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    Münsterschwarzach

    Künstler-Pater Dufner will Mut machen zur eigenen Kreativität

    Wie immer ist das Atelier des Künstlers Pater Meinrad Dufner gefüllt mit Skulpturen, Leinwänden, Zeichnungen, Pinseln, Fundstücken und Kreuzen, alles im Raum verteilt. Doch neuerdings führt ein schmaler Weg zu seinem Arbeitsplatz. Das liegt daran, dass der Mönch sein Atelierhaus in Münsterschwarzach im Juli für Besucher öffnete – noch einmal am 2. August um 15 Uhr – ein ganz neues Ausstellungsformat.
    Pater Meinrad Dufner hat sein Atelier für eine Ausstellung mit Werkstattgesprächen geöffnet. Er zeigt Werke aus dem 'Labyrinth der Zeit', aus verschiedenen Epochen seines Schaffens.
    Pater Meinrad Dufner hat sein Atelier für eine Ausstellung mit Werkstattgesprächen geöffnet. Er zeigt Werke aus dem "Labyrinth der Zeit", aus verschiedenen Epochen seines Schaffens. Foto: Caroline Münch

    Wie immer ist das Atelier des Künstlers Pater Meinrad Dufner gefüllt mit Skulpturen, Leinwänden, Zeichnungen, Pinseln, Fundstücken und Kreuzen, alles im Raum verteilt. Doch neuerdings führt ein schmaler Weg zu seinem Arbeitsplatz. Das liegt daran, dass der Mönch sein Atelierhaus in Münsterschwarzach im Juli für Besucher öffnete – noch einmal am 2. August um 15 Uhr – ein ganz neues Ausstellungsformat.

    Interessierte konnten in Münsterschwarzach sehen, in welcher Atmosphäre er arbeitet, denn alle Werke entstehen aus seiner persönlichen Situation oder Stimmung heraus: "Das Malen ist wie Tagebuch schreiben für mich", sagt er. Die Zeit, in der ein Werk entsteht, spielt also eine große Rolle, deshalb nennt er die Ausstellung mit Werken aus verschiedenen Epochen seines künstlerischen Schaffens "Labyrinth der Zeit". Die Werke der Ausstellung sind kaum einem Stil zuordenbar. Es befinden sich angefangene und beendete Werke verschiedener Techniken nebeneinander in den Räumen: Zeichnungen mit Bleistift, Kohle und Tusche, Collagen, Steinarbeiten, Holzskulpturen, Entwürfe von Glasfenstern, Acryl auf Leinwand bis hin zu Gipsskulpturen.

    "Labyrinth der Zeit"

    Die Besucher können durch die Ausstellung in seinem Atelier schlendern und sich bei Werkstattgesprächen an den Wochenenden mit ihm über die Kunstwerke unterhalten. Mit Absicht hätten die Werke keine Titel, erklärt Dufner. Die Besucher sollten sich erst allein durch das "Labyrinth der Zeit" kämpfen und die Bedeutung der Bilder für sich erkennen. So müssen sie sich intensiv mit den Bildern beschäftigen. Im Gespräch mit ihm können sie dann Klarheit schaffen, nach dem Entstehungshintergrund oder dem Material der Werke fragen. Für Dufner ist auch jedes einzelne Werk ein Labyrinth der Zeit. "Man arbeitet lange und beständig auf die Mitte hin, wird erst im Schaffen kreativ und wählt dabei mal den einen Weg oder gelangt durch eine neue Idee schon wieder in eine andere Richtung, bis man irgendwann am Ziel des Labyrinths ankommt."

    Kreativität der Besucher anregen

    Pater Meinrad Dufner vor einem seiner Werke.
    Pater Meinrad Dufner vor einem seiner Werke. Foto: Caroline Münch

    Durch das Öffnen des Ateliers, das von Kreativität nur so überquillt, kann der Künstler den Besuchern genau das vermitteln: "Habe Mut zur eigenen Kreativität." Jeder sollte in irgendeinem Medium schöpferisch sein, sei es Schreiben, Kochen, Malen, Kleider nähen oder Gärtnern, was jedem liege, so Dufner. Alle sehen im Atelier seine Werke, Werkzeuge und persönliche Gegenstände sowie Sammelstücke, die vielleicht noch zu Kunstwerken werden. Früher hat Dufner alle paar Jahre im Gymnasium des Kloster eine große Ausstellung auf die Beine gestellt; heute habe er dafür nicht mehr die Kraft, sagt der 74-Jährige. Außerdem sind wegen des Umbaus in der Schule momentan alle Räume belegt.

    Das neue Format hat sich bewährt

    Dufner blickt auf die ersten Erfahrungen des offenen Ateliers zurück und sagt zufrieden "Die Idee hat sich bewährt." Die Werkstattgespräche waren gut bisher besucht; einmal kamen 30 Gäste ins Atelier. Sogar ein Bildhauer aus Hamburg fand den Weg zu ihm. Die Teilnehmer waren neugierig und verwickelten ihn in spannende Diskussionen über die einzelnen Objekte, erinnert sich der Künstler.

    Besucherin Ute Schmitt aus Volkach freut sich, dass sie sein Atelier betreten darf: "Hier kann man der Phantasie freien Lauf lassen und erkennt in dem Chaos an Werken und Gegenständen immer wieder Details, die zum Nachdenken anregen." Andere sprachen von der Öffnung einer Schatzkammer. Dufner konnte die Anwesenden also wirklich mit seiner Kreativität anstecken. Auch er selbst erhielt durch die Gespräche Inspiration für weitere Werke. Im Oktober will er das offene Atelier mit Werken von Pater Polykarp Uehlein fortsetzen.

    Einblick in Pater Dufners Atelier.
    Einblick in Pater Dufners Atelier. Foto: Caroline Münch
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