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    Kitzingen

    Michael Schneeberger: Auf der Spur eines Spurenfinders

    In der Alte Synagoge Kitzingen startet im September die Ausstellung "Der Spurenfinder. Michael Schneeberger und das jüdische Erbe in Bayern". Dazu die Freitags-Fragen.
    Michael Schneeberger (rechts) im November 2012 in der Alten Synagoge in Kitzingen bei der Übergabe einer gefundenen Thorarolle an den Würzburger Rabbiner Jakov Ebert.
    Michael Schneeberger (rechts) im November 2012 in der Alten Synagoge in Kitzingen bei der Übergabe einer gefundenen Thorarolle an den Würzburger Rabbiner Jakov Ebert. Foto: Ralf Weiskopf

    Am 6. September öffnet um 11 Uhr in der Alte Synagoge Kitzingen die Ausstellung "Der Spurenfinder. Michael Schneeberger und das jüdische Erbe in Bayern". Geöffnet ist bis 27. September täglich von 10 bis 17 Uhr. Dazu Fragen an Margret Löther, Vorsitzende des Fördervereins ehemalige Synagoge Kitzingen.

    Frage: Eine Ausstellung über Michael Schneeberger  – wie kam es zu der Idee?

    Margret Löther: Auf Michael Schneebergers Wunsch gingen seine Recherche- und Forschungsunterlagen nach seinem Tod 2014 in den Bestand des Johanna-Stahl-Zentrums für jüdische Geschichte und Kultur in Unterfranken über. Dort wurde das Erbe systematisiert und anlässlich seines 70. Geburtstags 2019 die Ausstellung „Der Spurenfinder“ erarbeitet. 

    Margret Löther, Vorsitzende des Fördervereins ehemalige Synagoge in Kitzingen. 
    Margret Löther, Vorsitzende des Fördervereins ehemalige Synagoge in Kitzingen.  Foto: Lisa Marie Waschbusch
    Wie geht man an ein solches Thema heran, um dem Mensch Schneeberger gerecht zu werden?

    Löther: Zunächst kommt Michael Schneeberger in ausgewählten Zitaten, dokumentarischen Foto- und Filmszenen bei der Spurensuche selbst zu Wort und ins Bild. Daneben wird die Persönlichkeit Michael Schneebergers vor allem in engagierten Videointerviews mit Weggefährten aus verschiedenen Lebensabschnitten und -bereichen lebendig.

    Wie haben Sie Joachim Schneeberger in Erinnerung?

    Löther: Er ging konsequent, auch kompromisslos und mit ungeheurer Ausdauer und Langmut die als notwendig erachteten, selbst gesteckten Ziele an – auch auf Kosten seiner Gesundheit und gesellschaftlicher Anerkennung.

    Woher kam diese Leidenschaft?

    Löther: Ich vermute, dass er wie viele seiner Generation vom Entsetzen über die Judenvernichtung ergriffen war und ebenso von der Erkenntnis, dass auch Menschen seiner Heimat sich schuldig gemacht haben. 

    Wie sah seine Arbeit als Spurensucher aus?

    Löther: Er suchte nach Zeit- und Ortszeugen, ermittelte Nachfahren. Dazu kamen Quellenforschung in Archiven aller Art sowie die wissenschaftliche Auswertung und Dokumentation. 

    Was würden wir ohne Ihn nicht wissen?

    Löther: Michael Schneeberger und vielen anderen Spurensuchern verdanken wir detailliertes Wissen über viele Generationen jüdischer Menschen in Stadt und Landkreis Kitzingen und darüber hinaus. Und zwar nicht nur über das bittere Ende der Kitzinger Juden, sondern über ihr Alltagsleben, ihr Zusammenleben, ihr Wirken und Wirtschaften, ihr Vermächtnis in der christlichen Mehrheitsgesellschaft. 

    Wie sieht eine Ausstellung in der Synagoge in Corona-Zeiten aus?

    Löther: Für die Besucher der Ausstellung gelten die aktuellen Regeln für Museums- und Ausstellungsbesuche, die im Gebäude Alte Synagoge durch das Team der Vhs schon vorbereitet wurden, also beispielsweise Handdesinfektion oder Maskentragen. Bei der Eröffnungsveranstaltung am Sonntag, 6. September um 11 Uhr bitten wir um vorherige Anmeldung unter Synagoge.Kitzingen@web.de, um entsprechend Maßnahmen modifizieren zu können.

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