Corona zulässt.

    Zulässig war auf jeden Fall die Sitzung mit der Haushaltsverabschiedung. Kämmerer Wolfgang Schmer hatte den Ratsmitgliedern das Zahlenwerk vorgestellt. Rund zwei Millionen Euro stehen im Verwaltungshaushalt, 1,33 Millionen Euro im Vermögenshaushalt. Im Verwaltungshaushalt erhöhen sich Einnahmen und Ausgaben um 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

    Schmer nannte auf der Einnahmenseite die Grundsteuern (118 000 Euro), die Einkommens- und Umsatzsteuerbeteiligung (538 000), die Gewerbesteuer (46 000), die Schlüsselzuweisung (544 600) und die Verwaltungs- und Benutzungsgebühren (202 100). Auf der Ausgabenseite stehen die Kreisumlage (370 000 Euro), die Umlage an die Verwaltungsgemeinschaft Marktbreit (150 200) und die Zinsen für laufende Kredite (4600).

    Im Vermögenshaushalt belaufen sich die Investitionen auf rund 1,3 Millionen Euro (Glockengruft, Jugendraum, Baugebiet Wässerndorf, Kläranlage, Bauhofhalle, Dorfgemeinschaftshaus Iffigheim). Eine Kreditaufnahme ist nicht vorgesehen. Finanzierungslücken werden durch eine Rücklagenentnahme gedeckt.

    Zwei Mal wöchentlich bequem per E-Mail:
    Abonnieren Sie jetzt den kompakten Kitzingen-Newsletter!

    Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!