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    Kitzingen

    Leserforum: Einen ehrenamtlichen Museumsverein gründen

    Zur Berichterstattung über die Entscheidung des Kitzinger Stadtrats, das Stadtmuseum zu schließen, erreichte die Redaktion folgende Leserzuschrift:

    Am 25. Juni fasste der Stadtrat von Kitzingen den Beschluss, das Städtische Museum von Kitzingen aufgrund der exorbitanten Unterhaltungskosten zu schließen. Innerhalb von vier Jahren soll ein Minus von einer Million Euro angefallen sein.

    Verständlich, dass ein solches Defizit einer Kommune von circa 23 000 Einwohnern nicht zugemutet werden kann. Der Unterhalt eines Museums ist eine freiwillige Leistung, gehört also nicht zu den Pflichtaufgaben eines Gemeinwesens.

    Bevor das Inventar aufgelöst wird, sollte jedoch nach Möglichkeiten gesucht werden, um die Kosten drastisch zu senken. Dazu einige Vorschläge: Der Forschungskreis Ebrach, den ich als erster Vorsitzender jahrelang betreute (jetzt als Stellvertreter), unterhält im Zentralgebäude der ehemaligen Zisterzienserabtei seit Jahren kostendeckend ein Museum.

    Der Verein erzielt durch die Eintrittspreise sogar noch Gewinn. Das geht aber nur, weil alle Arbeiten wie zum Beispiel der Kassendienst ehrenamtlich verrichtet werden Vielleicht gelänge es in Kitzingen – Stadt und Landkreis – einen Museumsverein auf ehrenamtlicher Basis zu gründen, der auch Spenden, Erbschaften, Stiftungen, Neuzugänge und so weiter verwaltet, mit dem Ergebnis, dass der reichhaltige Fundus nicht zerschlagen werden muss.

    Dadurch kann auf Anmeldung hin Interessenten das Museum zugänglich gemacht werden. Vielleicht könnte ein Mitarbeiter der städtischen Verwaltung nebenamtlich die Betreuung des Museums "unter Sparflamme" übernehmen.

    An interessierten Besuchern, wenn auch nur in kleiner Zahl, dürfte es nicht fehlen. Seit Jahren betreue ich das Kunstdepositorium der Abtei Münsterschwarzach und den Fundus des Afrika- und Koreamuseums. Immer wieder erhalte ich Anfragen aus dem In- und Ausland. Das Kunstdepositorium habe ich mit Oberstufenschülern/innen des Egbert-Gymnasiums eingerichtet.

    An dem sogenannten "Grundkurs Archäologie" nahmen im Museum jahrelang zehn bis fünfzehn Schüler/innen teil. Bisweilen erschienen Abschlussberichte in der Kitzinger Zeitung (z.B. am 24.4.2007, 6.4.2009, 23.4.2010, 25.3.2011, 25.3.2017).

    Das "Kunstdepo" ist ein "Tante-Emma-Laden", der nun wirklich nicht von moderner Museumspädagogik strotzt, aber er erfreute sich eines eigenen "Charmes". Er ist jedenfalls eine wahre Fundgrube für einen lebendigen, anschaulichen Geschichtsunterricht.

    Aus meiner Erfahrung als jahrelanges Mitglied des Gemeinderats von Schwarzach am Main weiß ich, dass immer wieder einmal ein Beschluss nachträglich modifiziert werden musste. Das traue ich auch dem neuen Stadtrat von Kitzingen zu. Gerne führe ich interessierte Mitglieder des Stadtrats durch die Münsterschwarzacher Ausstellungsräume. Dies könnte hilfreich sein. Herzliche Einladung!

    Pater Franziskus Büll OSB
    97359 Münsterschwarzach

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    Bearbeitet von Aaron Niemeyer

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