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    Kitzingen

    Die Glosse: Wie sehr darf Mist stinken?

    Der etwas andere Wochenrückblick: Heute mit viel Baggersee. Noch mehr Hitze. Dazu ein Kitzinger Trauerspiel. Und ein Engel sowie ein ulkiger Nachtfalter sind auch dabei.
    Alles Mist: Die Diskussion ist eröffnet, wie viel Stallmist auf den Feldern ausgebracht werden und wie sehr das stinken darf.
    Alles Mist: Die Diskussion ist eröffnet, wie viel Stallmist auf den Feldern ausgebracht werden und wie sehr das stinken darf. Foto: Oliver Berg (dpa)

    Während die Mainschleife vor lauter Menschen gerade kaum zu sehen ist, herrscht  anderswo verdächtige Ruhe: Der Dettelbacher Baggersee produziert diesen Sommer so gar keine Schlagzeilen. Das Nacktbader-Problem des vergangenen Jahres scheint verschwunden. Vielleicht regt es aber auch nur keinen mehr auf, weil es tatsächlich andere Probleme gibt. Oder es ist womöglich selbst für Baggersee-Besuch einfach nur zu warm. 32,1 Grad hat es hier beispielsweise gerade in der Redaktion - drücken wir also die Daumen, dass der Text hier noch fertig wird, bevor wir ganz verdampfen.

    Neben den Nacktbadern fehlt diesen Sommer bisher noch etwas: die berühmte Sommerloch-Tiergeschichte. Das kann natürlich keinesfalls so bleiben. Gut, in den Eichenwäldern bei Wiesentheid ist ein Nachtfalter aufgetaucht, der als ausgestorben galt. Aber bis auf den Namen – die Helle Pfeifengras-Grasbüscheleule - haut das keinen vom Stuhl. Deshalb denken wir gerade darüber nach, einen Praktikanten loszuschicken, um irgendwo heimlich ein Krokodil am Wasser auszusetzen - vielleicht ja sogar am Dettelbacher Baggersee. Das würde uns über die maue Nachrichtenzeit doch erheblich hinweghelfen.  

    Die Glosse: Wie sehr darf Mist stinken?

    Wobei: So Nachrichtenarm ist dieser August gar nicht. Allein über das Trauerspiel rund um den Kitzinger Bahnhof ließen sich ganze Zeitungsbände füllen. Generationen von Oberbürgermeistern und Zeitungsredakteuren hat dieses Thema zerschlissen - um jetzt wieder am Ausgangspunkt zu sein. Ein Dauerärgernis. Inzwischen werden erste Stimmen laut, das "Kitzingen"-Schild vom Bahnhof aus Scham zu entfernen - und statt dessen Waterloo hinzuschreiben. Kein schlechter Gedanke, beschreibt er doch genau die Situation.

    Die vergangenen Tage zeigten zudem, dass es neben dem Kitzinger Bahnhofsdrama noch anderen Mist gibt. Eine Diskussion entbrannte, wie viel Mist auf den Feldern am Kitzinger Stadtrand ausgebracht werden und wie sehr das stinken darf. In einem Leserbrief gab es nicht zu Unrecht den Hinweis, dass stinkender Mist etwas Natürliches ist. Ein anrüchiges Thema, das ungeahnte Emotionen erzeugen kann. 

     Wie gut, dass bei all dem auch noch schöne Nachrichten gibt. Kitzingens Ober-Chef-Vogelschützer Robert Endres darf sich geehrt fühlen und nunmehr „Grüner Engel“ nennen. Da gratulieren wir doch herzlich - verdient ist verdient. Die ausführliche Laudatio schaffen wir leider nicht mehr, weil es jetzt bei inzwischen 32,6 Schwitzhitzegrad so weit ist: wir verdampfen. 

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