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    Stadtschwarzach

    Kindergartenverein Stadtschwarzach vor der Auflösung

    Die Zukunft des Trägervereins des Kindergarten Stadtschwarzach ist ungewiss.
    Der Notvorstand des Kindergartenvereins St. Josef, Stadtschwarzach: Beisitzer Matthias Döring, Bürgermeister Volker Schmitt und Pater Philippus Eichenmüller. In ihren Händen liegt es nun, eine neue Basis für den künftigen Betrieb des Kindergartens zu finden.
    Der Notvorstand des Kindergartenvereins St. Josef, Stadtschwarzach: Beisitzer Matthias Döring, Bürgermeister Volker Schmitt und Pater Philippus Eichenmüller. In ihren Händen liegt es nun, eine neue Basis für den künftigen Betrieb des Kindergartens zu finden. Foto: Georg Ruhsert

    Die Zukunft des Trägervereins des Kindergarten Stadtschwarzach ist ungewiss. Vergangene Woche legte der bisherige Vorstand turnusgemäß sein Amt nieder. Trotz intensiver Suche gab es keine Kandidaten für die vier Vorstandsämter. Nur ein Vater war bereit, künftig als Beisitzer tätig zu sein. Bürgermeister und Pfarrer sind von Amts wegen Mitglieder des Vorstands. Damit muss das Amtsgericht Würzburg nun einen Notvorstand ernennen. Sollte dieser binnen eines Jahres keine satzungsgemäße Vorstandschaft auf die Beine stellen können, erfolgt die Auflösung des 112 Mitglieder starken Vereins.

    Hinter diesen nüchternen Fakten steht eine Entwicklung, die alle 15 Anwesenden an der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Kindergartenvereins St. Josef Stadtschwarzach sehr bedauern: Es findet sich niemand mehr, der ehrenamtlich die Verantwortung für ein "kleines Unternehmen", wie einen Kindergarten übernehmen will oder kann. Dabei sei der Kindergarten St. Josef gut aufgestellt und "in ruhigem Fahrwasser", beschrieb die bisherige Vorsitzende Zeynep Nergüz: Aktuell werden in Krippe, Kleinkindgruppe und Kindergartengruppe 53 Kinder betreut. Man schreibt dabei schwarzen Zahlen. Das Gebäude ist saniert, die Außenanlagen sind hergerichtet. Auch den Wechsel in der Leitung und personelle Umbesetzungen habe man gemeinsam gut geschafft.

    Wöchentlicher Zeitaufwand

    Dass es zwischen Leitung und scheidenden Vorstand wirklich passte, spürte man auch im Umgang auf der Versammlung. "Immer erreichbar und jederzeit mit offenem Ohr – trotz stürmischer Zeiten", so formulierte es Kindergartenleiterin Denise Klein. Zum Dank gab es Blumen und Süßigkeiten.

    Es sind wohl auch ganz andere Gründe, die mögliche Nachfolger abschreckten. "Zwischen fünf und 20 Stunden pro Woche an Zeitaufwand waren schon notwendig", resümiert die ehemalige Vorsitzende. Kein Wunder bei Personalverantwortung für 14 Leute und einem Umsatz jenseits der 500 000 Euro, sowie Zuständigkeiten von Elternwünschen und Beschwerden bis hin zu Notfällen wie verstopften WCs. Das ist ehrenamtlich kaum noch leistbar.

    Verwaltungskraft zur Entlastung

    Die alte Vorstandschaft hat daher zusammen mit Fachberaterin Marlene Engel vom Diözesancaritasverband auch schon Konzepte für die Zukunft entwickelt: Eine Verwaltungskraft soll künftig den Vorstand zeitlich entlasten. Mit dieser Veränderung versuchte man nach der im Januar gescheiterten ersten Wahl in vielen Gesprächen Eltern doch noch zur Kandidatur zu bewegen – erfolglos. Dennoch gehen die Verantwortlichen nicht frustriert. Die Arbeit habe sehr viel Spaß gemacht und man habe viel bewegen können, so Nergüz.

    Bürgermeister Volker Schmitt würdigte ausdrücklich die jahrelange gute Zusammenarbeit. Er dankte für die Bereitschaft, die eigentlich Ende Januar abgelaufenen Amtszeit wegen der Corona-Krise bis Mai zu verlängern. In die intensive, wenn auch vergebliche, Suche nach Nachfolgern hätten Vorstand wie Leitung viel Kraft und Zeit investiert.

    Wie geht es nun konkret weiter? Zum Notvorstand dürften vermutlich Bürgermeister Schmitt, Pater Philippus Eichenmüller und Matthias Döring (gewählter Beisitzer) ernannt werden. Diese drei müssen dann den weiteren Betrieb des Kindergartens sichern. Ein erster Schritt werde die Anstellung einer Verwaltungskraft sein, blickte der Bürgermeister in die Zukunft. Sollten sich keine neuen Kandidaten für die freien Ämter finden, werde man nach einem anderen freien Träger für den Kindergarten suchen. Nur als letzte Notlösung würde die Kommune dessen Betrieb übernehmen. So sei dies etwa 2019 in Nordheim geschehen. Für den immerhin seit 1967 bestehende Kindergartenverein könnte es dennoch ein Weiterleben geben. Vielleicht fände sich dafür ja ein Vorstand, wenn es nur noch ein reiner Förderverein wäre, hofft Schmitt.

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