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    Mainstockheim

    Mainstockheim muss Kredite aufnehmen

    Das Baugebiet "An der Wunn" über den Dächern des Altdorfes sorgt für hohe Beträge im Haushalt der Gemeinde.
    Das Baugebiet "An der Wunn" über den Dächern des Altdorfes sorgt für hohe Beträge im Haushalt der Gemeinde. Foto: Gerhard Bauer

    Der neu gewählte Gemeinderat Mainstockheim behandelte in der Sporthalle seinen ersten Gemeindehaushalt. Bürgermeister Karl-Dieter Fuchs und VG-Kämmerer Michael Schmitt stellten die umfangreiche Ausarbeitung vor. Der Verwaltungshaushalt stieg auf 4 296 800 Euro (Vorjahr: 4 044 400 Euro), der Vermögenshaushalt ging hingegen auf 6 327 000 Euro (6 656 200 Euro) zurück. Das Gesamtvolumen liegt bei 10 623 800 Euro (10 700 600 Euro) und damit über der Zehn-Millionen-Grenze, wie Fuchs bedauerte.

    Schmitt erklärte die wesentlichen Einnahmen im Verwaltungshaushalt mit der Zuweisung für Kindergartenbetreuung (369 000 Euro), Kanalbenutzungsgebühren (235 000 Euro) und Wasserverbrauchsgebühren (215 000 Euro). Während die Grundsteuer wieder mit 148 000 Euro verzeichnet ist, geht die Kämmerei bei der Einkommensteuerbeteiligung von 981 000 Euro (974 000 Euro) aus, auch die Schlüsselzuweisungen steigen von 854 600 Euro auf 957 800 Euro. Bei der Gewerbesteuer hingegen kalkulierte Schmitt vorsichtig mit einem Rückgang von 118 000 Euro auf 75 000 Euro.

    Höhere Ausgaben belasten bei den Zuschüssen zum BayKiBiG mit 640 300 Euro (563 300 Euro), bei der Wasserversorgung mit 387 200 Euro (279 200 Euro) und bei der Abwasserbeseitigung mit 290 500 Euro (260 400 Euro) den Haushalt, während die mit 676 500 Euro (714 700 Euro) deutlich geringere Kreisumlage für Entlastung sorgt.

    Aus dem Verwaltungshaushalt sollen 474 900 Euro (392 900 Euro) zugeführt werden. Schmitt berechnete die freie Finanzspanne nach Abzug der Mindestzuführung mit 293 500 Euro.

    Bei den kostenrechnenden Einrichtungen Abwasserbeseitigung (minus 55 500 Euro), Friedhof (minus 8500 Euro) und Wasserversorgung (minus 23 200 Euro) sieht die Kämmerei keine Möglichkeit der kurzfristigen Kostendeckung.

    Dass sich die Corona-Krise auf den Gemeindehaushalt auswirkt wurde bei der Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben für die Turnhalle (minus 123 500 Euro), den Wohnmobilstellplatz (minus 14 200 Euro) und die Fähre (minus 91 500 Euro) deutlich.

    Der Vermögenshaushalt wird getragen von den Einnahmen aus dem Verkauf aller 28 Grundstücke "an der Wunn" mit 2 760 000 Euro sowie einer Rücklagenentnahme und einer Kreditaufnahme von jeweils 550 000 Euro.

    Bei den vorgesehenen Investitionen gab es rege Debatten wegen der Höhe der Ausgaben. Frank Schmitt wiederholte seine früheren Anfragen nach Fördermöglichkeiten für die Wasserenthärtungsanlage zum Sulfatentzug, die mit 720 000 Euro im Haushalt steht. Die sind, so Fuchs, beantragt, aber noch nicht genehmigt.

    Leuchttürme und Pflichtaufgaben

    Peter Brandner hielt dem Bürgermeister eine sich ständig ändernde Prioritätenliste vor und dass diese schon wieder neu aufgestellt werden müsse. Das Projekt Gasthof Stern wandere trotz aller Dringlichkeit immer weiter nach hinten. Er nannte den "Stern" und die Sandspitze Leuchtturmprojekte der Gemeinde. Werner Zürlein hielt dagegen, dass andere Pflichtaufgaben der Gemeinde zu erfüllen seien, auch um nicht Zuschüsse zu verlieren.

    Für den Straßenbau "An der Wunn" stehen 1 000 000 Euro verzeichnet, für die dortigen Kanäle und die Wasserversorgung 1 200 000 Euro, für den Kindergartenneubau 910 000 Euro und für den Mischwasserkanal am Riedbach 350 000 Euro.

    Werden die Kredite tatsächlich benötigt, steigt die Verschuldung zum Jahresende auf 2 223 000 Euro (1 854 000 Euro) entsprechend 1134 Euro je Einwohner (945 Euro).

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