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    Kitzingen

    Jünger, weiblicher, bunter: Volkacher Stadtrat nimmt Arbeit auf

    Mit neun neuen Mitgliedern startet der neue Volkacher Stadtrat in die neue Amtsperiode. Bei der Wahl zum 3. Bürgermeister setzte sich aber ein bekanntes Gesicht durch.
    Das Bild zeigt den neuen Volkacher Stadtrat inklusive (vorne von links) 3. Bürgermeisterin Gerlinde Martin (CSU), Bürgermeister Heiko Bäuerlein (CSU) und 2. Bürgermeister Udo Gebert nach der konstituierenden Sitzung in der Mainschleifenhalle.
    Das Bild zeigt den neuen Volkacher Stadtrat inklusive (vorne von links) 3. Bürgermeisterin Gerlinde Martin (CSU), Bürgermeister Heiko Bäuerlein (CSU) und 2. Bürgermeister Udo Gebert nach der konstituierenden Sitzung in der Mainschleifenhalle. Foto: Barbara Herrmann

    Alles neu macht der Mai könnte das Motto für den neuen Volkacher Stadtrat lauten: Heiko Bäuerlein als neuer Bürgermeister steht nun dem 20-köpfigen Gremium mit neun neuen Mitgliedern vor. Neu dabei sind auch die Grünen mit drei Vertretern, davon zwei Frauen. Bäuerlein brachte es also gut auf den Punkt, als er bei seiner Rede den Stadtrat als "jünger, weiblicher, bunter" vorstellte. Das tat er vor großem Publikum in der Mainschleifenhalle. An die 100 Besucher verfolgten dort die konstituierende Sitzung im wegen der Corona-Pandemie gebotenen Abstand.

    Die konstituierende Sitzung des neuen Volkacher Stadtrates lockte an die 100 Zuhörer in die Mainschleifenhalle. Dort konnte der wegen der Corona-Pandemie gebotene Abstand gut eingehalten werden.
    Die konstituierende Sitzung des neuen Volkacher Stadtrates lockte an die 100 Zuhörer in die Mainschleifenhalle. Dort konnte der wegen der Corona-Pandemie gebotene Abstand gut eingehalten werden. Foto: Katja Eden

    25 Tagesordnungspunkte galt es abzuarbeiten. "Top 1: Begrüßung durch den neuen Bürgermeister. Bin ich", schien sich Bäuerlein lieber noch einmal versichern zu wollen. 18 Jahre lang hatte er die Sitzungen von der anderen Seite als Stadtratsmitglied verfolgt, nun der Rollentausch mit seinem Vorgänger Peter Kornell (FWG). Bäuerlein bat um Nachsicht, sollte er Hilfe brauchen zu Beginn, betonte aber in Anlehnung an eine berühmte Rede des britischen Premiers Winston Churchill: "Ich übernehme meine Aufgabe mit Schwungkraft und Hoffnung."

    Gerlinde Martin setzt sich durch

    Schwungvoll arbeitete sich der neue Chef alsdann durch die lange Liste an Vereidigungen und Entscheidungen, wer mit welchem Stellvertreter in den Gremien wie Bauausschuss, Schulverbandsversammlung oder Verwaltungsrat der Stadtwerke sitzt. Bei der Höhe der Aufwandsentschädigungen folgte der Stadtrat geschlossen einem Antrag der Freien Wähler-Gemeinschaft, die sich angesichts der Krise gegen eine Erhöhung der Beträge ausgesprochen hatten. Auch beim 2. Bürgermeister war man sich noch einig: Udo Gebert, der bei der Bürgermeisterwahl nur knapp unterlegen war, machte das Rennen. Spannender wurde es dann bei Bäuerleins weiterem Stellvertreter: Gerlinde Martin (CSU) setzte sich mit zwölf Stimmen gegen Andrea Rauch (Grüne, 7) und Mathias Krönert (FDP, 2) durch. 

    Konstituierende Sitzung des neuen Volkacher Stadtrates in der Mainschleifenhalle. Im Bild zählt die Wahlkommission die Stimmen für die Wahl des 3. Bürgermeisters aus.
    Konstituierende Sitzung des neuen Volkacher Stadtrates in der Mainschleifenhalle. Im Bild zählt die Wahlkommission die Stimmen für die Wahl des 3. Bürgermeisters aus. Foto: Barbara Herrmann

    Auch bei der Verteilung der Referenten-Posten wurde durchaus deutlich, dass hinter den Kulissen vorab reichlich diskutiert worden war. Der Vorschlag von Simon Rinke (CSU), einen neuen Umweltreferenten einzuführen, scheiterte. Sowohl Grüne als auch Freie Wähler betonten, dass der Klima-Aspekt jeden Stadtrat und jede Entscheidung betreffe. Rauch nannte einen Umweltbeirat, der Verbände wie den Bund Naturschutz einbeziehe, sinnvoller. Sie wurde später einstimmig zur Referentin für Soziales und Fair Trade gewählt. Ebenso herrschte Einstimmigkeit bei Cengiz Zarbo (FWG) als Referent für Kindertagesstätten, Simon Rinke als Jugendreferent und Moritz Hornung als Feuerwehr-Referent.

    Stephan Dinkel ist neuer Sport-Referent

    Im Bereich Sport behauptete sich der Neu-Stadtrat Stephan Dinkel (CSU) mit 17 Stimmen deutlich gegen Gerhard Schulzki von der SPD (4). Und um den Bereich Landwirtschaft, Weinbau, Forst kümmert sich Peter Kornell (13 Stimmen). Die Grünen hatten Marlies Dumbsky (8) vorgeschlagen. Für die Belange ihres jeweiligen Wohnorts wollen sich künftig Jochen Flammersberger (Bürgerliste, Astheim), Uwe Koßner (CSU, Fahr), Gerlinde Martin (Obervolkach) und Herbert Römmelt (FWG, Escherndorf) einsetzen. Alle weiteren Ortsteile werden so bald wie möglich einen Sprecher wählen.

    Nach Ende dieser konstituierenden Stadtratssitzung wurde es kurz emotional: Ex-Stadtrat Karl-Heinz Bernard ergriff das Mikrofon. Der offizielle Abschied der neun ausgeschiedenen Mitglieder wird verspätet erfolgen. 30 Jahre lang hatte er dem Gremium angehört, zwei Bürgermeister erlebt. Dass Bernards Engagement und Fachwissen als Landwirtschaftsreferent vermisst werden wird, wurde in den vergangenen Sitzungen mehrfach deutlich. Am 19. November 1989 sei er gefragt worden, ob er kandidieren wolle – zehn Tage nach dem Mauerfall. "Damals Mauerfall, heute Corona", sagte er ob dieser denkwürdigen Situation in der Mainschleifenhalle. Und bevor ihn langer Applaus zu seinem Platz begleitete, betonte er mit einem Lächeln: "Es gibt ein Leben nach dem Stadtrat."

    Das bekommen Bürgermeister und Stadträte in Volkach

    Das Gehalt von Volkachs hauptamtlichem Bürgermeister Heiko Bäuerlein richtet sich nach der Größe der Kommune, im Fall Volkachs also knapp 9000 Einwohner: Besoldungsgruppe A 16 ergibt 7543 Euro pro Monat plus Dienstaufwandsentschädigung (deckt die Reisekosten im Nahbereich ab) von 755 Euro.
    2. Bürgermeister Udo Gebert erhält als Entschädigung 490 Euro im Monat, 3. Bürgermeisterin Gerlinde Martin 327 Euro im Monat. Vertritt einer von ihnen den Bürgermeister während dessen Urlaub oder Krankheit, gibt's 130 Euro pro Tag.
    Die Stadträte erhalten eine monatliche Entschädigung von 160 Euro, Ortssprecher zudem 40 Euro im Monat, Fraktionssprecher zudem 70 Euro im Monat.
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