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    Kitzingen

    Kitzinger Stadtmuseum: Exponate werden bewertet

    Der SPD-Abgeordnete Volkmar Halbleib fragte im Landtag nach Hintergründen zur Kitzinger Museumschließung. OB Güntner verrät, was mit den Ausstellungsstücken geschieht.
    Die Entscheidung des Kitzinger Stadtrats, das Stadtmuseum zu schließen, erhitzt weiter die Gemüter.
    Die Entscheidung des Kitzinger Stadtrats, das Stadtmuseum zu schließen, erhitzt weiter die Gemüter. Foto: Ralf Dieter

    Die Schließung des Kitzinger Stadtmuseums erhitzt die Gemüter.  "Die Große Kreisstadt begräbt ihr Gedächtnis", schrieb zum Beispiel Jürgen Pelzig in einem Leserbrief. Einer von vielen, die die Redaktion erreicht haben. Auch auf Facebook wurde über die Schließung diskutiert. Christopher Vila kommentiert die Entscheidung des Stadtrates so: "Die Bürger kritisieren die Entscheidung zu Recht, sie fordern Transparenz und Bürgerbeteiligung". Der Dettelbacher Reinhard Feisel gibt zu bedenken, dass "die bedenkenlos in Angriff genommene Abwicklung des Stadtmuseums bei erfolgreicher Durchführung unumkehrbar ist". 

    Bernhard Ziegler schreibt in einem Leserbrief: "Wahrscheinlich ist das der Mehrheit der 23 000 Einwohner egal. Ich meine aber, dass die Abwicklung des Museums auch dem Ruf unserer Stadt Schaden zufügt." Rudi Stadtel glaubt, dass viele Kitzinger gar nicht wissen, dass es ein Museum gibt. 

    So lässt es sich vielleicht erklären, dass bei einer nicht repräsentativen Umfrage sich 330 Leser (64,2 Prozent) dagegen aussprechen, den Stadtratsbeschluss rückgängig zu machen. 514 Leser gaben ihre Stimme ab. 141 (27,4 Prozent) wollen, dass der Rat seinen Beschluss aufhebt. 43 Lesern (8,4 Prozent) ist die Entscheidung gleichgültig.

    Abgeordneter Halbleib fragt nach Hintergründen

    Nicht egal ist dagegen dem SPD-Landtagsabgeordneten Volkmar Halbleib die Schließung des Stadtmuseums. Der Ochsenfurter wollte von der Staatsregierung Hintergründe wissen. Auf seine Anfrage teilte das Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst laut einer Pressemitteilung mit, dass die Landesstelle für nichtstaatliche Museen letztmals in Jahr 2015 seitens der Stadt Kitzingen kontaktiert wurde.

    Bei der Schließung 2018 habe man ebenfalls keinen Kontakt mit staatlichen Stellen aufgenommen. Selbst auf ein ausdrückliches Unterstützungsangebot der Landesstelle habe die Stadt nicht reagiert, so das Wissenschaftsministerium. "Auch nach einem Amtswechsel konnte kein Austausch mit dem neuen Oberbürgermeister hergestellt werden“, wird das Ministerium in der Pressemitteilung zitiert. 

    Objekte werden nicht verkauft oder verschenkt

    Das Wissenschaftsministerium verweist in seiner Antwort an Halbleib auf die Möglichkeiten der Unterstützung von Kommunen durch die Landesstelle, insbesondere bei der „Beratung zur Überarbeitung der Konzeption von Museen (...)". Der Abgeordnete will laut seinem Schreiben die mehrheitlich von Stadtrat getroffene Entscheidung nicht politisch bewerten, aber kultur- und regionalpolitisch tue ihm die Schließung eines der ältesten Stadtmuseen Frankens „mehr als weh.“

    Kitzingens Oberbürgermeister Stefan Güntner erklärt derweil, dass die Stadt nun die Leihgeber der Exponate kontaktieren wolle. Die städtischen Objekte werden mit fachlicher Unterstützung des Bezirks bewertet. "Ich will gegen den Eindruck kämpfen, dass hier alles verkauft und verschenkt wird", sagt er. Er versichert, dass das Gebäude nicht in kürzester Zeit leerstehen werde.

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